Donnerstag, 17.05.2012
Da sein, wenn man gebraucht wird
Lengdorf/Lks. Erding - Prof. Helmut Zöpfl referierte beim Erdinger Landfrauentag.
Bedankten sich bei (Mitte) Prof. Helmut Zöpfl für dessen Vortrag: (v. l.) Fachberaterin Gabriele Borst, stellvertretende Kreisbäuerin Irmgard Kirmair, Kreisbäuerin Elisabeth Mayr und BBV-Geschäftsführer Gerhard Stock.
© Foto: Gebendorfer
"Heute ist unser Festtag der Landfrauentag", erklärte Kreisbäuerin Elisabeth Mayr bei der Begrüßung der Gäste im Menzinger Saal, der sehr gut gefüllt war. Traditionell ging dem Nachmittag ein Gottesdienst voraus, zelebriert von Pfarrer Richard Greul. "Damit wollen wir dem Herrgott Dank sagen und ihn um Kraft für die Aufgaben in der Familie und im Betrieb bitten", betonte die Erdinger Kreisbäuerin. Angesichts der Verbandswahlen ließ sie die herausragenden Ereignisse der vergangenen fünf Jahre Revue passieren. Dazu zählte sie die Landfrauentage, Aktionen auf den Bauernmärkten, Unterschriftenaktionen, Spenden für den Bäuerlichen Hilfsdienst, Kindertage auf dem Bauernhof sowie Tag der Frau und der Junggebliebenen und bedankte sich an dieser Stelle bei allen Kolleginnen für ihre Mithilfe. Bundestagsabgeordneter Dr. Max Lehmer begrüßte den Landfrauentag als wertvolle Einrichtung zum gemeinsamen Austausch sowie zur Beleuchtung eines aktuellen Themas. Er war im Hinblick auf Nahrungsmittel- und Energieproduktion sowie Biodiversität überzeugt, dass die Landwirtschaft Zukunft hat. Darüber hinaus lobte er die Leistungen der Bäuerinnen und Bauern zur Erhaltung der Lebensqualität auf dem Land. "Sie sind zwar zu einer Minderheit zusammengeschrumpft, doch das spiegelt nicht wider, was der ländliche Raum bedeutet", stellte er klar und forderte die Zuhörer auf, zusammenzuhalten und einheitlich aufzutreten. Dank sagte den Bäuerinnen auch Landrat Martin Bayerstorfer. "Was wäre ein Leben in den Dörfern ohne Landfrauen; Sie führen federführend durchs Jahr und begleiten es mit verschiedenen Veranstaltungen", so Bayerstorfer, der zudem die gesellschaftspolitischen Leistungen und die Leistungen in den Familien hinzufügte. "Sie sind das Rückgrat", stellte er fest.
"Landfrauen sind Top-Frauen"
"Landfrauen sind Top-Frauen", stimmte auch Bürgermeisterin Gerlinde Sigl zu mit Blick auf die vielfältigen Aufgaben, die diese im Alltag das ganze Jahr über bewältigen. Dafür sei es nötig, verschiedene Kraftquellen zu nutzen. "Heute ist eine gute Gelegenheit, Kraft zu tanken sowie Impulse und Informationen mit nach Hause zu nehmen", bemerkte sie. "Von innen gestärkt für Neues offen" war das Vortrags-Motto des Pädagogen und Mundartdichters Prof. Helmut Zöpfl. "Landfrauen haben einen gesunden Menschenverstand, den sie auch gekonnt einsetzen", meinte Zöpfl anerkennend mit der Bitte an diese, weitere Zeichen zu setzen. Er forderte dazu auf, mit dem Herzen zu sehen und die wichtigen Dinge im Leben in den Mittelpunkt zu stellen. In diesem Zusammenhang lautete seine zentrale Botschaft: "Wir sollten da sein, wenn wir gebraucht werden." Die Landfrauen lebten das permanent vor und würden somit ein lebendiges Zeugnis geben. Zudem war ihm die Ehrfurcht vor dem Leben, der Umwelt und Gott, Redlichkeit und Verlässlichkeit sowie Tapferkeit wichtig. "Machen Sie ruhig den Mund auf und machen Sie auch mal nicht den Zeitgeist mit", so der Referent, der sich dafür aussprach, Neuem zwar offen, aber sehr kritisch gegenüberzustehen. Der Landfrauenchor gestaltete sowohl den Gottesdienst als auch den Nachmittag mit traditionellem Liedgut mit. Darüber hinaus klang der Tag politisch, hintergründig und engagiert mit dem Kabarett "Rotstift" mit einem humorvollem Programm aus.
Helga Gebendorfer
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