Die verjüngte Kreisvorstandschaft der Landfrauen im BBV Neu-Ulm: (v. l.) Kreisbäuerin Christiane Ade, ihre Stellvertreterin Hildegard Wiedenmann und die Beisitzerinnen Andrea Stetter, Marliese Ritter, Katja Ölberger, Andrea Werbach, Cilli Kollmer und Marion Miller.
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15 Jahre lang stand Hildegard Mack an der Spitze der Landfrauen im Neu-Ulmer Bauernverband, jetzt ist Christiane Ade ihre Nachfolgerin. Die neue Kreisbäuerin kommt aus Gerlenhofen und führt nach den Verbandswahlen eine verjüngte Kreisvorstandschaft an. "Sie sind das Bauernparlament in Ihrem Landkreis", rief Markus Müller, der in Hegelhofen als Wahlleiter fungierte, den 45 stimmberechtigten Ortsbäuerinnen und Stellvertreterinnen zu. Der Leiter der schwäbischen BBV-Hauptgeschäftsstelle betrachtete die alle fünf Jahre stattfindenden Verbandswahlen als Beleg für die basisdemokratische Struktur des Bauernverbands. Die Wahlergebnisse wiederum waren ein Beleg für die Geschlossenheit der Neu-Ulmer Ortsbäuerinnen. Ohne Gegenstimmen wurden sowohl Christiane Ade zur Kreisbäuerin als auch Hildegard Wiedenmann zur stellvertretenden Kreisbäuerin gewählt. Ade ist 39 Jahre alt und bewirtschaftet mit ihrem Ehemann in Gerlenhofen einen Milchvieh-Ackerbau-Betrieb mit Eier- und Kartoffeldirektvermarktung. Als ausgebildete Krankenschwester hat die neue Kreisbäuerin eine soziale Ader. Dafür spricht auch, dass sie vor zehn Jahren zur Vize-Ortsbäuerin und 2008 in den Neu-Ulmer BBV-Kreisvorstand berufen wurde. Ihre 50-jährige Stellvertreterin Hildegard Wiedenmann bewirtschaftet in Kadeltshofen ebenfalls einen Milchvieh-Ackerbau-Betrieb. Sie ist seit 15 Jahren Ortsbäuerin und seit zehn Jahren im Kreisvorstand. Zu weiteren Kreisvorstandsmitgliedern gewählt wurden Cilli Kollmer (Illertissen), Marion Miller (Jedesheim), Katja Ölberger (Wullenstetten), Marliese Ritter (Emershofen), Andrea Stetter (Beuren) und Andrea Werbach (Hausen). Hildegard Mack, die nicht mehr kandidierte, bedankte sich bei ihren Mitstreiterinnen für die zuverlässige Unterstützung und Begleitung über drei Wahlperioden hinweg. "Auf keinen Fall wäre ich ohne dieses Ehrenamt in meiner persönlichen Entwicklung dort angekommen, wo ich heute stehe", sagte Mack. Nachdem sie ihre Karriere im
BBV 1991 als Ortsbäuerin von Erbishofen begann, wurde sie sofort in die Kreisvorstandschaft gewählt. Mack nannte mehrere Höhepunkte, die ihre Amtszeit als Kreisbäuerin prägten: Die Einführung der Ernährungsfachfrauen, die Teilnahme am Projekt "Landfrauen machen Schule" von Beginn an, den Erlebnisbauernhof im Günzburger Legoland, zwei Bühnenpräsentationen auf dem ZLF (2000 und 2004). Mit der Einführung der Ortsbäuerinnen-Stammtische vor zwölf Jahren habe der Neu-Ulmer
BBV Verbandsgeschichte geschrieben, betonte Mack und dies, obwohl der Kreisverband einer der kleinsten im Freistaat sei. Mittlerweile hätten sich die Ortsbäuerinnen-Stammtische bayernweit etabliert. Zu den weniger erfreulichen Ereignissen gehörten die BSE-Krise, der Verlust der eigenen Geschäftsstelle durch die Fusion mit der BBV-Geschäftsstelle in Günzburg und der Zwist unter den Neu-Ulmer Milchviehhaltern nach der Gründung des
BDM. Eine schöne Aufgabe war für Mack die Mitarbeit in einer der Arbeitsgruppen, die sich mit der Neuausrichtung des
BBV im Rahmen der Strategieentwicklung 2020 befassten. Zum Abschluss der Wahlversammlung ging Markus Müller auf die Arbeit des
BBV als Interessenvertretung der Landwirte ein. Seine Schlagkraft beziehe der Berufsverband aus dem Zusammenhalt seiner Mitglieder, aus seiner fundierten Beratung und seinem umfassenden Dienstleistungsangebot für die gesamte bäuerliche Familie. Dabei stehe der Berufsverband vor immer neuen Herausforderungen wie der sinkenden Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe, der Konfrontation entwicklungswilliger Betriebe mit Bürgerinitiativen, der Diskussion um eine artgerechte Tierhaltung, dem Streben der Verbraucher nach immer billigeren Lebensmitteln oder der Verschärfung der Flächenknappheit. Als Unternehmer müssten sich die Bauern auf globalisierten Märkten und gegen den Preisdruck durch den Lebensmitteleinzelhandel behaupten. Die Landwirtschaft sei nach wie vor ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Bayern. Der
BBV sehe sich als Einheitsverband, der für die Interessen aller Landwirte stehe. "Ohne gemeinsame Allianzen bleiben die Bauern in vielen Bereichen zweiter Sieger", schloss Müller.
Michael Ammich