Schwenningen/Lks. Dillingen - Rieswasserversorgung zeichnet Landwirte für Grundwasserschutz aus
Mit Zusatzprämien zeichnete die Rieswasserversorgung Landwirte aus, die in den Wasserschutzgebieten besonders grundwasserschonend wirtschaften. Von links: BBV-Kreisgeschäftsführer Eugen Bayer, Pflanzenbauberater Robert Knittel vom AELF Wertingen, Werkleiter Christof Lautner und Vizekreisobmann Albert Sporer mit Rieswasser-Vorsitzendem Wolfgang Kilian (rechts). Auf dem Bild fehlt Michael Bregel.
© Foto: Ammich
Während sich die Menschen in vielen Teilen der Welt ihr Trinkwasser aus
verschmutzten Brunnen und Gewässern schöpfen müssen, fließt hierzulande
sauberes Wasser aus den Hähnen. Das ist nicht zuletzt den Landwirten zu
danken, die sich in den Entnahmegebieten um eine grundwasserschonende
Wirtschaftsweise bemühen. Diese Leistung erkennt auch die Bayerische
Rieswasserversorgung an und honoriert sie mit ansehnlichen
Ausgleichszahlungen und Zusatzprämien.
In Schwenningen stand auch heuer
wieder die Auszeichnung von Landwirten an, die sich in den
Rieswasser-Schutzgebieten in besonderer Weise um den Grundwasserschutz
verdient gemacht haben. Wie der Harburger Bürgermeister Wolfgang Kilian
als Vorsitzender des Rieswasser-Zweckverbands erklärte, sind im
Verbandsbereich drei Wasserschutzgebiete in Blindheim, Schwenningen und
Steinheim mit einer Gesamtfläche von 750 ha ausgewiesen. Aus diesen
Schutzgebieten wird das Trinkwasser für 126 000 Menschen in Nordschwaben
und im angrenzenden Mittelfranken gefördert. Dem Zweckverband gehören
34 Kommunen mit insgesamt 122 versorgten Ortschaften an. Außerhalb des
Verbands beziehen weitere elf Kommunen ihr Trinkwasser von der
Rieswasserversorgung.
Dass sich der Nitratwert im Rieswasser von 24,6 mg
pro Liter im Jahr 1995 auf heute nurmehr 14,9 mg reduziert hat, sei
nicht zuletzt der Rahmenvereinbarung zu verdanken, den die
Rieswasserversorgung mit dem Dillinger Bauernverband abgeschlossen hat,
bestätigte Kilian. Demnach richtet sich die Höhe der Ausgleichszahlung
für die Landwirte, die in den Schutzgebieten Äcker und Wiesen
bewirtschaften, nach dem gemessenen Gehalt an Nitrat-Stickstoff im
Boden. Eine Besonderheit des Rahmenvertrags stellt die Staffelung der
Ausgleichszahlungen nach einem Bonus-Malus-System dar. Der Rahmenvertrag
umgreift mittlerweile 99 % der Schutzgebietsflächen.
Rieswasser-Werkleiter Christof Lautner bezifferte die Summe der bislang
an die Landwirte geleisteten Ausgleichszahlungen und der
Bodenprobenkosten auf rund zwei Millionen Euro. Schwenningens
Bürgermeister Reinhold Schilling räumte ein, dass die Wasserentnahme in
den drei Rieswasser-Schutzgebieten von den Landwirten anfangs kritisch
gesehen wurde.
Durch die freiwillige Rahmenvereinbarung sei die
Diskussion jedoch schnell befriedet worden. Schilling dankte der
Rieswasserversorgung, dass sie mit dem Kooperationsmodell einen
richtungsweisenden Weg eingeschlagen habe.
In einer Zeit, in der viele Umweltschützer mit dem Finger auf die
Landwirte zeigen, sei die Anerkennung der bäuerlichen Leistungen im
Grundwasserschutz nicht selbstverständlich, betonte der Dillinger
Vizekreisobmann Albert Sporer.
Der deutliche Rückgang der
Nitratbelastung im Rieswasser zeige, dass die Landwirte hier "einen
exzellenten Job machen". Schließlich liege es ja auch im Interesse der
bäuerlichen Finanzen, soviel an teurem Mineraldünger einzusparen wie
möglich. An der Rieswasser-Rahmenvereinbarung gefällt Sporer ganz
besonders, dass bei der Höhe der Ausgleichszahlungen die Ergebnisse
zählen. Wie die Landwirte diese erreichen, bleibe dagegen ihnen selbst
überlassen. Der Vertrag schränke also ihre Handlungsfä- higkeit nicht
durch enge Vorgaben ein. Die Zusatzprämien für diejenigen Landwirte, die
im Grundwasserschutz die besten Ergebnisse erzielen, sei ein weiterer
Anreiz, sich im Wasserschutz zu perfektionieren.
Mehr dazu im Wochenblatt 01/2012. (blw)