• nachrichten
  • themen
  • mediathek
  • community
  • WETTER

  • MÄRKTE & PREISE

  • BRANCHENBUCH

  • APPS

  • SHOP

  • WEITERE
    • Termine

    • Lexikon

    • Jobportal

    • Unternehmensporträt

    • Prospekt-Center

    • dlv-Agrarmedien

    • Mediadaten

Land und Forst Home
Bitte warten
  • Suche
  • Quickfinder
  • Login
  • Registrieren
  • Newsletter
Bitte anmelden.
Bitte richten Sie Ihr Benutzerkonto unten stehend ein.
Wählen Sie bitte unten stehend aus unserem Newsletterangebot.

Für die eingegebene Quickfinder Nummer konnte kein Ergebnis gefunden werden.

Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein.

Der Suchbegriff sollte mindestens 3 Zeichen beinhalten.

Sie wurden erfolgreich abgemeldet.

Bitte füllen Sie alle Felder aus.



Passwort vergessen


Falls Sie noch nicht für agrarheute.com registriert sind klicken Sie hier.

  • Startseite

  • Aus den Regionen

  • Agrarpolitik

  • Pflanzenbau

    • Sonderthemen

    • Körnerleguminosen

    • Düngung

    • Sonderkulturen

    • Grünland

    • Zwischenfrüchte

    • Zuckerrüben

    • Kartoffeln

    • Raps

    • Mais

    • Getreide

  • Tierhaltung

  • Forst

  • Technik

  • Energie

  • Management

  • Märkte

  • Landleben

  • Jungle

  • Aktuelles Heft

  • Bildergalerien

  • Kleinanzeigen

  • Termine

  • Abo

  • Probelesen

  • Das Team

  • Mediadaten

[ » LAND & Forst » Content » Pflanzenbau » Getreide » Detmolder Ernegespräche ]
Donnerstag, 17.05.2012
« zurück Probeabo
Getreide | 29.09.2011

Getreidequalitäten streuen regional

Die Getreideernte 2011 ist nach vielen Regenunterbrechungen im Juli und August auch im Norden der Republik zum Abschluss gekommen. Oft stand das Getreide im Wasser, was ein Befahren der Flächen verminderte. Die witterungsbedingten Ernteverluste reichten hier wegen nicht Erntbarkeit bis zum Totalausfall. Auswuchs und Qualitätseinbußen hatten zur Folge, dass oft nur noch Futtergetreide geborgen werden konnte.

 
Getreidequalitäten streuen regional
Bild vergrößern
Getreidequalitäten streuen regional
Aus diesem Grund ist es von großem Interesse, wie die Getreide- und Mehlqualitäten dieser Ernte bundesweit beurteilt werden. Eine erste Orientierung gibt hierzu immer das Detmolder Erntegespräch, welches von der AG zur Getreideforschung in Zusammenarbeit mit dem Max-Rubner-Institut (MRI) durchgeführt wird.

Weizen- und Roggenernte 2011 - Ergebnisse und Erfahrungen aus der Landwirtschaft
 
 
Die Getreideernte der Bundesrepublik Deutschland wird 2011 insgesamt 41,3 Mio. t (einschließlich Körnermais) erreichen. Damit wird das Ergebnis des Vorjahres (44,0 Mio. t) und zum Fünfjahresmittel (45,6 Mio. t) um 6 bzw. 9 % unterschritten. Der Anbau von Getreide wurde nach den vorläufigen Flächenschätzungen um ca. 80.000 ha reduziert. Im Vergleich zum Fünfjahresmittel ist dies ein Rückgang um -3,8. Dieser Rückgang ging insbesondere zu Lasten der Wintergerstenfläche (-16,2 %), der Sommergerstenfläche (-10,3 %) und der Haferfläche (-15,2 %). Auch die Roggenfläche verringerte sich um 7,7 % (-51.300 ha). Dagegen nahm die Winterweizenfläche um 2,2 (+67.593 ha) zu. Nach Schätzungen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in Gülzow betrug die Fläche für Biogaspflanzen 2011 ca. 800.000 ha, das waren 150.000 ha mehr als 2010.
 
