Donnerstag, 17.05.2012
Erlöse und Kosten steigen
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Milchproduktion haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Sowohl die Erlös- als auch die Kostenseite war teils starken Schwankungen unterworfen.
Nach einer Modellrechnung der
AMI für eine Milchkuh mit einer Jahresleistung von 8.500 kg Milch liegt die Differenz aus Gesamterlösen und variablen Kosten in den vergangenen fünf Jahren in einer Bandbreite zwischen 4 und 25 Cent je kg Milch. Im Herbst 2011 ergab sich ein Überschuss von etwa 15 Cent, der zur Entlohnung der Arbeit, der festen Kosten und des Zinsanspruches zur Verfügung steht.
Bei den Milchpreisen, die rund 90 Prozent der Erlöse dieses Produktionszweiges ausmachen, waren in den vergangenen fünf Jahren Veränderungen in zuvor nicht bekannter Intensität zu verzeichnen. Nach den Rekordjahren 2007 und 2008 mit einem Preisniveau von knapp 34 Cent je Kilogramm Milch kam 2009 der jähe Absturz auf unter 20 Cent zur Jahresmitte. Es folgte eine kontinuierliche Erholung. Im bisherigen Jahresverlauf bekamen die Erzeuger im Schnitt wieder ebenso viel für ihre Milch wie in den Spitzenjahren vor der Krise.
Positiv haben sich im Betrachtungszeitraum auch die Erlöse für die Altkühe entwickelt. Vor allem ab dem vierten Quartal 2010 war hier eine stark steigende Tendenz zu verzeichnen. Bei den Kälberpreisen waren die Schwankungen weniger stark ausgeprägt als bei den beiden anderen Erlöskomponenten, insgesamt kam es auch hier marktseitig zu einem leichten Anstieg.
Zeitgleich sind aber auch die Kosten für die Milchproduktion gestiegen. Vor allem die für Grund- und Kraftfutter – mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent die größte Position der variablen Kosten in der Milcherzeugung – waren zuletzt deutlich höher als in den Jahren zuvor. Aber auch für Energie, Wasser oder den Tierarzt mussten die Landwirte mehr bezahlen. Insgesamt hat die Marge zwischen Erlösen und variablen Kosten nach dem Krisenjahr 2009 wieder deutlich zugenommen. Durch die gestiegenen Kosten war sie im laufenden Jahr bei nahezu gleicher Erlössituation für die Milch insgesamt jedoch geringer als in den Jahren 2007 und 2008. (pd)
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