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[ » BLW » Content » Nachw. Rohstoffe » Holz » Bauernwald ]
Donnerstag, 17.05.2012
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Holz | 16.01.2012 Redaktion BLW

Bauernwald rentabel bewirtschaften

Münster/Westfalen - Gute Holzpreise und Verwertungsalternativen, zum Beispiel als Standort für eine Windenergieanlage, steigern den Wert des Waldes als Wirtschaftsfaktor.
siepmannH  / pixelio.de
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siepmannH / pixelio.de
Fichtenbetriebe konnten im Durchschnitt der letzten zehn Jahre 225 Euro/fm erwirtschaften, die Kieferbetriebe noch 55 Euro/fm. Im Jahr 2001 konnten im Vergleich dazu nur 9 Euro/fm erzielt werden. Dies zeigt, dass auf dem Holzmarkt derzeit von einen guten Konjunktur gesprochen werden kann. Waldbauern sollten diese Chance ergreifen, so der Grundtenor  auf der DLG-Wintertagung. Denn man kann nicht voraussagen, wie lange die aktuelle Hochpreisphase anhält. So können die Auswirkungen beispielsweise von schweren Stürmen und Orkanen plötzlich große Mengen Holz auf den Markt werfen und damit den Holzpreis drücken. Auch eine konjunkturelle Abkühlung könnte die Nachfrage nach Rohholz aus dem heimischen Wald sinken lassen.
Bauernwald rentabel nutzen heißt also, so viel Holz zu nutzen, wie nachhaltig möglich ist. Das bedeutet, den Nachhaltshiebssatz auch auszuschöpfen. Wie hoch dieser ist, lässt sich durch eine Forsteinrichtung, von einem Forstsachverständigen oder durch eine gute Beratung des örtlichen Försters ermitteln. „Es ist absolut nicht nachzuvollziehen, warum der Wald nicht in dem Maße genutzt wird, wie es seinem Potenzial entspricht und damit Geld einfach ungenutzt im Wald belassen wird“, so der Fachgebietsleiter Forstwirtschaft und Bioenergie bei der DLG, Dr. Frank Setzer. Er gab hierzu ein Rechenbeispiel: Wird der Hiebssatz 8 fm/ha nicht ausgeschöpft und stattdessen nur 5 fm/ha genutzt, bleiben demnach 3 fm pro Hektar und Jahr im Wald mit der Folge, dass bei einem durchschnittlichen Nettoerlös von 40 Euro/fm jährlich 120 Euro im Wald verbleiben. Und zwar pro Hektar. Der unternehmerisch denkende Waldbesitzer werde deshalb die Hiebsmenge, die sein Wald hergibt, auch nutzen.
In zunehmendem Maße ist es für Waldbesitzer auch interessant, nicht nur Rohholz als Sägeholz oder Industrieholz anzubieten, sondern auch über die Produktion von Waldhackschnitzeln oder sogenanntes „Automatenholz“ nachzudenken. Statt Kronenrestholz im Wald zu belassen oder Industrieholz zu einem schlechten Preis zu verkaufen, sollte überlegt werden, ob nicht dieses Holz gehackt und an ein örtliches Biomassewerk verkauft oder gar die eigene Hofstelle beheizt wird. Bernhard Breitsameter von der Waldbesitzervereinigung Aichach stellte in seiner Kalkulation vor, dass bei einem Brusthöhendurchmesser des zu hackenden Materials von 12 cm mit Herstellkosten von ca. 12 Euro pro Schüttraummeter zu rechnen ist. Umgerechnet bedeutet dies einen Nettoerlös von ca. 30 Euro pro Tonne trockener Hackschnitzel. Wichtig ist aber bei der Vermarktung der Hackschnitzel, so Breitsameter, dass die Lieferverträge vorab zwischen Käufer und Verkäufer verhandelt und klare, nachvollziehbare Qualitätskriterien vereinbart werden. Sonst gibt es bei der Abnahme möglicherweise ein böses Erwachen, wenn an der Waage plötzlich Wertabschläge aufgrund der vermeintlich schlechten Qualität erfolgen.
Die Praxis zeigt, dass viele Waldbesitzer immer noch zu gutgläubig sind und sich auf vage Versprechen der Käufer verlassen. Breitsameter rät deshalb den Waldbesitzern, unbedingt vorab die Qualität und den Wassergehalt zu fixieren.
Rechtsanwalt Albrecht Wrede aus Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) ging in seinem Vortrag auf das derzeit sehr aktuelle Thema „Windräder im Wald“ ein. Die Zuhörer waren quasi elektrisiert von der Vorstellung, pro Windrad jährlich eine Pacht von rund 25.000 Euro zu erzielen, und zwar über 20 Jahre. „Doch so einfach ist das nicht“, schränkt Wrede gleich zu Beginn ein. „Die Raumordnungsverfahren für Windvorranggebiete sind sehr komplex, und vielfach verhindern die Politiker eine gute Lösung“. Er empfiehlt deshalb, Windenergieprojekte möglichst mit Bürgerbeteiligungen durchzuführen, um den Widerstand in der Gemeinde nicht aufkommen zu lassen und die Bürgerinnen und die Bürger an den Gewinnen mit zu beteiligen. Durch Kooperationsmodelle können vielfach Projekte realisiert werden, die einem einzelkämpfenden Land- oder Forstwirt nicht möglich wären. (pd)
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