Donnerstag, 17.05.2012
2011 wurden drei Prozent der Weltackerfläche für Biokraftstoffe genutzt
Berlin - Insgesamt wurden 2011 weltweit 3% oder rund 45 Mio. ha Ackerfläche für den Anbau von Energiepflanzen wie Getreide, Ölpflanzen und Zuckerrohr/Zuckerrüben genutzt. Das geht aus Schätzungen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor.
Zudem wird ein hoher Anteil pflanzlicher Nebenprodukte (Getreide: circa 40% Schlempe, Raps: circa 60% Schrot), die während der Biokraftstofferzeugung entstehen, als Futtermittel verwendet, wodurch die Netto-Inanspruchnahme von Flächen für Energiezwecke deutlich kleiner ausfalle, erklärte der DBV. Prognosen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) über die Erzeugung von Bioethanol und Biodiesel für das Jahr 2020 weisen eine weltweite Flächeninanspruchnahme von 60 bis 70 Mio. ha aus.
Der Grund dafür liege in einer vermehrten Verwendung von Pflanzenölen, Zucker und anderen Biomassestoffen. Nicht Getreide, sondern Pflanzenöle und Zucker wären demnach die Wachstumsträger auf den Biokraftstoffmärkten.
Nach ersten Berechnungen des
DBV entfielen von der globalen Biokraftstofferzeugung (Bioethanol und Biodiesel) des vergangenen Jahres 42% auf die USA und 24% auf Brasilien. In der EU lag der Anteil bei 14% und in China bei 7%. Vom Weltgetreideverbrauch wurden 2011 laut
DBV rund 150 Mio. t oder knapp 7% für Biokraftstoffe genutzt. Vom globalen Pflanzenölvorkommen würden derzeit etwa 10% (EU 35%) in der Biodieselherstellung verwendet. Bei Zucker dienten knapp 30% der Welterzeugung der Ethanolherstellung, wobei es sich zu 98% um Rohrzucker handle.
Nahrungsmittel- und Energie-Märkte hängen eng zusammen, schlussfolgerte der DBV. Der Ausbau der Bioenergie beziehungsweise der nachwachsenden Rohstoffe biete den Landwirten alternative Vermarktungschancen. Die Preise am Energiemarkt bildeten letztlich die Preisuntergrenze für landwirtschaftliche Produkte. Bewegten sich jedoch die Lebensmittelpreise - wie zurzeit - oberhalb des energetischen Wertes der Produkte, geht die wirtschaftliche Attraktivität der bioenergetischen Verwertung zurück. Auch die Bioenergieerzeugung sei empfindlich gegenüber volatilen Rohstoffpreisen. (aiz)
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