Alle anderen Nachwachsenden Rohstoffflächen blieben konstant. Für alle Getreidearten waren die Wachstumsbedingungen, beginnend von der Aussaat bis zur Ernte ungünstig. So verzögerte die späte und nasse Ernte 2010 bereits die Herbstaussaaten wegen der meist schlechten Bodenbedingungen. Ein trockener, aber zu kalter Oktober bremste die Jugendentwicklung, sodass viele Bestände, oft nur unzureichend entwickelt, bereits Ende November mit Schnee bedeckt in den Winter gingen. Auswinterungsschäden traten nur vereinzelt auf. Die Monate März, April und Mai waren zu warm und zu trocken. Hier zeigten sich auf wenig speicherfähigen Böden Trockenschäden. Auf Sandböden führten diese z.T. bis zum Totalausfall, während auf den guten, speicherfähigen Böden die Bestandesdichte um ca. 100 Ähren/M2 reduziert wurde.
 
Der Befall mit Blattkrankheiten war in dieser Zeit sehr gering. Erst im Juni und Juli fielen überdurchschnittliche Niederschläge, die aber die Trockenschäden nicht mehr ausgleichen konnten. Die Niederschläge im Juli und August hatten insbesondere in den dünnen Beständen eine Spätverunkrautung sowie Zwiewuchs zur Folge und behinderten z. T. sehr stark die Erntearbeiten. So regnete es in Thüringen im Monat Juli an 10 bis 13 Tagen und im August an 8 bis 13 Tagen. Noch stärker beeinträchtigten die Niederschläge die Ernte in Norddeutschland. Hier stand das Getreide vielerorts oft im Wasser, was ein Befahren der Flächen verminderte. Die witterungsbedingten Ernteverluste reichten hier wegen nicht Erntbarkeit bis zum Totalausfall. Auswuchs und Qualitätseinbußen hatten zur Folge, dass oft nur noch Futtergetreide geborgen werden konnte.
 
Bei allen Getreidearten, außer Sommergerste, wurden nur unterdurchschnittliche Erträge erzielt. Nach ersten Schätzungen beträgt der mittlere Getreideertrag (inkl. Körnermais) für Deutschland 63,4 dt/ha, das sind 5 % weniger als 2010 und 6 % weniger als im Fünfjahresmittel (67,4 dt/ha). Winterweizen brachte im Mittel der Bundesrepublik (Stand 01.09.2011) mit 70,5 dt/ha noch den höchsten Flächenertrag und mit 22,5 Mio. t die höchste Erntemenge. Winterweizen konnte insbesondere auf Böden mit großem Wasserhaltevermögen die Niederschlagsüberschüsse des Vorjahres und des Winters nutzen. Da Winterroggen hauptsächlich auf leichten Böden mit einem geringen Wasserspeichervermögen stand, wirkte sich die Frühjahrstrockenheit besonders negativ auf dessen Wachstum aus. Der Winterroggenertrag (einschließlich Wintermengengetreide) wird auf 40,4 dt/ha geschätzt, das sind 13 % weniger als 2010. In Verbindung mit einem Flächenrückgang um 2 % sank die Erntemenge von Roggen auf 2,48 Mio. t. Das waren 15 weniger als 2010 und 24 % weniger als im Mittel 2006 bis 2010.
 
