Donnerstag, 17.05.2012
Eine Doppelspitze!
Dillingen - Zwei Kreisobmänner im Kreis Dillingen.
Mit einer Doppelspitze präsentierte sich die Dillinger BBV-Kreisvorstandschaft nach der Wahl: (v. l.): Kreisobmann Albert Sporer und sein Amtspartner Klaus Beyrer, stellvertretender Kreisobmann Jürgen Meitinger, die Beisitzer Michael Ried, Josef Zeller, Michael Eberle und Andreas Kugler.
© Foto: Ammich
Mit einer schwabenweit einmaligen Doppelspitze endete die Wahl der neuen Kreisvorstandschaft im Dillinger Bauernverband. Klaus Beyrer und Albert Sporer verstehen sich als gleichberechtigte Kreisobmänner, die sich sowohl die Arbeit als auch die Sachkompetenz teilen. Nachdem sich nicht nur der bisherige Kreisobmann Hermann Kästle, sondern auch sein Stellvertreter Karl Schneider nicht mehr zur Wahl stellten, agiert jetzt ein stark verjüngtes Team als neuer Kreisvorstand. Als Wahlleiter fungierte Markus Müller, der seit vergangenem November die Hauptgeschäftsstelle des
BBV Schwaben in Augsburg führt. Müller hatte seine liebe Not, den Wunsch von Sporer und Beyrer nach einem gleichberechtigten Kreisobmann-Tandem mit der Satzung des Bauernverbands in Einklang zu bringen, die für jeden Kreisverband nur einen Kreisobmann vorsieht. Da sich jedoch Sporer aufgrund der Arbeitsbelastung in seinem Betrieb nur unter der Bedingung zur Kandidatur bereit erklärte, dass er einen gleichberechtigten Partner an seiner Seite hat, einigte sich die Wahlversammlung darauf, Beyrer zwar formal als Stellvertreter zu wählen, ihn aber als gleichberechtigt mit Sporer anzusehen. "Die Satzung schreibt ja nicht vor, wie sich der Kreisobmann und sein Stellvertreter die Arbeit teilen", erklärte dazu Müller. Albert Sporer bewirtschaftet in Oberliezheim einen Milchviehbetrieb und ist seit 15 Jahren Ortsobmann. Vor fünf Jahren wurde der 44-jährige
Landwirt in die Dillinger Kreisvorstandschaft berufen. Klaus Beyrer ist 47 Jahre alt und bewirtschaftet in Baumgarten einen Schweinemast-Ackerbaubetrieb. Er wirkt seit 20 Jahren als Ortsobmann und sitzt seit fünf Jahren im Kreisvorstand. Zum stellvertretenden Kreisobmann wurde Jürgen Meitinger aus Bocksberg gewählt. Der 36-Jährige leitet einen Bullenmast-Ackerbaubetrieb, ist seit zehn Jahren Ortsobmann und seit fünf Jahren in der Kreisvorstandschaft. Komplettiert wird der Vorstand durch vier Beisitzer: Michael Eberle (Mörslingen), Andreas Kugler (Lauingen), Michael Ried (Unterthürheim) und Josef Zeller (Diemantstein). Mit einem Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre verabschiedete sich Hermann Kästle als bisheriger Kreisobmann. Seine Arbeit sei von den Folgen der EU-Agrarreformen für die Dillinger Betriebe geprägt gewesen, sagte Kästle. Hierzu zählte er insbesondere die lange Zeit niedrigen Getreidepreise, die Flächenstilllegung, die nachwachsenden Rohstoffe und Marktordnungen. Schlimm gewesen sei die Erfahrung, dass der Wert des Weizens als Brennstoff seinen Wert als Lebensmittel übertroffen hat. Der Einstieg vieler Bauern in die Energieproduktion sei zwar gerechtfertigt, aber die Landwirtschaft müsse immer noch zuerst für den Teller und dann erst für den Tank produzieren, mahnte Kästle. Ein weiterer Einschnitt sei die Ausweisung der FFH-Gebiete gewesen. Allerdings habe der Dillinger Bauernverband in den Bürgermeistern und Gemeinderäten wertvolle Mitstreiter gewonnen, so dass etliche Flächen aus den ursprünglich geplanten FFH-Gebieten wieder herausgenommen wurden. Die beabsichtigte Nutzung des Donaurieds als Retentionsraum wiederum gefährde die Landwirtschaft und nütze nur dem Biber. "Wir Bauern haben nichts gegen Artenvielfalt, aber wir sind gegen den Raubbau an der Fläche", betonte Kästle. Zu den erfreulichen Erfahrungen in seiner Amtszeit zählte Kästle den Erhalt der Landwirtschaftsschule in Wertingen und den geplanten Neubau der BBV-Kreisgeschäftsstelle in Dillingen. "Mein Anliegen als Kreisobmann war es, die BBV-Mitglieder und Landwirte bestmöglich zu vertreten und so viel wie möglich für sie herauszuholen", schloss Kästle und dankte allen Obmännern für die vielen guten Begegnungen. Sein Nachfolger Albert Sporer freute sich über die "tolle, junge Truppe", die aus den Wahlen zur Kreisvorstandschaft hervorgegangen sei.
Michael Ammich
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