Donnerstag, 17.05.2012
Frisch gepflückt auf den Teller
München - Winter und knackige, regionale Blattsalate passen nicht zusammen. Das ist das Bild, das uns momentan viele Supermarktregale vermitteln. Wenn Sie nicht auf frischen Salat im Winter verzichten wollen, bauen Sie ihn einfach selbst an.
Farbenfrohe Babyleafsalate wie Winterkresse, Speisechrysantheme, verschiedene Asiasalate und Co. zeigen sich auch im Winter in voller Frische. Vergessen Sie nicht die Pflanzen bei Frost mit Vlies oder Folie abzudecken.
© Gottschaller
Babyleafs? Was ist das denn? Sowas in der Art werden sich jetzt wohl die meisten fragen. Hinter diesem eher außergewöhnlichen Ausdruck steckt ein spezielles Produktionsverfahren von Salat.
Es handelt sich um essbare Blätter von verschiedenen Blattpflanzen, die wie Pflück- oder Schnittsalat angebaut werden und keine "Köpfe" ausbilden. Konkret sind das also Pflanzen, bei denen die Triebe im "Babyalter" nach und nach von außen nach innen abgeerntet werden können. Für den Babyleaf-Anbau kommen praktisch alle Blattgemüse- und
Kräuterarten in Frage. Sowohl optisch als auch geschmacklich kann man im
Winter mit Babyleafs eine nette Abwechslung zu Feldsalat und Radicchio
schaffen. Natürlich sind sie auch zum Mischen in den Salat gut geeignet.
Die Vorteile der Babyleafs sind ihre geringen Wärmeansprüche, das
schnelle Wachstum und die guten Erträge. Bei allen Kulturen ist eine
Mehrfachernte möglich und sie überzeugen mit robuster Gesundheit und
Widerstandsfähigkeit. Babyleafs stellen keine besonderen Ansprüche an
ihren Standort, nur Staunässe sollte vermieden werden.
Tipps für Anbau und Pflege:
- Verwenden
Sie bei der Anzucht der Pflanzen in Topfplatten pro Tuff 6 bis 15
Samen.
- Angebaut werden die Salate im ungeheizten Gewächshaus oder in
Töpfen an einem hellen, kühlen Platz im Haus. Der Pflanzabstand sollte
20/10 x 10 cm betragen.
- Konsequentes Lüften ist wichtig, um dem
Auftreten von Krankheitserregern vorzubeugen.
- Schützen Sie die Pflanzen
in der Nacht durch Vlies oder Folie vor Frost.
- Düngen sollten Sie nach
dem ersten Schnitt 3 bis 5g N/m².
- Gegossen werden sollte konsequent nur
bei sonnigem Wetter, ansonsten besteht die Gefahr des Auftretens von
falschem Mehltau oder Botrytis.
- Schneiden Sie die Salatblätter etwa 2 cm
über dem Boden ab, damit sie wieder nachwachsen können.
- Nach dem
Schnitt wird der Blatt- abfall von der Bodenoberfläche entfernt.
- Verarbeiten Sie die Babyleafs am besten frisch, ansonsten kann man sie
kurze Zeit in einem Plastikbeutel im Kühlschrank lagern.
Mehr dazu lesen Sie im Wochenblatt Nr. 2. (blw)
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