Martin Farack, Dornburg
 
 
Weizen- und Roggenqualität 2011 - erste Erfahrungen aus Mühlen- und Handelsmustern
 
Die heimischen Weizen- und Roggenbestände sind teilweise durch deutlich geringere Kornerträge gekennzeichnet, aufgrund der ungewöhnlichen Witterungsbedingungen in der vergangenen Vegetationsperiode 2010/11. Bei Roggen sind die diesjährigen Erntemengen im Vorjahresvergleich nach der vorläufigen Erhebung der BEE um fast 15 % gesunken, dagegen bei Weizen um fast 4 %. Insbesondere im Roggen-Haupterzeugerland Brandenburg sind Ertrag und Menge um ca. 28 % bzw. 29 % gemindert. Zu den Fünf¬Jahresmittelwerten beträgt der Mengenrückgang bei Roggen in Brandenburg 2011 ca. 33%. Gegenüber dem bundesweiten Durchschnitt sind die Roggenmengen um ca. 25 zurückgegangen. Der vorläufig geschätzte Brotroggenanteil liegt bundesweit bei ca. 50 %. Im Unterschied hierzu sind die Werte bei Weizen im bundesdurchschnitt weniger drastisch verändert: vornehmlich ertragsbedingt leichte Minderungen um ca. 4 %. Durch erschwerte Aussaatbedingungen im Herbst, den verbreitet frostig-kalten Winter, die ausgeprägte Vorsommertrockenheit ist Getreide langsamer gewachsen als sonst. Selbst von dem späten Regen im Sommer konnte Brotgetreide nur teilweise profitieren, zumal die Witterung verbreitet unbeständig und nass-kalt war. Im Norden und Nord-Osten der Bundesrepublik und in traditionellen Spätdruschgebieten hat die wechselhafte und kühle Witterung ab Juni die Abreife und Ernte besonders lange aufgehalten.
 
Trotz der Niederschläge hat sich die Qualität lange Zeit stabil halten können. Die kurzen Hitzeperioden, die oft durch hefige lokale Gewitter beendet wurden, reichten meist für eine gleichmäßige Kornreifung bis zur Ernte nicht aus. So wird bei Weizen vielerorts über hohe Proteingehalte berichtet, anderenorts über sehr niedrige. Ähnlich schwankend soll die Stärkebeschaffenheit bei vielen Getreidepartien sein, die mit dem Merkmal Schrot-Fallzahl beschrieben wird. Schwache und zudem stark streuende Erntequalitäten ziehen die Nachfrage nach gehobenen Qualitäten seitens der Mühlen und Bäckereien nach sich. Demzufolge ist der Bedarf an differenzierten Qualitätsinformationen zur inländischen Brotgetreideernte auch in diesem Jahr wieder hoch.
 
Das MRI am Standort Detmold (Institut für Sicherheit und Qualität bei Getreide) erarbeitet alljährlich zur Ernte umfassende Informationen über sortenreine Korn-, Mahl- und Backqualitäten. Hierzu stellen Mühlen und Mühlenlieferanten heimische Ernteproben zur Verfügung. Die Ergebnisse werden sowohl den Einsendern zur ersten Orientierung mitgeteilt, als auch in allgemeiner Form aufbereitet, um den alljährlichen Wechsel der Mahl- und Backeigenschaften vorzustellen. Somit liegt zu einem denkbar frühen Zeitpunkt nach der Ernte eine aktuelle Übersicht zur Brotgetreidequalität vor, sowohl aus dem konventionellen, als auch dem ökologischen Anbau. Wenige Wochen später wird das Gesamtbild der Deutschen Getreidequalität 2011 durch die statistisch abgesicherte „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung" (BEE) abgerundet. Grundsätzlich senden die Mühlen und Mühlenlieferanten überwiegend vorselektierte Proben an Roggen, Weizen und Dinkel ein. Entsprechend basiert dieser
 
Teil der Erhebung meist auf mühlengeeignetes, verfügbares Brotgetreide der heimischen Ernte. Durch witterungsbedingte Verzögerungen sind 2011 viele Ernteproben verspätet eingetroffen. Die frühen Proben stammen aus den weniger benachteiligten Anbaugebieten in West- und Süddeutschland. Auch die späten Probeneingänge sind mittlerweile zu einem großen Teil analysiert, so dass sich bis auf die Späterntepartien das vorläufige Qualitätsbild vervollständigt hat. Die Qualität der untersuchten Roggenmuster zeichnet im diesem Jahr einerseits ein positives Bild. Dies kommt in den günstigen Werten im Hektoliter-Gewicht und Schmachtkornanteil, in niedrigen Anteilen an Auswuchs und Mutterkorn zum Ausdruck.
 
