Freuen sich über eine gute Zuckerrübenkampagne: Christian Beil, RFZ-Geschäftsführer, Dr. Jochen Fenner, Vorsitzender des Verbandes Fränkischer Zuckerrübenbauer, Dr. Klaus Ziegler, VFZ-/Arge-Geschäftsführer, Dr. Rainer Schechter, designierter Nachfolger von Reinhold Köhler, Leiter des Geschäftsbereichs Rüben/Zucker bei der Südzucker AG (2. v. r.), und Rübeninspektor Ernst Merz.
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"Exzellentes Ende für uns Zuckerrüben-Anbauer", "Kampagne der Superlative", "Noch nie so gute Qualität". Das will schon was heißen, wenn der Vorsitzende des Verbands Fränkischer Zuckerrüberbauer (VFZ) Dr. Jochen Fenner und der VFZ-Geschäftsführer Dr. Klaus Ziegler beide bekannt für deutliche Worte, nicht für Übertreibung sich dieser Ausdrücke bedienen. So geschehen vor rund 250 Teilnehmern einer der VFZ-Winterversammlungen, bei der die Themen Rübenjahr 2011/12 und EU-Zuckerpolitik im Mittelpunkt standen. Nach knapp 22 800 Hektar im Jahr 2010 war die Anbaufläche 2011 durch die Freigabe des Industrierübenanbaus aufgrund guter Verwertungschancen auf 26 159 Hektar geklettert und hatte damit wieder das Niveau des bisherigen Rekordjahres 2009 erreicht, dieses aber nochmals getoppt: "Der durchschnittliche Ertrag lag bei 78,8 Tonnen bei 18,97 Prozent Zuckergehalt. Der Zuckerertrag liegt mit fast 15 t/ha ganze 4,4 Prozent höher als 2009", so Fenner. Aktuell hat der Verband nur noch 4440 Anbauer, das bedeutet ein Minus von 37 Prozent seit 2001. Dass die Zuckerrübenbauer derzeit allen Grund zum Strahlen haben, liegt neben Ernte, Qualität und einer 126 Tage dauernden nahezu problemlosen Kampagne auch an einem "Preisniveau, von dem wir seit 2006 nicht mehr zu träumen gewagt haben", so Dr. Fenner. Die seit Anfang 2011 deutlich verbesserten Absatzbedingungen für Zucker hätten sich ansatzweise schon in der Rübenabrechnung 2010/2011 bemerkbar gemacht, die hohen Rübenpreise hätten sich weltweit, in der EU längerfristig behauptet, die Kontraktverkäufe für 2012 seien auf hohem Niveau erfolgt. Alles Faktoren, die zu einem im Januar zwischen Verband und Südzucker AG aushandelten erfreulichen Preis für die Erzeuger führen (Quotenrüben: 37 Euro/t plus Zuschlag für Zuckergehalte über 16 Prozent; E- und I-Rüben 24 Euro/t; Rübenmark 4,30 Euro/t). Die betriebswirtschaftliche Auswertung im Durchschnitt erwirtschafteten die Landwirte 50,80 Euro pro Tonne zeige, dass "die Zuckerrübe mit hohen Deckungsbeiträgen glänzen kann und ihre Stellung als ,Königin der Ackerfrüchte? behauptet", betonte Fenner. Etwas gedämpft wurde die Begeisterung allenfalls bei den Themen Zuckermärkte und EU-Zuckerpolitik. Würden die europäische Zuckermarktordnung Mitte 2015 auslaufen, sei aufgrund der Preisschwankungen auf dem Weltmarkt mit der Schließung vieler europäischer Zuckerfabriken zu rechnen. Daher fordere die süddeutsche Zuckerwirtschaft eine Verlängerung der Marktordnung bis 2020. Verbandsgeschäftsführer Dr. Ziegler jedenfalls gab sich optimistisch, nicht nur was die Fortsetzung des 2011 begonnenen Aufwärtstrend für die Rübenpreise angeht: "Auch wenn die ZMO nicht verlängert wird, geht die Welt nicht unter. Die Lieferrechte behalten ihren Wert." Kein Wunder, dass der VFZ seinen Mitgliedern vorschlägt, die Anbaufläche heuer auf Vorjahresniveau zu halten. Die hervorragende Ertrags- und Qualitätsentwicklung ging einher mit einem guten Geschäftsjahr bei der Südzucker AG, berichtete Reinhold Köhler, Leiter des Geschäftsbereichs Rüben/Zucker. Für das laufende Geschäftsjahr (Ende: März 2012) sei mit einem Konzernumsatz von 6,8 (VJ: 6,2) Milliarden Euro zu rechnen, wobei der Umsatzanstieg von allen Segmenten getragen werde. Das operative Ergebnis sehe der Konzern bei rund 750 (VJ 519) Millionen Euro, insbesondere durch die Steigerung in den Segmenten Zucker und Bioethanol.
Sabine Dähn-Siegel