Donnerstag, 17.05.2012
Eine gelebte Tradition
Rainertshausen/Lks. Landshut - Erhardifest Rainertshausen mit Pferdesegnung.
Pferde und Reiter erhielten von Pfarrer Müller den kirchlichen Segen.
© Foto: Gebendorfer
Das nasskalte
Wetter mit Wind und Schneeschauern hielt die Rainertshausener Bevölkerung nicht davon ab, mit dem Erhardifest einen alten Brauch zu feiern. Das Patrozinium der Dorfkirche, die dem Heiligen Erhard geweiht ist, wird stets am Jahresanfang, um dessen Namenstag am 8. Januar, begangen. Neben mehreren Gottesdiensten mit Segnung der Erhardi-Brote, den sogenanten "Erhardi-Zeltln" sowie der Segnung des Erhardi-Wassers gehörte zu dem Fest wiederum die Pferdesegnung mit einem Umritt durch das Dorf. Seit 21 Jahren wird die alte Rainertshausener Tradition mit Pferdesegnung wieder gelebt. Wegen dem rapiden Rückgang der Arbeitspferde schien dieses Brauchtum schon fast in Vergessenheit geraten. Doch nachdem die Zahl der Freizeitpferde wieder zunahm, wurde diese Veranstaltung erneut ins Leben gerufen. Als Wanderbischof kam der Hl. Erhard weit in der Welt herum und wirkte im 800. Jahrhundert auch in der Gegend um Rainertshausen. Der über 200 Jahre alten Legende nach soll sich der Heilige hier ein halbes Jahr aufgehalten haben und mit der eigenen Hand das Brünnlein gegraben haben, über dem sich heute die Erhardikapelle erhebt. Das Wasser soll vor allem bei Kopf- und Augenleiden helfen. Außerdem gilt der heilige Erhard als Patron der Bauern und Tiere. Trotz der schlechten Witterung fanden sich heuer sehr zur Freude der Veranstalter um die 40 Pferde mit ihren Besitzern aus der Region ein, um den kirchlichen Segen zu empfangen. Angeführt vom Kreuz zogen diese dann durch die Ortschaft. In der Kutsche von Familie Senger aus Walkertshofen nahmen dabei Pfarrer Günter Müller mit der Monstranz sowie Pater Philipp und die Ministranten Platz, nachfolgend begleitet von der Kutsche mit den Mainburger Jagdhornbläsern St. Hubertus. Nach der Rückkehr am Feuerwehrhaus wurden Ross und Reiter mit den Erhardizeltln belohnt, die vor Krankheit bewahren sollen. Eine Reihe von fleißigen Rainertshausener Frauen hatte diese bei der Bäckerei Hatzl in Münster ausgestochen und gebacken. Höhepunkt der zweitägigen Festivitäten stellten die zwei Gottesdienste am Sonntag dar, wobei dieses Jahr zum großen Festgottesdienst mit Fahnenabordnungen aller Vereine Hauptzelebrant und Festprediger Subregens Anton Spreitzer vom Priesterseminar in Regensburg gewonnen werden konnte. Gerne nahmen wieder viele weggezogene Dorfbewohner das Erhardifest zum Anlass für einen Besuch zu Hause und verbrachten den Tag im Kreis der Familie.
Helga Gebendorfer
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