Der Korn-Mineralstoffgehalt und die Roggenmehlausbeute der Type 997 ähneln im Mittel weitgehend den Vorjahreswerten, ebenso der mittlere Proteingehalt. Andererseits verdeutlichen die Merkmale der Stärkequalität bereits leichte Schwächen zum Vorerntejahr. Die hohen Schwankungen bis in den negativen Qualitätsbereich hinein zeigen, dass teilweise auch nicht-mühlenfähiger Roggen (Futterqualität) eingesandt wurde. Auch sonst tendieren die Roggenfallzahlen zu schwächeren Qualitäten, ebenso die Amylogrammwerte. Insgesamt gesehen steht die Stärkebeschaffenheit der meisten Mühlenmuster aber für eine gute Backfähigkeit des Roggens. Die Qualitätswerte der Weizenproben aus dem konventionellen Anbau übertreffen infolge der guten Kornausbildung (langen Kornfüllphase) die fünf-Jahresmittelwerte bei mahltechnisch günstigen Hektolitergewichten und Kornmineralstoffgehalten.
 
Als jahrgangstypisch ist zu werten, dass die Mineralstoffe ein gegenüber den Vorjahren anderes Verteilungsmuster im Weizenkorn aufweisen. So zeigen mahltechnische Kennzahlen des Weizens eine überragende Mahlfähigkeit, bei auffällig niedrigen Mineralstoffgehalten insbesondere der aleuronreichen Mehle. Die Durchschnittswerte der Mehlausbeuten der Hauptmehltype 550 übertreffen somit deutlich die Mittelwerte der letzen fünf Jahre. Die diesjährig hohen Wasseraufnahmen sind weder in den geringeren Protein- und Schrotklebergehalten begründet, noch in den Schrotkleber-Eigenschaften, die im Vergleich zum Vorjahr unauffällig sind. Für die hohe Wasseraufnahme der Mehltype 550 wurden zwei andere Eigenschaften auffällig: So ist dafür einerseits der erhöhte Anteil des äußeren Endosperms ausschlaggebend, der bekanntlich kein Kleberprotein enthält, dafür aber wasserbindende Nicht-Stärke-Kohlenhydrate (NSK). Somit entsteht infolge der höheren Anteile an enzymreichen Randzonen ein Verdünnungseffekt auf die Menge und Qualität des Klebers im Mehl und das Teigsystem wird geschwächt. Andererseits ist als Folge der langsamen Kornabreife die mechanische Stärkebeschädigung durch die Vermahlung höher als in den Vorjahren. Dadurch wird die Wasseraufnahme der Mehle ebenfalls beträchtlich gesteigert. Somit dürfte zur Sicherung des Backpotenzials das Mahlverfahren an die Erfordernisse anzupassen sein, insbesondere wenn hohe Mehlausbeuten angestrebt werden. Hier kommt es auch darauf an, zur Vermeidung der mechanischen Stärkebeschädigung griffigere Mehle herzustellen. Auf diese Weise bleibt das in der Weizensorte verankerte rheologische Optimum der Teige unbeeinträchtigt und ebenso das für die Lockerung und Volumenbildung der Gebäcke erforderliche Gashaltevermögen.
 
