In diesem Jahr traf sich die Landesgruppe Niedersachsen im Bundesverband Lohnunternehmen e. V. in Walsrode. Das beherrschende Thema war die Finanz- und Wirtschaftskrise und welche Möglichkeiten sich für die Lohnunternehmer bieten.
er Präsident der niedersächsischen Lohnunternehmer Peter Zeyn sprach in seiner Begrüßung von der Verantwortung einer kleinen Gruppe von Bankern und Börsianern für die Krise. Die Verantwortlichen müssten unbedingt zur Rechenschaft gezogen werden. „Was dort an Glaubwürdigkeit verloren gegangen ist, kann man sich nicht vorstellen. Es kann nicht sein, dass Geld einfach verzockt wird", empörte sich Zeyn.
Die Lohnunternehmer sollen weiterhin den Markt genau beobachten, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Jeder müsse über sich und sein Unternehmen objektiv nachdenken und unter Umständen auch Berater hinzuziehen, um die jeweilige Situation zu prüfen. Der Verband, so Zeyn, werde von 462 Mitgliedern (Stand: 1. Januar 2009) getragen, davon 60 fördernde Mitglieder. Über 50 % der niedersächsischen Lohnunternehmer bieten in ihren Betrieben Spezialarbeiten wie Kompostierung und Tiefbau an.
Aussichten sind nicht so schlecht
Angesprochen wurde vom Präsidenten auch das Thema „Fachkraft Agrarservice". Dieser Ausbildungsberuf erfreue sich wachsender Beliebtheit. So konnten in 2007 zwölf Prüfungen abgenommen werden, ein Jahr später waren es schon 28 und in diesem Jahr werden es 40 sein. Den Bereich „Agrardieselbesteuerung" streifte er nur kurz: „Wir sollten das Thema nicht zu hoch hängen. Zwar zahlen wir, im Verhältnis zu vielen europäischen Berufskollegen mehr für den Kraftstoff, doch haben wir demgegenüber Vorteile z. B. mit einem günstigeren Satz für die Berufsgenossenschaft."
Werner Hilse, Präsident des niedersächsischen Landvolk-Verbandes, betonte in seinem Grußwort, er hoffe, mit Blick auf die Krise, dass die Landwirte bald wieder „in ruhigeres Fahrwasser gelangen werden". Er appellierte die Arbeitskosten pro Hektar im Griff zu haben. Wer seine Kosten überblicke, der sei ordentlich aufgestellt.
Der Vorteil der Landwirtschaft sei es, dass immer getrunken und gegessen werde, verstärkt durch eine ständig steigende Weltbevölkerung. Die Aussichten seien, seines Erachtens, nicht zu schlecht: „Nach der
Getreideernte 2009 sieht die Welt hoffentlich schon wieder anders aus", so Hilse.
Der Geschäftsführer des niedersächsischen Lohnunternehmerverbandes, Dr. Martin Wesenberg, hob hervor, dass im vergangenen Jahr die juristische und betriebswirtschaftliche Beratung der Mitglieder gut angenommen wurde. Auf einem guten Weg sei man mit der Initiative „Anerkannter Fachbetrieb". Er ermunterte die Mitglieder, dieses anspruchsvolle Anerkennungsverfahren zu unterstützen und für den eigenen Betrieb zu nutzen. „Der Aufwand ist zwar relativ hoch, aber man hat eine gute Kontrolle über sein Unternehmen", unterstrich er.
Für Klaus Pentzlin, Präsident des Bundesverbandes Lohnunternehmen e. V. (BLU), sei es unverständlich, dass immer mehr Ackerflächen in Deutschland verschwinden würden: „Meiner Meinung nach sollten wir die Flächen vermehren. Und wenn wir schon soviel bauen müssen, dann sollten nicht auch noch gute Ackerflächen für Ausgleichsmaßnahmen herangezogen werden." Die hohe Akzeptanz der Lohnunternehmer müsse auch künftig durch gute Ausbildung gewährleistet werden. Dies bedinge, dass daher die Meisterausbildung nach der Fachkraft Agrarservice folge müsse. Man werde in dieser Frage weiter dran bleiben. Er lobte weiterhin die geballte Lohnunternehmer-Fachkompetenz in der Bundesgeschäftsstelle in Suthfeld/Riehe. Immer wichtiger werde aber auch die Vertretung des Berufsstandes auf europäischer Ebene in Brüssel: „Wir müssen hier mit Personal und Sachverstand Flagge zeigen", erklärte Pentzlin.
Gute Ausbildung gewährleisten
BLU Geschäftsführer Alfred Schmid zeigte die positive Entwicklung des jüngsten Landesverbandes Bayern auf. Gestartet sei man Anfang 2008 mit 50 Mitgliedern, mittlerweile seien es 150 und Ende 2009 erwarte er 200 Mitglieder. Der Höhepunkt war für ihn aber im vergangenen Jahr die DeLuTa in Münster: „Das war ein voller Erfolg. Vielleicht sogar am ersten Tag schon fast etwas zu gut besucht." In Sachen Meisterausbildung gehe er davon aus, dass er in zwei Jahren den ersten Absolventen gratulieren könne.
Im abschließenden Vortrag vom „Börsenbauer" Johann Schmalhofer zum Thema „Weltmärkte und Finanzkrise: Die Sicht eines technischen Finanzanalysten" konnten sich die Mitglieder erklären und begründen lassen, warum die Chancen für Agrarrohstoffe in den nächsten Jahren nicht zu schlecht zu beurteilen seien. Es existieren Argumente für künftig steigende Preise dieser Rohstoffe. Momentan seien sie aber unterbewertet.