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[ » BLW » Content » Regionen » Franken » Durum nicht dem Süden überlassen ]
Donnerstag, 23.02.2012
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Franken | 27.01.2012 Redaktion BLW

Durum nicht dem Süden überlassen

Giebelstadt/Lks. Würzburg - Gemischte Bilanz für Anbauer pflanzlicher Qualitätsprodukte.
Mit unterfränkischen Spezialitäten dankte Jürgen Dietrich (l.) vom Erzeugerring für landwirtschaftliche pflanzliche Qualitätsprodukte Würzburg dem Referenten Norbert Bleisteiner, Leiter der Landmaschinenschule Triesdorf. © Foto: Dähn-Siegel
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Mit unterfränkischen Spezialitäten dankte Jürgen Dietrich (l.) vom Erzeugerring für landwirtschaftliche pflanzliche Qualitätsprodukte Würzburg dem Referenten Norbert Bleisteiner, Leiter der Landmaschinenschule Triesdorf.
© Foto: Dähn-Siegel
"Schlecht", "bescheiden", "super" die Ausdrücke spiegeln die ganz unterschiedliche Bilanz über Erträge und Qualität der Getreide- und Ölfruchternte 2011. Sie stand im Mittelpunkt der gemeinsamen Mitgliederversammlung von Erzeugerring für landwirtschaftliche pflanzliche Qualitätsprodukte Würzburg (ER) und der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des unterfränkischen Qualitätsweizenanbaus. Vor gut gefülltem Saal blickte Dr. Herbert Siedler vom Fachzentrum Pflanzenbau am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Würzburg zurück auf ein "bewegtes", aber "kein Katastrophenjahr", in dem Winterweizen eine "Bombenqualität" (14,3 % Eiweiß, hoher Sedimentationswert), aber nur einen Ertrag von 56,7 dt/ha (minus 17 % gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2006-2010) gebracht hatte. Platz eins auf der Liste der Sorgenkinder hatte Raps belegt, dessen Ertrag verglichen mit dem Durchschnitt der fünf Vorjahre um 55 % auf 16,3 dt/ha eingestürzt war. Verantwortlich für ein "bescheidenes Rapsjahr" waren laut Siedler vor allem die Spätfrostschäden und die Kohlschotenmücke, gegen die "erst die fünfte Insektizidmaßnahme gegriffen hat". Schlecht habe es auch bei Wintergerste (45,5 dt/ha, 24 %), Sommergerste (38,6 dt/ha, 14 %), Triticale (40,8 dt/ha, 33 %), und Roggen (42 dt/ha, 25 %) ausgesehen. Späte Früchte wie Zuckerrüben und Mais, so der Pflanzenbaufachberater, hätten dagegen "eine super Ernte" gebracht. Welche Früchte auf wie viel Fläche in Unterfranken? Auch darüber informierte Dr. Siedler. Kaum Veränderungen gegenüber dem Vorjahr hatte es bei den Winterungen gegeben: Winterweizen stand auf 93 975 ha, gefolgt von Wintergerste (34 451 ha), Triticale (10 406 ha) und Roggen (7355 ha). Auffallend bei den Sommerungen: Der Anbau von Sommergerste war "wegen schwieriger Aussaat von Raps und Wintergerste" auf 19 829 ha (VJ ca. 15 000 ha) ausgedehnt worden, die Flächen für Körnermais (3580 ha), Hafer (1811 ha), Sommerweizen (1022) ha quasi konstant geblieben. Dass der Dinkelanbau seit 2008 zugelegt (2011:3114 ha) habe und sich die Region zum "Dinkelanbauzentrum Deutschlands" entwickle, führte Siedler auf die inzwischen etablierten beiden größeren Verarbeitungsanlagen zurück. Noch habe der Durumanbau (2011: 283 ha) keine große Rolle gespielt, "doch wenn der Fokus demnächst auf Winterdurum liegt" könnte die Anbaufläche auf 2000 Hektar steigen. "Der Durummarkt ist in Europa so groß wie der Braugerstenmarkt. Da ist viel zu machen, und das sollten wir nicht den Südländern überlassen", sagte der Mann vom AELF. Bei den Blattfruchtflächen hatten Winterraps (30 133 ha, ca. 7000 ha weniger als im VJ), Zuckerrüben (19 617 ha, leicht über Vorjahrswert), Silomais (22 731 ha,) "verglichen mit anderen Regionen noch relativ gering" dominiert. High-Oleic-Sonnenblumen (1358 ha) und Eiweißpflanzen (2510 ha) werden nach Dr. Siedlers Überzeugung künftig "stärker in den Fokus rücken". Während er den Erbsenanbau mit einem Fragezeichen versah, verwies er auf die Ansätze beim Soja-Anbau, der "mehr Versorgungssicherheit bringt". Siedlers Bericht umrahmten Jürgen Dietrich, Vorsitzender des ER, der über die Beratungs GmbH Bayern informierte, die ab Januar 2012 flächendeckende und intensivere Beratung als bisher für die Landwirte aufbauen und Feldbegehungen und Landbautage organisieren wird, und Norbert Bleisteiner, Leiter der Landmaschinenschule Triesdorf. "Automatische Lenksysteme, Precision Farming, ISOBUS alles wirklich ,Smart??" Bleisteiner ging dieser Frage nach, stellte das Machbare der relativ kostenintensiven Technik und ihre Vorteile vor, verwies aber auch darauf, dass "noch nicht eindeutig nachgewiesen ist, ab welcher Betriebsgröße sich der Einsatz rentiert".
 Sabine Dähn-Siegel 
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