Die bisher untersuchten Bio-Weizen erreichen in diesem Jahr eine ähnlich gute Kornausbildung wie im konventionellen Anbau. Während die gemittelten Ergebnisse der Stärkebeschaffenheiten (Fallzahlen), der Proteingehalte und der Sedimentationswerte dem Vorjahresergebnis weitgehend noch ähneln, ergeben sich deutlichere Unterschiede in den weiteren Merkmalen. Festzustellen sind sehr geringe Kornmineralstoffgehalte und sehr hohe Mehlausbeuten bei der Herstellung der Mehltype 550. Bezüglich der mittleren Schrotklebergehalte ist aufgrund der zu geringen Probenanzahl eine sichere Aussage noch nicht möglich. Der mittlere Glutenindex der Untersuchungsproben liegt in diesem Jahr auf dem für Ökoweizen üblichen hohen Niveau. Bezüglich der mahltechnisch¬bedingten backwirksamen Zusammenhänge, zeichnet sich bei Öko-Weizen ein ähnlicher Trend ab wie bei Weizen aus dem konventionellen Anbau. Die Brotgetreideernte hat in vielen Teilen Deutschlands nach vorläufigen Erhebungen zufriedenstellende, jedoch regional sehr unterschiedlichen Getreidequalitäten hervorgebracht. Damit ist eine reibungslose Getreideversorgung der Mühlen mit mühlenfähigen und einheitlichen Qualitäten erschwert. Die mit der Qualität verbundenen jahrgangstypischen Einschränkungen bedeuten auf der technisch-organisatorischen Ebene der verarbeitenden Betriebe neue Herausforderungen, die aber mit Wissen und Erfahrung zu meistern sind.
 
Auch wenn nicht jede angebotene Partie dem gehobenen Qualitätsstandard der Lebensmittel-Verarbeitung entspricht, ist zu erwarten, dass in diesem Erntejahr weiterhin qualitativ hochwertiges Brot und Gebäck zu erschwinglichen Preisen angeboten wird. Regional sehr differenzierte Gewitter im Mai führten zu einer Abminderung des Trockenstresses. So fielen die Getreideerträge und deren Qualitäten regional sehr differenziert aus. Vielerorts überraschten die Kornerträge die Landwirte und stellten so manche Vorernteprognose auf den Kopf. In Folge der bis zu 10 Tagen verlängerten Kornfüllungsphase mit nur wenigen heißen Tagen kam es in den dünnen Beständen zu einer sehr guten Auskörnung. Eine Ursache für das Ausbleiben einer Missernte war die bei allen Getreidearten sehr hohe Tausendkornmasse.
 
Klaus Münzing, Detmold
 
 
 
Neu zugelassene Weizensorten
 
In der Beschreibenden Sortenliste 2011 des Bundessortenamtes finden sich acht Winterweizensorten und eine Sommerweizensorte, die seit dem Bericht 2010 neu aufgenommen worden sind. Damit enthält die Sortenliste Weichweizen zur Zeit 131 Sorten, davon 109 Winterweizen und 22 Sommerformen. Mit den Sorten Nelson und Norin gibt es zwei neue Varietäten in der Backqualitätsgruppe E, Kometus und Opal vermehren die Zahl der A-Weizen, Egoist, Tobak und Colonia die der B- und Xantippe die der C¬ Weizen. Mit Sonett ist eine neue E-Sommerweizensorte eingetragen worden.
 
Hinsichtlich der Krankheitsanfälligkeit der neuen Sorten ist besonders auf die hohe Mehltauresistenz der Sorten Egoist und Sonett mit der Ausprägungsstufe 1 (APS 1) zu verweisen. Aber auch die Sorten Nelson, Kometus, Tobak, und Xantippe mit einer APS 2 bedeuten einen züchterischen Fortschritt in diesem Merkmal. Die Sorten Tobak und Xantippe besitzen zudem noch eine hohe Resistenz gegen Braunrost. Im Kornertrag reihen sich die neuen E-Sorten Nelson und Norin und auch die SW-Sorte Sonett bei dem für diese Backqualitätsstufe guten Niveau von APS 5 ein. Nur die schon ältere Sorte Event liegt mit APS 6 als einzige höher. Kometus und Tobak erreichen im Merkmal Kornertrag die APS 7.
 
