Die Unterschriften zum Stopp des Flächenverbrauchs übergaben an (2. v. r.) Hans Müller (v. l.) Landrat Martin Bayerstorfer, BBV-Geschäftsführer Gerhard Stock, Johann Schwimmer und die stellvertretende Kreisbäuerin Irmgard Kirmair.
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Zur Ortsobmännertagung im Gasthaus Prostmeier trafen sich alle neu gewählten und ausgeschiedenen Ortsobmänner aus den insgesamt 49 Ortsverbänden im Erdinger Landkreis. Nach der internen Versammlung am Vormittag stand das Referat von BBV-Generalsekretär Hans Müller zur Weiterentwicklung des Berufsverbandes auf dem Programm. Zur Einstimmung tat Kreisobmann Johann Schwimmer zusammenfassend die bewegenden Themen in der Region kund. So zählt unter anderem der Flächenverbrauch im Landkreis zu den aktuellen Brennpunkten. Aus diesem Anlass übergaben die Vertreter des BBV-Kreisverbandes an den Generalsekretär rund 700 Unterschriften. Schwimmer zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Verbandswahlen auf Ortsebene. Ziel solle und müsse das Mitglied als wichtigste Person sein. Als Ansprechpartner für die Basis seien dann der Ortsobmann und die Ortsbäuerin zuständig. "Sie haben also eine bedeutende Aufgabe, wenn es darum geht, zum einen Probleme vor Ort weiterzutragen auf die Kreisebene und zum anderen Informationen wieder zurückzutransportieren", erklärte er. Der Kontakt und Meinungsaustausch mit den Ortsobmännern war Hans Müller ein wichtiges Anliegen. "Ich freue mich, dass wir miteinander ins Gespräch kommen", meinte er. Der Generalsekretär dankte allen Zuhörern für ihr Engagement für den Berufsstand und lobte deren Beitrag zur innerlandwirtschaftlichen Solidarität. "Das ist aufgrund individueller Interessen nicht immer einfach, doch wir brauchen Geschlossenheit, um dem starken Druck von außen standzuhalten", betonte er und plädierte dafür, ein klares Meinungsbild des Berufsstandes darzustellen, um die Akzeptanz der Bevölkerung zu finden. "Das ist die Grundlage und ein wichtiges Fundament", erklärte er. Beim Blick auf die abgeschlossenen Wahlen auf Ortsebene teilte er mit, dass weniger Ortsverbände zusammengelegt wurden als im Vorfeld vermutet. Das sei ein Signal für die Verbandsspitze, dass die örtliche Vertretung ungern aufgegeben wird. Erfreut wies Müller darauf hin, dass insgesamt auch von jungen Landwirten eine sehr hohe Bereitschaft da ist, Aufgaben zu übernehmen. "Sie sind wer", rief er den Ortsobmännern zu und brachte damit seine Wertschätzung dem Ehrenamt gegenüber zum Ausdruck. Gleichzeitig bat er darum, kommunalpolitisch tätig zu sein, Wert auf Öffentlichkeitsarbeit zu legen und die gesellschaftlichen Aufgaben im Dorf nicht zu unterschätzen. Im zweiten Teil seines Vortrags widmete sich der Referent den künftigen Verbandszielen. Dazu gehört, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und das Thema Lebensqualität stärker in den Fokus zu rücken. Die politische Arbeit soll auch in Zukunft Kernelement bleiben, wobei die Möglichkeit zur Mitgestaltung genutzt werden sollte. Darüber hinaus stellen Markt- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Stärkung der Bildungsarbeit eine wichtige Aufgabe dar. Als großes Plus sah Müller die Dienstleistungsangebote des Verbandes an. Die Strukturen vor Ort sollen "effizient, auf Spezialisierung ausgerichtet und mitgliedernah" sein. "Das heißt, wir bleiben mit unseren Geschäftsstellen in der Fläche", informierte er. Letztendlich wird es nach seiner Auskunft in Bayern in den 72 Kreisverbänden knapp 40 Geschäftsstellen und in den sieben Bezirksverbänden drei Direktoren geben. Bei den EU-Verhandlungen soll dafür gekämpft werden, dass der Haushaltsrahmen als vernünftiger Ansatz bleibt. Umfangreiche Nachbesserungen forderte der Generalsekretär in erster Linie bei Umweltauflagen, Bürokratie und Flächenstillegungen. Zum Schluss wies er darauf hin, dass die Verbandsarbeit durchaus etwas bewegte und Erfolge erzielte im Hinblick auf Stabilisierung und Solidarität. "Landwirtschaft ist eine Zukunftsbranche; die Perspektiven sind positiv", lautete seine Überzeugung. Nachfolgend nahm sich Müller viel Zeit für eine Diskussionsrunde. Dieses Angebot nahmen die Landwirte gerne und rege an. In den Wortbeiträgen kamen die aktuellen Probleme in der Praxis zur Sprache. Der Generalsekretär hörte sich die Sorgen an, beantwortete alle Fragen und nahm eine Reihe von Anregungen mit nach Hause.
Helga Gebendorfer