Egg/Vorarlberg - Holzfällung zeigt Leistungsfähigkeit des Vorarlberger Waldverbandes.
Bei einer spektakulären Holzfällung demonstrierte der Vorarlberger Waldverband zusammen mit den fünf beteiligten Waldbesitzern, dem Waldaufseher und dem Förster seine Leistungsfähigkeit.
Anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums des Vorarlberger Waldverbandes wurde bei einer spektakulären Holzfällung an der Bregenzerwaldstraße die im Laufe der Jahre erworbene Leistungsfähigkeit hinsichtlich Waldbewirtschaftung und Vermarktung demonstriert. Der Vorarlberger Waldbesitz ist überwiegend sehr kleinstrukturiert. Über 700 Mitglieder des Waldverbandes repräsentieren eine Waldfläche von 35 000 ha. Etwa 10 000 Kleinwaldbesitzer teilen sich zwei Drittel der Vorarlberger Waldfläche. Da die Bewirtschaftung dieser Kleinparzellen mit einem erhöhten Aufwand verbunden ist, setzen genau hier die Serviceleistungen des Waldverbandes an. In Kombination mit den Beratungsleistungen der Landeswaldaufseher können auch diese Waldflächen effizient bewirtschaftet werden. Damals war die Gründung des Waldverbandes durchaus umstritten. Die Kleinstrukturiertheit und die Schwierigkeit, als kleiner Waldbesitzer am Holzmarkt die besten Preise zu erzielen, hat den Ausschlag gegeben. Heute ist der Waldverband mit rund 55 000 fm Vermarktungsmenge der größte Rundholz-Anbieter im Land. "Wir setzen auf Regionalität", unterstreicht Obmann Josef Moosbrugger. Davon profitieren die Sägewerke, weil sie von einem einzigen Anbieter genau die Sortimente beziehen können, die für ihren Betrieb passen. Die Waldbesitzer kommen zu bestmöglicher Wertschöpfung. In den letzten Jahren wurde auch die Kooperation mit dem Maschinenring Service gesucht, damit möglichst viel Menge gebündelt werden kann. Zudem sei es eine erfreuliche Entwicklung, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Landeswaldaufsehern als Ansprechpartnern vor Ort mit dem Waldverband sehr gut entwickelt hat. "Die Koordination bzw. Abstimmung mit der Vermarktung schon vor der Schlägerung des Holzes ist notwendig, damit alles Hand in Hand geht", so Moosbrugger. Der Obmann ist überzeugt, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Wenn Holznutzung dann stattfindet, wenn sie auch wirtschaftlich ist, könne sicher noch etwas mehr Potenzial genutzt und die Attraktivität erhöht werden. Obwohl der Waldverband nur als Vermarkter auftritt, gehört es auch zu seinen Stärken, Leute vor Ort zu finden, die als bäuerliche Unternehmer damit zu Aufträgen kommen. Positiv ist die enge Zusammenarbeit zwischen Landesforstdienst, Bezirkshauptmannschaft Bregenz, Forstabteilung und Waldverband. Der Waldverband übernimmt den Part der Umsetzung für die Waldbesitzer und ist auch Antragsteller gegenüber der Behörde bezüglich Straßensperren. An der Landesstraße 200, die von Dornbirn in den Bregenzerwald führt, werden ca. 400 fm Holz geschlägert. Vermarktet wird an regionale Abnehmer, Sägewerke und Holzkäufer. Dazu kommt relativ viel Hackmaterial, das aus den Ästen gewonnen und an regionale Heizwerke geliefert wird.
Der Objektschutzwald in der Parzelle Egg-Melisau wies vor der Fällung ein hohes Gefährdungspotenzial für die stark frequentierte Bregenzerwaldstraße auf: sehr starkes Holz und auch schon zur Straße geneigte Stämme. Ursache der teilweise abgestorbenen oder geschädigten Stämme bei Ulme und Esche ist Pilzbefall. Neben Baumstürzen sind auch Steinschläge eine Gefahrenquelle. Besondere Herausforderung für die Holzarbeiter war das steile Gelände und der teilweise gefrorene bzw. rutschige Boden. Die Fällung wurde an fünf Tagen auf einer Länge von 300 bis 400 m durchgeführt; jeweils morgens und abends musste diese wichtige Verkehrsader wieder frei sein. "Das Schutzwaldgebiet gehört fünf Waldbesitzern, die alle mit Engagement dabei sind, damit die Aktion sauber über die Bühne geht", erklärten Waldaufseher Rafael Fetz, Egg, und Förster Christian Natter von der Bezirkshauptmannschaft Bregenz. Einen großen Gewinn durch die Holzvermarktung haben die Besitzer bei dieser Aktion nicht, Priorität ist die allgemeine Sicherheit. Etwa 350 fm wurden für die Fällung ausgezeigt, trotzdem ist die Waldfunktion in Zukunft weiterhin gegeben. Das Ziel der Holzauszeige ist die Verjüngung des Waldes; je stammzahlreicher er ist, desto höher ist die Sicherheit gegenüber Steinschlag und Baumstürzen. Die Bringung erfolgte nur durch Bodenzug, nicht mit Seilkran.
Anette Gerhold