Donnerstag, 17.05.2012
43. DLG-Technikertagung mit Rekordbeteiligung
Soest - Mit mehr als 700 Teilnehmern fand am 24. und 25. Januar die 43. DLG-Technikertagung in der Soester Stadthalle statt. Die jährliche Arbeitstagung des Ausschusses Versuchswesen in der Pflanzenproduktion der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) wurde gemeinsam mit dem Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen veranstaltet.
© Arp Hinrichs, FH Südwestfalen-Soest
Insgesamt umfasste die Tagung 25 Referate sowie Erfahrungsberichte aus dem praktischen Einsatz, dazu Lehrfilme, eine Gebrauchtmaschinen- und Stellenbörse sowie Infowände zu weiteren Projekten. In den qualifizierten Vorträgen zur Fortbildung wurden aktuelle Themen aus den Bereichen Pflanzenbau, Pflanzenzüchtung und
Pflanzenschutz behandelt. Außerdem stellten führende Hersteller von Versuchstechnik in Soest ihre neusten Entwicklungen und Trends für den Feldversuch und das Labor vor. Auf einer Technikschau konnten sich die Tagungsteilnehmer hier auch direkt über modernste Maschinen und Geräte informieren.
Die DLG-Technikertagung gilt als wichtiger Treffpunkt des landwirtschaftlichen Versuchswesens und wird zum Erfahrungsaustausch und zur Kontaktpflege genutzt.
Feldversuche bilden die Basis der landwirtschaftlichen Forschung in der Pflanzenproduktion und schaffen die Grundlagen für die Beratung der praktischen Landwirte. In den Bereichen Pflanzenzüchtung,
Düngung und
Pflanzenschutz werden neue Sorten oder Produkte geprüft. Die aus den Versuchen gewonnenen Daten dienen der amtlichen Zulassung der Produkte und deren Empfehlung in der Praxis. Jedes Jahr bearbeiten Pflanzenzüchter, Pflanzenschutzindustrie, Beratungsorganisationen, Hochschulen, aber auch Dienstleister in Freilandversuchen eine Vielzahl von Fragestellungen. Zahlreiche Kulturarten müssen hierbei in vielen Tausend kleinen Mikroparzellen von etwa zehn Quadratmetern Größe separat ausgesät, behandelt, bewertet und geerntet werden. Die Versuchstechniker sind mit der Durchführung und Betreuung dieser Versuche betraut und setzen dazu spezielle, teils hochkomplexe Maschinen und Gerätetechnik ein. Die Arbeit erfordert eine extrem hohe Präzision und die umfangreiche Dokumentation aller Maßnahmen und Arbeitsschritte.
Im Feldversuch geht es nur sekundär um die Bergung der physischen Ertragsmenge, vielmehr liegt der Fokus auf der „Ernte“ riesiger Datenmengen: Die Datensätze aus einer einzigen Parzelle können sich auf mehrere 100 Einzelwerte summieren. Versuchsumfang und Parzellenzahl nahmen in den letzten Jahrzehnten permanent zu. Im Gegensatz dazu werden die verfügbaren Feldarbeitstage durch die Wetterkapriolen immer kürzer. Auch daher kommen zunehmend hochtechnisierte Erntemaschinen zum Einsatz. Bereits auf dem Feld wiegen und etikettieren sie die Erntemengen computergesteuert. Eine weitere, bereits in der Umsetzung befindliche Zukunftstechnologie ist die Nutzung der Satellitenortung zur Steuerung von Arbeitsgeräten bis hin zur völlig selbstständigen Betriebsweise. Einige Zukunftsvisionen stehen bereits kurz vor der Realisierung: Auf Versuchsfeldern kommen künftig Roboter oder flugfähige unbemannte Kleinflugzeuge („Drohnen“) zum Einsatz. (pd)
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