Donnerstag, 17.05.2012
Gemeinsame Vermarktung bringt es
Unterwohlsbach/Lks. Coburg - Bei einem Erlös von 1076 Euro pro Festmeter hat Hella Martin aus Neuses an den Eichen mit einer Eiche die Waldbraut der Submission 2011/12 der Waldbauernvereinigung Coburger Land aufgelegt.
Die Waldbraut ist eine Eiche und wurde von Hella Martin aufgelegt.
© Foto: Bertram
Gute und starke Eichen erzielten überhaupt einen
deutlich höheren Erlös als noch im vergangenen Jahr. Es war die nunmehr
zehnte Submission, die unter dem Dach der Waldbauernvereinigung lief,
der mittlerweile Waldbesitzer aus den Landkreisen Coburg, Sonneberg und
Hildburghausen angehören. Der Vorsitzende Wolfgang Schultheiß sagte,
dass bei der gemeinschaftlichen Vermarktung vor allem auch kleinerer
Mengen an Holz immer wieder bessere Preise erzielt werden können.
Erstmals waren heuer auch Nadelhölzer aufgelegt worden und das mit
einem beachtlichen Ergebnis. Immerhin lag die Kiefer im Höchstgebot bei
269 Euro pro Festmeter. Der Durchschnittspreis mit 171,22 Euro/fm in
Coburg hatte sich nicht wesentlich vom erzielten Preis in Litzendorf
unterschieden, der bei 171,69 Euro lag. Insgesamt, resümierte
Geschäftsführer Manfred Herter, war es ein gutes Jahr für die
Waldbauernvereinigung. 61 Waldbesitzer hatten sich an der Submission
beteiligt und ihre Stämme aufgelegt in der Gesamtmenge 469,78
Festmeter, etwas mehr als im Vorjahr.
Der Erlös für die
Waldbauernvereinigung in Höhe von 97 000 Euro kann sich sehen lassen. Im
Durchschnitt wurden für alle Baumarten 237,90 Euro pro Festmeter
erzielt, ziemlich genau dasselbe wie im Jahr 2011. Die Buchen, so
Herter, konnten nur einen durchschnittlichen Preis von 111 Euro pro
Festmeter erzielen, 2011 waren es noch 122 Euro. Ohne wesentliche
Änderungen wurden Erlen, Bergahorn und Birken auf den Markt gebracht.
Aber auch hier gilt: Gute Stämme bringen gutes Geld. Bei der Kirsche hat
sich dagegen der Preis halbiert. Für den Festmeter gab es im
Durchschnitt 84 Euro im Vergleich zum Vorjahr, als der Preis noch bei
160 Euro lag. Auf hohem Niveau ist die Lärche geblieben. Ein Stamm
brachte dem Forstamt Sonneberg stolze 1038 Euro ein.
Unter den
Waldbauern sitzt ein Student: Dr. Friedrich Dinkel aus Schottenstein,
der an der Forstuniversität Freiburg Forstwirtschaft im ersten Semester
studiert und sich damit seinen Jugendtraum erfüllt. Ein paar Hektar Wald
hatte er geerbt und ein paar mehr Hektar dazu gekauft. Er konzentriert
sich eher auf Baum-Exoten, wie den Speierling zum Beispiel, die
schwerste heimische Holzart, die zu den vergessen Rohstofflieferanten
zählt. Zudem hat er Hybrid-Nussbäume und Kirschen angepflanzt, die er
durch Plastikhüllen schützt. Was zwischen den Bäumen wächst, sagt er,
darf ordentlich verbissen werden: "Ich brauche viel Wild im Wald, das
Platz schafft für die Bäume, auf die es mir ankommt." Im nächsten Jahr
will Dinkel, der der Waldbauernvereinigung angehört, mit seinen
Kirschbäumen an der Submission teilnehmen. Schultheiß dankte auch der
Jagdgenossenschaft Unterwohlsbach, die den Holzplatz jedes Jahr aufs
Neue zur Verfügung. (blw)
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