Donnerstag, 17.05.2012
Bodenfruchtbarkeit erhalten Schadstoffe vermeiden
Landshur/Schönbrunn - Keiner hat je ausgelernt, dazulernen kann jeder das könnte wohl das Motto sein für die alljährliche Schulungswoche für die bayerischen Gutsverwalter.
Die bayerischen Gutsverwalter treffen sich einmal jährlich zum Lehrgang am Agrarbildungszentrum Schönbrunn in Landshut.
© Foto: Piller
Die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft organisiert das Seminar im Agrarbildungszentrum in Landshut-Schönbrunn gemeinsam mit der dort angesiedelten Landmaschinenschule. Einer der Referenten hatte einen ganz kurzen Weg: Johann Schneck, der Leiter der Fachschule für Agrarwirtschaft musste nur von einem Gebäude ins nächste wechseln.
Sonst unterrichtet Schneck junge bayerische Landwirte, die den Weg in den ökologischen Landbau gewählt haben, den Gutsverwaltern stellte er sein Fachwissen zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit zur Verfügung. Bodenfruchtbarkeit wirkt sich im konventionellen Landbau (noch) nicht unmittelbar auf die Erträge aus anders als bei den Ökobauern können herkömmlich wirtschaftende Landwirte mit Mineraldünger manches im Boden verborgene Problem ausgleichen. Doch auch sie verschenken damit einen Teil des natürlich vorhandenen Ertragsvermögens. Und so hatte Schneck im Lehrsaal keine Mühe, Aufmerksamkeit für seine Tipps zu finden. Vom Auto aus könne er die Strukturschäden in den Wintergerstenfeldern sehen, sagte Schneck. Und zwar viel zu oft. Dass die Wintergerste das zeigt, ist kein Wunder: Unter allen Getreidearten hat sie das am schwächsten ausgebildete Wurzelwerk. Gerade die Pflanzen mit schwachem Wurzelwerk können nicht das ganze Bodenpotenzial nutzen. Zum Beispiel bleibt manches Phosphat dann unerreichbar. Wer das Gerstenbild überprüfen möchte, sollte seinen Blick auf die Senf-Zwischenfrucht werfen. Der Senf gilt laut Schneck als besonders guter Anzeiger für Bodenverdichtungen. Um das Bild eines Bodens weiter zu verfeinern, helfen natürlich auch die Spatendiagnose (bei feuchtem Boden), eine Bodensonde und selbstverständlich Bodenproben. Die Diagnose ergänzt zudem der Blick auf die Wurzelformen, aber auch auf die Bodengefüge (ob krümelig, bröckelig oder plattig). Dann kommen Geruch und Farbe und natürlich der Besatz mit Regenwürmern noch ins Spiel. Übrigens: Ein aktives Bodenleben baut eher Humus ab und braucht damit natürlich Nachschub an organischer Masse.
LfL-Merkblatt zu Holzasche als Dünger
Ein ganz anderes Spannungsfeld erklärte Christa Müller von der LfL in Freising. Sie untersucht Düngemittel auf ihre Belastung mit Schadstoffen. Mineraldünger gelten als möglicher Eintragspfad für Schwermetalle. Während Stickstoff-, Kali- und Kalkdünger aber unproblematisch sind, müssen Phosphatdünger kritisch betrachtet werden. Je nach Herkunft können sie Cadmium oder Uran mitbringen. Die deutsche Düngemittelverordnung hat einen Grenzwert von 50 mg Cadmium/kg P
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. Damit sind nur geringe Frachten möglich. Aber dieser Grenzwert gilt nicht für EU-Düngemittel und laut Müller kommen etwa 90 Prozent der Phosphatdünger aus dem Import. Also: Augen auf! Das gilt übrigens auch für
Dünger aus Holzasche. Denn je nach pH-Wert können Bäume Schwermetalle aus dem Boden aufnehmen. Prinzipiell gilt: Je feiner die Asche, umso bedenklicher ist ihr Einsatz. Unter www.lfl.bayern.de/iab/boden/36526 gibt es ein Merkblatt für den Umgang mit Holzasche als Düngemittel.
WoP
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