Besonders ertragsstark sind die neuen B-Sorten Egoist und Tobak mit einer APS von 9. Sie sind damit die Einzigen in dieser APS. Colonia liegt mit der APS 8 etwas darunter. Bei Tobak sollte noch angemerkt werden, dass diese Sorte im Rohproteingehalt in der Sortenprüfung mit einheitlicher N-Düngung aufgrund der sehr hohen Kornerträge nicht die Mindestanforderungen erfüllt. Bei den müllereitechnischen Kenndaten liegen die beiden WW-E-Sorten Nelson und Norin in der Kornhärte auf demselben Niveau von APS 7 wie die Vergleichssorte Batis. Die SW¬F-Sorte Sonett erreicht sogar APS B. Die neuen A-Sorten liegen im Mittel unter dem Niveau von Batis und bei den B-Sorten ist nur Tobak in der Kornhärte mit Batis vergleichbar während die C-Sorte Xantippe mit APS 2 ein sehr weiches Endosperm besitzt. Bei der Mehlausbeute Type 550 gibt es keinen großen Unterschied zu Batis bei allen WW-Sorten. Sie variiert zwischen APS 6 und 8. Sonett zeichnet in diesem Merkmal mit der APS 5.
 
Mit einer APS von 7 haben die Sorten Egoist und Sonett die höchsten Mineralstoffwertzahlen. Bei den die Backeigenschaften determinierenden Eigenschaften haben alle neuen Sorten ein hohes bis sehr hohes Niveau der APS im Merkmal Fallzahl, was bei der E-Sorte Nelson und der A-Sorte Kometus sogar bei der APS 9 liegt. Wie für Sommerweizen nicht unüblich, erreicht die Sorte Sonett mit der APS 9 ein sehr hohes Niveau im Rohproteingehalt. Die neuen E-Sorten Nelson und Norin können mit der APS 6 und die A-Sorten Kometus und Opal sowie die B-Sorte Colonia mit 5 beschrieben werden. Nimmt man den Sedimentationswert als Maß für die Proteinqualität, so ist Sonett mit APS 9 hier besonders hervorzuheben, aber auch die WW-Sorten haben eine hohe Qualität (APS 7 und 8). Nur die B-Sorten Egoist und Tobak (APS 4 bzw. 5) und für die Wasseraufnahme der Sorten Nelson und Opal ist mit APS 8 besonders hoch. Eine besonders hohe Volumenausbeute im RMT-Back-Test erreichen die SW-Sorte Sonett mit APS 9 und mit APS 8 die WW-Sorten Nelson und Norin als E-Sorten und die B-Sorte Opal. Die B-Sorte Colonia zeichnet mit 4 eher niedriger als die meisten Sorten ihrer Klasse. Mit Xantippe hat eine neue Sorte Eingang irn die Beschreibende Sortenliste gefunden, die besondere Eignung für die Herstellung von Keksen aufweist.
 
Neu zugelassene Roggensorten
 
In die Beschreibenden Sortenliste 2011 wurden zwei neu gezüchtete Winterroggensorten im August 2011 nachträglich nach Bestehen der Registerprüfung aufgenommen. Gelöscht wurden die Winterroggensorten Caroass (zugelassen seit 2002) und Danko (zugelassen seit 1980) sowie die Sommerroggensorte Sorom (zugelassen seit 1980). Damit enthält die Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes 35 Winterroggensorten, 2 Sommerroggensorten und mit den Neuzulassungen Bernburger Futterroggen und Speedogreen acht für die Grünnutzung bestimmte Winterroggensorten. Neu zugelassen wurden in diesem Jahr die Hybridroggen SU Mephisto und SU Allawi. Mit diesen Neuzüchtungen konnten mit der Sorte SU Mephisto in der Resistenz gegen Mehltau Fortschritte erzielt und mit der Sorte SU Allawi eine verbesserte Widerstandsfähigkeit gegenüber der Pflanzenkrankheit Braunrost erreicht werden. Sowohl im Anbau unter praxisüblichen Bedingungen als auch im Anbau unter reduzierter Behandlung mit Fungiziden, Wachstumsregulatoren und Stickstoffdüngung zeigten beide Neuzulassungen ausgezeichnete Ertragseigenschaften, sodass diese Sorten mit Sicherheit im Anbau eine stärkere Verbreitung finden werden.
 
