Samstag, 04.02.2012
1000 Äcker für die Feldlerche
München - In den letzten Jahrzehnten hat sich der Lerchenbestand in Deutschland und in Bayern halbiert. Der ehemals häufige Vogel unserer Feldfluren wird in der Roten Liste als „gefährdet“ geführt. Mit dem Anlegen von sogenannten Lerchenfenstern in Getreidefeldern helfen Landwirte der bedrohten Vogelart und betreiben aktiven Naturschutz.
Weil viel mehr Wintergetreide angebaut wird als früher, sind die Getreidebestände im Frühjahr schon sehr dicht. Statt zwei- bis dreimal kann die Lerche dort nur noch einmal brüten. Dies reicht nicht aus, um den Bestand zu sichern. Die Rettungsidee kommt aus Großbritannien. Dort beobachteten Landwirte und Naturschützer dass die Feldlerche lichte Fehlstellen im Bestand gerne nutzte. Dann kam man auf die Idee, solche Fehlstellen selbst anzulegen. Nach fünf Jahren hatte sich der Bestand der Feldlerchen im Versuchsgebiet verdreifacht. Auch Tiere wie Rebhuhn oder Feldhase profitieren. Für die Landwirte ist der Ernteausfall mit wenigen Euro pro Hektar gering und der Arbeitsaufwand niedrig. Es gibt in Bayern bereits einzelne Landwirte, die Lerchenfenster anlegen, und zwar in Unterfranken und im Landkreis Pfaffenhofen (Obb.). Nun soll die Idee bundesweit umgesetzt werden. Dazu kooperieren der Deutsche Bauernverband und der Naturschutzbund Deutschland (NABU). In Bayern setzt es der Bayerische Bauernverband (BBV) zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) um. Für das Projekt „1000 Äcker für die Feldlerche“ werden zur Aussaat der Winterfrucht Landwirte gesucht, die mitmachen. Angelegt werden sollen die Fenster im Wintergetreide, in Raps und Mais, aber auch in anderen Kulturen. Der Landwirt hebt die Sämaschine zwei- bis dreimal pro Hektar für einige Meter aus, so dass nicht eingesäte „Lücken“ von je ca. 20m² entstehen (bei einer 3-m-Sämaschine für 7 m). Die Fenster werden normal mitbewirtschaftet. (bwl)
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