Pegnitz/Lks. Bayreuth - Fritz Kroder beim Landfrauentag in Pegnitz: Partnerschaft pflegen!
Mit Spezialitäten aus der Region dankten Kreisbäuerin Kathrin Lang (l.) und ihre Stellvertreterin Martina Meyer-Gollwitzer dem Referenten Fritz Kroder von der landwirtschaftlichen Familienberatungsstelle Ebermannstadt.
© Fotos: Fuchs
Wenn es in der Beziehung klappt, dann klappt es auch auf dem Hof. Auf diesen einfachen Nenner lassen sich die Ausführungen bringen, die Fritz Kroder von der landwirtschaftlichen Familienberatungsstelle Ebermannstadt zum Jahresthema der Landfrauen gemacht hat. "Am wichtigsten ist es, die richtige Balance zwischen Familie und Betrieb zu finden", sagte Kroder beim Pegnitzer Landfrauentag. Warum dies so schwer ist, liegt im bäuerlichem Umfeld auf der Hand: Auf den meisten Höfen lebt noch die klassische Großfamiliemit drei, manchmal vier Generationen zusammen. Doch damit nicht genug, auch räumlich sind Arbeit und Freizeit eng beieinander. Was also tun, damit sich alles vereinbaren lässt? Nach den Worten des Referenten sollten alle zunächst einmal miteinander reden. "Kommunikation ist ganz wichtig", sagte Kroder, der bis 1993 selbst einen Milchviehbetrieb geführt hatte und der sich seitdem unter dem Dach der Kirche um bäuerliche Familien in Schwierigkeiten kümmert. Für die Landfrauen hatte er ganz konkrete Hinweise parat: Vorwürfe, in denen die Worte "immer" oder "nie" vorkommen, seien echte Kommunikationskiller. Besser sei es, im Zuge einer Auseinandersetzung immer konkrete Situationen anzusprechen und möglichst wenig zu verallgemeinern. Wichtig seien auch aktives, also konzentriertes Zuhören und die Vermittlung von "Ich-Botschaften" anstatt von "Du-Botschaften", denn allgemeine Vorwürfe bringen in den meisten Fällen gar nichts. "Wenn sie in ihren Betrieb nichts mehr investieren, dann läuft er aus, ähnlich ist es in der Partnerschaft", sagte Kroder. Er appellierte deshalb an die Landfrauen, sich Toleranz und Akzeptanz gegenüber dem Partner ganz groß auf die Fahnen zu schreiben. Gemeinsame positive Erlebnisse seien wichtig, genauso wie Wertschätzung gegenüber dem Partner anstatt dauernder Kritik. Allerdings sollten auch Probleme nicht einfach so heruntergeschluckt werden. Ein fairer Streit könne durchaus auch konstruktiv sein und etwas Positives bewirken. Zuvor hatte Kreisbäuerin Katrin Lang eine hervorragende Bilanz über den bisherigen Verlauf der Verbandswahlen gezogen. Die Wahlen in allen 180 Ortsverbänden des Landkreises seien harmonisch verlaufen. Obwohl es immer schwieriger werde, jemanden für das Ehrenamt zu finden, habe es einen Wechsel von rund 20 Prozent bei den Ortsbäuerinnen und Ortsobmännern gegeben. Die jüngste Ortsbäuerin im Landkreis Bayreuth sei 25 Jahre jung, die älteste 85. Sehr gute Perspektiven für die Zukunft der Landwirte in Oberfranken sah die Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer. "Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass die Bauern irgendwann für die Energiegewinnung zuständig sein könnten", sagte sie. Damit habe die Landwirtschaft eine hervorragende Ausgangsposition, denn die Möglichkeiten seien so vielfältig wie selten zuvor. Landrat Hermann Hübner bedankte sich bei den Landfrauen für ihre großartige Leistung in einem Beruf, der ganz besonders herausfordert, auch wenn das von der Öffentlichkeit nicht immer so gesehen werde. Die Arbeit der Landfrauen sei nicht hoch genug einzuschätzen, so auch Bürgermeister Hans Böhmer, der den Landfrauen vor allem Gesundheit und Glück in den Betrieben wünschte.
Stephan Herbert Fuchs