Die Tausendkornmasse, die von Mühlenbetrieben häufig mit der erzielbaren Mehlausbeute in Verbindung gebracht wird, war bei der Sorte SU Allawi erhöht und wurde daher vom Bundessortenamt in die Ausprägungsstufe 6 eingestuft. Dagegen war die Tausendkornmasse der Sorte SU Mephisto im Mittel etwas niedriger und wurde mit einer Ausprägungsstufe von 4 bewertet. Erste Hinweise auf mögliche Verarbeitungseigenschaften können aus den rheologischen Untersuchungen abgeleitet werden. An den Prüfmustern beider Sorten wurden hohe Kornfallzahlen ermittelt und diese Untersuchungsergebnisse wurden durch die im Brabender Amylographen in Mehlsuspensionen festgestellten Verkleisterungs¬eigenschaften bestätigt. Die Sorte SU Allawi wies sowohl bei den Kornfallzahlen als auch bei den im Amylographen ermittelten Viskositäten im Verkleisterungsmaximum und der Temperatur im Verkleisterungsmaximum im Vergleich zur Sorte SU Mephisto höhere Werte aus. Dies wurde in der Beschreibenden Sortenliste entsprechend berücksichtigt. Von den Neuzulassungen wurde Prüfmaterial der Standorte Baruth, Kalteneber und Gross-Gerau in standardisierten Mahlversuchen zu Typenmehlen vermahlen und diese Mehle in standardisierten Sauerteigbackversuchen verbacken. Das Backverhalten der Roggenmehle der Type 997 aus den Sorten SU Mephisto und SU Allawi war mit befriedigend bis gut zu bewerten und liegt damit in etwa auf dem Niveau der Vergleichssorte Conduct, allerdings auch unter dem mittleren Backverhalten der Typenmehle aus den Roggensorten Askari und Visselo.
 
Die vergleichsweise größere Varianz im Backergebnis mit der Sorte SU Mephisto kann mit der größeren, standortabhängigen Streuung in der mit Roggentypenmehlen erzielbaren Teigausbeute erklärt werden. Die Neuzulassungen bereichern das vorhandene Sortiment in agronomischer und technologischer Sicht, sodass der Landwirtschaft und den getreideverarbeitenden Betrieben eine weiter verbesserte Auswahl an zum Anbau in Deutschland zugelassenen Roggensorten zur Verfügung steht.
 
Meinolf G. Lindhauer und Günter Unbehend, Detmold Verarbeitungswert der neuen Weizen- und Roggensorten
 
 
Lesen Sie hierzu auch
  • Allgemeines USDA: Von Rekordernten und knapp versorgten Märkten
  • Getreide USDA: Globale Weizenernte deckt nicht den Bedarf
  • Video Hofreport - Folge 2: Vom Acker des Eichhofs
Um ein Kommentar zu schreiben müssen Sie sich einloggen.
Beitrag Empfehlen Drucken Kommentieren
Keywords Ernte | Gerste | Getreide | Mais | Planzenbau | Weizen | Getreide | Getreideernte | Roggen | Weizen
« zurück Probeabo
Social Media



Lesen Sie und diskutieren Sie mit, was die Landwirtschaft bewegt.
Daten des Empfängers
Ihre Angaben
Ihr Kommentar: *
Wichtiger Hinweis:

Ihre Angaben werden von uns elektronisch gespeichert und nur für den Artikelversand verwendet.
Mit der Bestätigung des Sendebuttons willigen Sie in die Speicherung Ihrer Daten ein.

