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[ » BLW » Content » Pflanzenbau » Getreide » Ernteerwartung ]
Donnerstag, 17.05.2012
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Getreide | 06.07.2011

Unterdurchschnittlichen Ernte erwartet

Potsdam - „Wir müssen uns trotz der Niederschläge der letzten Wochen auf teils deutliche Ertragseinbußen einstellen.“ Dies betonte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, im Rahmen eines Pressegesprächs in Brandenburg anlässlich des Ernteauftaktes.

Die Ernte 2009 ist gut, erreicht aber nicht das Niveau des Vorjahres.
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Die Ernte 2009 ist gut, erreicht aber nicht das Niveau des Vorjahres.
Zusammen mit dem Präsidenten des Landesbauernverbandes Brandenburg, Udo Folgart, informierte er „vor Ort“ über die aktuelle Situation zu Beginn der Ernte 2011. Die Getreidekulturen wie die Rapsbestände haben unter den vielerorts schwierigen Vegetationsbedingungen gelitten. Bereits die Aussaatbedingungen im vergangenen Herbst waren alles andere als optimal. Vor allem die Rapsaussaat wurde durch zu nasse Witterungsverhältnisse behindert und erfolgte dementsprechend spät. Die Bestände konnten sich folglich vor Beginn des Winters nur unzureichend entwickeln. Der kalte Winter mit Kahlfrösten und Wechselfrösten im Frühjahr stellte die Bestände auf eine weitere harte Probe. Da somit viele Bestände weit hinter dem normalen Entwicklungsstand zurückblieben, wurden vor allem Rapsflächen umgebrochen. Allein in den norddeutschen Bundesländern, die zu den bedeutendsten Rapsanbauregionen Deutschlands gehören, wurden im Frühjahr bis zu 15 Prozent der Rapsflächen umgebrochen.
Das sich anschließende Frühjahr war gekennzeichnet durch eine extreme Trockenheit bei hochsommerlichen Temperaturen. „Derart extremen Bedingungen waren unsere Kulturen selbst in den Jahren 1976 und 2003 nicht ausgesetzt“, stellte Gerd Sonnleitner mit Blick auf die zurückliegenden Jahre fest. „Diese Trockenheit wird uns viel Ertrag kosten“, so Sonnleitner weiter. Erste aus den Frühdruschgebieten vorliegende Ergebnisse der Wintergerstenernte bestätigen dies; Mindererträge von bis zu 25 Prozent wurden festgestellt. Dies entspricht einem Verlust von bis zu 2 Tonnen Gerste pro Hektar. Selbst wenn einzelne Regionen von Gewitterschauern profitiert haben, werden Ertragseinbußen von 10 bis 15 Prozent gemeldet.
Hinzu kommt, dass die Gerstenbestände aufgrund der Trockenheit vielerorts in die Notreife, d.h. eine vorzeitige Abreife anstelle einer weiteren Kornfüllung, gingen und nun mit einer kleinkörnige Ernte zu rechnen ist. Auch in den nördlichen Regionen, in denen der Erntebeginn noch bevorsteht, wird mit Ertragseinbußen bei der Wintergerste gerechnet. Auch hier war die Entwicklung der Gerstenbestände bei Einsetzen der Niederschläge schon zu weit vorangeschritten.
Lediglich der Winterweizen könnte durch die Niederschläge im Juni während der für die Ertragsbildung wichtigen Kornfüllungsphase an Ertrag zugelegt haben. Dies gilt umso mehr auf den besseren Standorten, da sich diese Böden durch eine bessere Wasserspeicherkapazität auszeichnen und die Bestände somit weniger unter der Trockenheit gelitten haben. Allgemein ist jedoch zu beobachten, dass die Weizenbestände aufgrund von Wasser- und Nährstoffmangel weniger ährentragende Halme ausgebildet haben.
Deutliche Ertragseinbußen werden auch bei Raps befürchtet. In einzelnen Regionen werden Ertragsrückgänge von bis zu 50 Prozent erwartet. Im Bundesdurchschnitt ist derzeit von Mindererträgen von 15 Prozent auszugehen. Unter Berücksichtigung der durch schlechte Aussaatbedingungen und Umbruch im Frühjahr auf 1,36 Millionen Hektar zurückgegangenen Anbaufläche ist mit einer deutschen Rapsernte von nur 4,4 Millionen Tonnen zu rechnen. Im Vorjahr betrug die gesamtdeutsche Rapsernte noch 5,7 Millionen Tonnen.
Positiv ausgewirkt haben sich die jüngsten Niederschläge auf die Entwicklung von Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais. Insbesondere der Mais konnte durch die feucht-warme Witterung der vergangenen Wochen in seiner Entwicklung aufholen. Für die Futterbaubetriebe, deren Grundfutterversorgung aufgrund des ertragsschwachen ersten Grünlandschnittes und des geringen Aufwuchses zum zweiten Schnitt äußerst knapp ausfällt, ist eine positive Ertragsentwicklung beim Mais dringend notwendig.
Mit Spannung erwarten die deutschen Landwirte nun nicht nur die weiteren Druschergebnisse. Auch der Blick auf die Entwicklung der Preise zur Ernte 2011 wirft einige Fragezeichen auf. Im Juni haben die Erzeugerpreise und die Terminmarktnotierungen teils deutlich nachgegeben. Insbesondere beim Raps scheinen diese Korrekturen angesichts der niedrigen Ernteprognose, auch EU-weit, nicht gerechtfertigt. (pd)
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