Urlaub am Bauernhof erfreut sich wachsender Beliebtheit und gewinnt immer mehr an Bedeutung wie folgende Tatsachen und Zahlen zeigen: Österreichweit gibt es 15 473 Urlaubsbauernhöfe mit insgesamt 169 888 Gästebetten. Der Umsatz der Gäste im ländlichen Raum erreicht jährlich etwa 1 bis 1,5 Milliarden Euro, davon verbleibt etwa die Hälfte auf den Bauernhöfen. Urlaub am Bauernhof sichert etwa 23 000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Jährlich verbringen rund zwei Millionen Gäste ihren Urlaub am Bauernhof, davon 500 000 Kinder. "Gerade die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass Urlaub am Bauernhof Gäste über alle Altersgrenzen hinweg begeistern kann", sagt der Obmann des Landesverbandes für Urlaub am Bauernhof und Privatzimmervermietung in Niederösterreich Peter Höbarth. "Die Motive, warum der Urlaub am Bauernhof zum Beispiel einem Urlaub am Meer vorgezogen wird sind sehr unterschiedlich. Familien aus der Stadt, die ihren Kindern einen Bezug zur Natur vermitteln wollen, kommen genauso zu uns wie Gäste, die sich regelrecht darauf freuen, bei den täglichen Arbeiten am Bauernhof selbst Hand anlegen zu können. Mit einem einzigen Urlaub am Bauernhof finden besonders Familien mit Kindern nur selten das Auslangen. Sie urlauben durchschnittlich gleich zwei-bis dreimal hintereinander auf dem Land. Urlaub am Bauernhof macht unsere Gäste im wahrsten Sinn des Wortes zu Wiederholungstätern." Welchen hohen touristischen Stellenwert der 1990 gegründete Verband erreicht hat, zeigt die Statistik: Mit niederösterreichweit 213 000 Nächtigungen spielt man in derselben Liga wie die größte Waldviertler Tourismusgemeinde Moorbad Harbach mit 249 000 Nächtigungen. Das moderate Minus von weniger als einem Prozent im Jahr 2009 verzeichnete Urlaub am Bauernhof in Niederösterreich 214 500 Nächtigungen bereitet Peter Höbarth kein Kopfzerbrechen, dieser minimale Rückgang soll heuer wieder aufgeholt werden. Der Waldviertler
Landwirt und Bürgermeister der Marktgemeinde St. Martin bei Weitra im oberen Waldviertel ist seit dem heurigen Frühjahr Obmann des Landesverbandes für Urlaub am Bauernhof und Privatzimmervermietung in Niederösterreich. Der 50-jährige Biobauer bewirtschaftet mit Gattin Elisabeth und den Söhnen Martin und Josef, unterstützt von den Altbauern Josef und Adeline, 7 ha
Ackerbau mit Gerste, Hafer, Triticale, Erdäpfel, Karotten und Zwiebel, dazu kommen 20 ha Grünland, 2 ha Weide und 6 ha Wald. Im Stall und auf der Weide stehen 13 Mutterkühe, acht Schwäbisch-Hällsche Zuchtsauen und rund 20 Mastschweine. Die Produkte von Stall und Acker werden dringend für die Mostbuschenschank gebraucht, für die Direktvermarktung und nicht zuletzt für die Urlaubsgäste aus Österreich, Deutschland und Italien, die zur Auslastung von 100 Tagen in den zwei Ferienwohnungen mit vier Gästebetten beitragen. Für sich und seine Berufskollegen im Verband strebt Obmann Höbarth 120 bis 130 Tage Auslastung und die Maximalkapazität von zehn Fremdenbetten an. Die Hauptsaison am Höbarth-Hof liegt zwischen Ostern und Mitte November, gebucht wird in erster Linie per Internet. Der vielseitige
Landwirt hat 2004 das "Lainsitzer Erpfi-Projekt" initiiert, die bunten Erpfi werden bis nach München verkauft, Höbarths Karotten und Zwiebeln gibt es bei vielen Biomärkten in Wien. Der Obmann von Urlaub am Bauernhof NÖ mit seinen 387 Mitgliedsbetrieben können mit Zuversicht in die Zukunft blicken, denn ihre Gästeschar wächst, nicht nur im Waldviertel. Im Mostviertel hoch über Waidhofen an der Ybbs am Panoramahöhenweg der Eisenstrasse haben Gottfried und Rosina Wagner drei Wohnungen und einen Seminarraum gebaut mit Wellnessbereich, Sauna, Solarium, Fitnessraum und Whirlpool, umgeben von einem Biobadeteich. Über 260 000 Euro ohne Eigenleistung haben die Wagners in den Bau gesteckt, es hat sich ausgezahlt, denn die Auslastung liegt im Juli und August bei mehr als 90 Prozent, das ganze Jahr über bei 70 Prozent. Der Großteil der Gäste kommt aus Wien und Umgebung, die die Produkte des Hauses wie Eier, Milch, Schafkäse, Speck, Brot und Marmelade besonders schätzen. Derzeit stammt das Einkommen der Familie Wagner zu 50 Prozent aus der Landwirtschaft mit 20 Kühen, zu 40 Prozent aus Urlaub am Bauernhof und zu 10 Prozent aus der Maschinenringtätigkeit von Gottfried Wagner, der sich auch als Experte für den Bau von Badeteichen einen Namen gemacht hat. Der Bundesverband Urlaub am Bauernhof mit über 2800 Mitgliedern hat eine Strategie für den Zeitraum 2011 bis 2020 entwickelt. Dazu Obmann Klaus Vizthum,
Landwirt in Unken im Pinzgau, und Geschäftsführer Mag. Hans Embacher: "Urlaub am Bauernhof trägt ganz wesentlich zum Fortbestand der bäuerlichen Welt in Österreich bei. Wir helfen aktiv mit, die Höfe, die Kulturlandschaft, Brauchtum und Tradition, Handwerk und kulinarische Spezialitäten zu erhalten. Unsere vordringliche Aufgabe ist es, das Einkommen jener zu sichern, die auf den Bauernhöfen leben und diese erhalten. Indirekt leistet Urlaub am Bauernhof einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Wertschöpfung, der Einkommen und der Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen Österreichs. Urlaub am Bauernhof ist der Botschafter der bäuerlichen Welt. Wir bieten unseren Gästen eine gläserne Produktion, was den Kontakt zwischen Stadt und Land stärkt."