  • Kontakt
  • Das LAND & Forst Team
  • Impressum
Marktfrüchte  Tiere  Milch  Futtermittel
Testen Sie jetzt kostenlos die Beta-Version unseres "Marktkompass" mit Echtzeitkursen, Marktanalysen und Marktnachrichten - ein Service der dlv-Agrarmedien. Wählen Sie oben aus der Navigation den gewünschten Marktkompassbereich.
Anzeige
Meist gelesen
Unsere EM-Experten
Milcherzeuger hoffen auf schnelle Trendwende
Sinkende Preise bei Milch erwartet
Wetter
Oldenburg Hannover
heute 15°C 7°C   11°C 7°C
morgen 18°C 11°C   16°C 14°C
über-
morgen
21°C 15°C   18°C 16°C
Alle Angaben ohne Gewähr
Alle Wetterdaten: mit 6-Tage-Vorschau
LAND & Forst - TV
Hofreport: Side by Side-Melkstand als gute Wahl
Weitere Top-Videos auf agrarheute.com
  • Produktion und Förderung agrarheute.com unterwegs: Gemüsefarm in luftiger Höhe
  • Dorf und Familie Zukunftstag: Jens und Lukas lernen melken
  • Produktion und Förderung agrarheute.com unterwegs: Stippvisite bei Farmer Wilks
LAND & Forst - TV: Alle Videos
In der aktuellen Ausgabe
  
Lesen Sie in der aktuellen LAND & Forst 20/2012: Agrarpolitik: Kommunikation und Transparenz +++  Pflanzenbau: Gute Grassilage hält Kühe gesund +++ Tierhaltung: Vom Sauen- zum Maststall+++ Technik: Hochdruckreiniger -Wasser erledigt die Arbeit +++ Landleben: Wer wird EM-Tippkönig? +++ Vor Ort: Der schiefe Turm von Suurhusen +++ JUNGLE: Echte Niedersachsen - Probeshooting +++ Noch kein LAND & Forst Leser? Jetzt im günstigen Schnupper-Abo testen!

KLEINANZEIGEN-CENTER
Anzeigen suchen
Anzeige aufgeben
Anzeigenpreise
Agrar-Anzeigenbörse
TECHNIKBOERSE.COM
LANDECHT.DE
Testjahrbuch 2012

Mehr als 70 Testberichte in geballter Form ? das bietet das neue Testjahrbuch 2012
DLV AGRAR-MEDIEN
Ausführliche Übersicht: Alle dlv Agrar-Medien
nach oben
agrarheute.com-Services
  • Service
  • Wetter
  • Märkte & Preise
  • Shop
  • Branchenbuch
  • Apps
  • Termine
  • Lexikon
  • Jobportal
  • Unternehmensporträt
  • Prospekt-Center
  • Mediadaten
  • Dienste
  • RSS
  • Newsletter
  • App
  • Sitemap
  • Tags
  • Themen
  • Mastitis unter Kontrolle
  • Düngung
  • Precision Farming
  • Risikomanagement
  • pfluglose Bodenbearbeitung
  • Biogas-Abwärmenutzung
  • Personalmanagement
  • Finanzierung
  • Windenergie
  • In Biogas investieren
  • Generationswechsel
  • Gülletechnik
  • Fachrubriken
  • Home
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Betriebsführung
  • Landtechnik
  • Pflanze
  • Rind
  • Schwein
  • Geflügel
  • Energie
  • Bio
  • Umwelt
  • Leben
  • Specials
  • dlv - Deutscher Landwirtschaftsverlag
  • Verlag
  • Abo
  • Kleinanzeigen
  • Jobportal
  • landecht - der Shop für Land & Natur
  • Media
  • Mediadaten
  • Mediaservice dlv
  • Weitere
  • Impressum
  • AGB
  • Datenschutz
  • Kontakt

Die weiteren Angebote des dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag

www.dlv.de
dlv Logo