Die Forderung nach weiteren Umweltauflagen und einer Stilllegung von sieben Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind die Hauptkritikpunkte von Präsident Gerd
Sonnleitner an den Vorschlägen von EU-Agrarkommissar Ciolos für die Agrarpolitik nach 2013.
Sonnleitner ist aber zuversichtlich, dass während der jetzt beginnenden eineinhalbjährigen Diskussionsphase noch manche drohenden Nachteile verhindert werden können. Dafür sei es aber unbedingt nötig, dass alle Kräfte in der Landwirtschaft und im Agrarbereich zusammen stehen. "Gemeinsam stark Zukunft gestalten" lautete deshalb auch das Motto des Kreisbauerntages im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen. Angesichts der Welternährungslage bei sieben Milliarden Menschen und dem Bedarf an Biomasse für die Energiegewinnung ist es überhaupt nicht zu verantworten, noch zusätzlich Flächen aus der Produktion zu nehmen, sagte Sonnleitner. Die geforderte Flächenstilllegung plus dem Bedarf für Stromtrassen, Windräder und Photovoltaik sowie zusätzliche Verkehrswege würden sich in Deutschland auf eine Million Hektar summieren, die für die Nahrungsmittelproduktion verloren gehen. Allein im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen würde sich die Zwangsstilllegung nach den Brüsseler Plänen auf 2000 Hektar belaufen.
Sonnleitner berichtete, dass ihm seit Jahrzehnten jeder neue EU-Agrarkommissar versprochen habe, die Bürokratie zu halbieren, am Ende sei sie stattdessen jedes Mal verdoppelt worden. Es sei einfach ein Unding, dass die europäischen Bauern 2680 Einzelauflagen vorgeschrieben bekommen, um überhaupt Ausgleichszahlungen zu erhalten. Als völlig unverständlich bezeichnete es der Präsident, Änderungen bei den Kriterien für die Ausgleichszulage vornehmen zu wollen, die sich bestens bewährt hätten. In einer von Dr. Thomas Rex vom Bayerischen Rundfunk moderierten Grußwortrunde äußerten sich MdB Rainer Erdel, MdL Gerhard Wägemann und stellvertreternder Landrat Robert Westphal zu Energieerzeugung. Einerseits bedeute sie zusätzliche Einkommensmöglichkeiten, sie führe aber auch zu Diskussionen wegen der Zunahme des Maisanbaus und den Wegebelastungen. Eine Entspannung erwartet Erdel durch Alternativpflanzen für den Mais, zu denen er auch
Zuckerrüben zählt. Kreisobmann Fritz Rottenberger betonte, dass die Nahrungserzeugung weiter das Hauptstandbein der Landwirte bleiben wird. In einer Diskussionsrunde mit Sprechern der Landjugendging es um die Weltmarkteinflüsse, der Vormachtstellung von Großunternehmen als Marktpartner, die Lebensmittelverschwendung und die Imagepflege für die Tierhaltung. Michael Seibold als ASA-Vorsitzender der Evangelischen Landjugend warf die Frage auf, ob mögliche Staatspleiten nicht die EU-Agrargelder gefährden könnten. Präsident
Sonnleitner will das nicht völlig ausschließen. Er ist jedoch zuversichtlich, dass die Krise gemeistert werden kann. Dem
Bauerntag war ein Besuch von Gerd
Sonnleitner bei Richard und Luise Zäh auf ihrem Betrieb in Dietfurt vorausgegen, die vor 42 Jahren zusammen mit
Sonnleitner die Bauerschule in Herrsching besucht hatten. In der kleinen Gesprächsrunde wurden auch lokale Probleme angesprochen. Kreisobmann Fritz Rottenberger kritisierte, dass die Behörden wegen der Algenproblematik im Altmühlsee wegen einer Handvoll Sickersaft tätig werden, während gleichzeitig 130 Graugänse täglich gewaltige Mengen Exkremente im See und an dessen Ufer hinterlassen.