Donnerstag, 17.05.2012
10 Mio. Euro für den ländlichen Raum
Krumbach/Lks. Günzburg - Amt für Ländliche Entwicklung betreut 270 Verfahren und Vorhaben.
In Haunsheim im Landkreis Dillingen wurde im Rahmen der Dorferneuerung die ehemalige Schlossökonomie zu einem sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Gemeindezentrum umgestaltet: (v. l.) der ehemalige Rossstall ist heute ein Dienstleistungs- und Gewerbezentrum, der "Koarastadl" eine Markt- und Festhalle und das Schweizerhaus fand als Rathaus eine zeitgemäße Nutzung.
© Foto: ALE Schwaben
Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Schwaben reichte zur Stärkung des ländlichen Raumes im abgelaufenen Jahr rund 10 Mio. Euro an Fördergeldern aus. "Wir betreuen momentan 270 Verfahren und Vorhaben von der Flurneuordnung über die Dorferneuerung bis hin zur integrierten ländlichen Entwicklung, einem gemeindeübergreifenden Prozess", stellte Präsident Johann Huber in seiner Jahresbilanz 2011 fest. Das Dienstgebiet des ALE Schwaben umfasst alle schwäbischen Landkreise und die vier kreisfreien Städte vom Donau-Ries bis ins Oberallgäu. Die Dienstleistungen der Ländlichen Entwicklung finden in den Dörfern breite Anerkennung. "Wir versuchen zusammen mit den Akteuren vor Ort Impulse zu setzen, bürgerschaftliches Engagement zu fördern und den Strukturwandel auf dem Land zu gestalten", so Huber. Dabei hat die Dorferneuerung als Instrument zur Verbesserung der innerörtlichen Entwicklung große Bedeutung. Insgesamt 75 Dorferneuerungsverfahren werden derzeit von der Krumbacher Behörde durchgeführt. Hinzu kommen 29 Einzelvorhaben. Hier handelt es sich um zentrale Projekte, wie zum Beispiel die Errichtung oder Sanierung von häufig leerstehenden Gebäuden im Dorfzentrum zu Vereins- und Gemeinschaftshäusern. Außerdem werden derzeit 69 Flurneuordnungsverfahren zur Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft sowie 17 Wegebaumaßnahmen und 57 Freiwillige Landtausche bearbeitet. 20 Vorhaben konnten mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II des Bundes gefördert werden. Die Gesamtfördersumme in Höhe von circa 10 Mio. Euro setzt sich aus Mitteln von Bund (4 Mio. Euro), der Europäischen Union (3,5 Mio. Euro) und des Landes (2,5 Mio. Euro) zusammen. Untersuchungen haben ergeben, dass zum Beispiel jeder "Fördereuro" in der Dorferneuerung Folgeinvestitionen von sieben Euro auslöst und damit Arbeitsplätze im ländlichen Raum sichert. Huber spricht deshalb bei der Dorferneuerung von einem "klassischen Konjunkturprogramm" für die heimische Wirtschaft. Die Tätigkeit des ALE Schwaben fand auch 2011 länderübergreifendes und internationales Interesse. Fachleute aus der Bukowina (Rumänien) und aus China informierten sich über die ländliche Entwicklung in Schwaben. Ebenso fand ein intensiver Erfahrungsaustausch mit Kollegen des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg statt. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverein "Internationale Jugendgemeinschaftsdienste" organisierte das Amt ein Workcamp für Jugendliche aus 15 verschiedenen Ländern unter dem Motto "Naturschutz am Fuße der Alpen" im Raum Stiefenhofen und Oberreute (Lks. Lindau). Anlässlich des 60-jährigen Bestehens des ALE Schwaben präsentierte sich die Behörde bei einem Tag der offenen Tür dem Publikum und stellte seine Arbeit dar. Folgende Verfahren bzw. Vorhaben fanden 2011 ihren Abschluss: Landkreis Augsburg: Erlingen (Unternehmensverfahren), Kloster Holzen (Festplatz und Umgestaltung Westhof), Ellgau (Mehrzweckhaus). Landkreis Dillingen: Gremheim (Flurneuordnung und Dorferneuerung), Haunsheim und Unterliezheim (Dorferneuerung). Landkreis Donau-Ries: Zirgesheim (Dorferneuerung). Landkreis Günzburg: Langenhaslach (Pfarrstadel). Landkreis Oberallgäu: Altusried (Flurneuordnung), Muthmannshofen (Dorfgemeinschaftshaus), Kimratshofen (Alte Schule), Oberstdorf (Verkehrsübergabe Alpe Traufberg). Landkreis Unterallgäu: Pleß (Dorferneuerung), Mindelau und Engetried (Dorfgemeinschaftshaus).
10 Mio. Euro für den ländlichen Raum (17.01.2012)
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