Donnerstag, 17.05.2012
Seehofer hält Energiewende für machbar
München - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Wirtschaftsminister Martin Zeil zogen nach einem Gespräch mit Spitzenvertretern aus der Energiewirtschaft, Verbänden, Kommunen und Politik eine positive Bilanz der bisherigen Schritte zur Umsetzung der Energiewende.
Ministerpräsident Horst Seehofer
Seehofer und Zeil sind sich darin einig, dass die Energiewende für alle in den nächsten Jahren vor große Herausforderungen stellt. Nach dem Gespräch mit Vertretern der Energiewirtschaft seien sie aber mehr denn je davon überzeugt, dass die Energiewende im Freistaat machbar sei und zudem große Chancen für Bayern biete. Die Energiewende werde im Freistaat einen Innovationsschub auslösen und Bayerns Spitzenstellung als Hochtechnologiestandort festigen.
In der jetzigen Phase der Energiewende müsse, so Seehofer und Zeil, der zügige Netzausbau absolute Priorität haben: „Wir brauchen bessere Netze, um die Versorgungssicherheit stabil zu gewährleisten und für den Aufbau einer dezentralen Energieversorgung die infrastrukturelle Basis zu setzen.“
Seehofer und Zeil zeigten sich erfreut, dass die zu Beginn der Energiewende befürchteten Stromengpässe bisher nicht eingetreten sind: „Trotz der anhaltenden Kältewelle sind die Netze weitestgehend stabil. Und obwohl bereits acht Kernkraftwerke abgeschaltet sind, wird in Deutschland derzeit noch genügend Strom produziert. Das belegt erste Erfolge beim Umbau der Energieversorgung und stimmt für die weiteren Schritte optimistisch.“
Seehofer und Zeil betonten, dass Bayern die Energiewende im engen Dialog mit allen Beteiligten entschlossen vorantreiben wolle und dabei der Mitarbeit der Kommunen in der Energieagentur besondere Bedeutung zukomme.
Vor allem beim Netzausbau mahnte Zeil noch dringenden Handlungsbedarf auf Seiten des Bundes an. „Berlin muss jetzt die Stromnetze schneller ausbauen, damit der Ökostrom zum Beispiel von den Windkraftanlagen in der Ostsee nach Bayern transportiert werden kann. Wir brauchen in Deutschland bis 2020 insgesamt 4.500 Kilometer Stromautobahnen und 200.000 Kilometer regionale Verteilnetze, um die Energiewende zu schaffen“, erklärte Energieminister Zeil und weiter: „Wir müssen jetzt den Turbo zünden.“
Investoren für neue Gas- und Dampfkraftwerke, die wir als Ersatz für die Kernkraft brauchen, stehen in den Startlöchern. Sie brauchen aber Planungs- und Investitionssicherheit. Die kann nur der Bund geben“, unterstrich Zeil. Im Moment warteten die Investoren ab. (pd)
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