Die ersten zertifizierten "Grünland- Spessart"-Betriebe präsentierten sich zusammen mit den Markeninhabern und dem "Grünland Spessart"-Vereinsvorsitzenden Marco Häuser (hintere Reihe, 2. v. l.) auf dem Conradshof in Westerngrund.
Die Regionalmarke "Grünland Spessart da ist
Draußen drin" ist mit den ersten 15 zertifizierten Betrieben aus
Landwirtschaft, Gastronomie und Lebensmittelhandwerk an den Start
gegangen. Auf dem Conradshof der Familie Staab in Westerngrund wurde
dazu in feierlichem Rahmen die Markensatzung an den Verein "Grünland
Spessart" übergeben.
Im November 2010 wurde der Verein
"Grünland-Spessart" mit rund 50 Mitgliedern aus Bayern und Hessen
gegründet, nachdem in den Jahren zuvor länderübergreifend eine
Markensatzung für Rind-und Schaffleisch geschaffen worden war. Im Verein
arbeiten die BBV-Keisverbände Aschaffenburg-Miltenberg und
Main-Spessart, der hessische Kreisbauernverband Main-Kinzig, der
Naturpark Spessart und der Verein SPESSARTregional zusammen. Die
Vermarktungsinitiative wurde bereits 2008 gestartet (wir berichteten).
Kürzlich hat das Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung die strengen
Qualitätskriterien von "Grünland Spessart" anerkannt. Weitere
Informationen unter www.gruenland-spessart.de Die ausgezeichneten
Betriebe können jetzt die Hofschilder montieren, so dass weithin
erkennbar ist: Hier wird Rind- und Schaffleisch von Spessart-Weiden
produziert. Marco Häuser, Vorsitzender des Vermarktungsvereins "Grünland
Spessart" dankte auf dem Conradshof vor allem für die "Beharrlichkeit"
der fünf Markeninhaber. Rainer Seimetz vom Kreisbauernverband
Main-Kinzig verdeutlichte, dass der Spessart eine "kulinarische
Top-Region" sei.
Die Grünland-Idee sei trotz föderalistischer Hemmnisse
über die bayerisch-hessische Grenze hinaus organisiert worden. Gruß- und
Dankesworte sprach BBV-Geschäftsführer Michael Rossmann. Der
stellvertretende Landrat Valentin Weber meinte, die Regionalvermarktung
im Kreis Aschaffenburg sei "schon lange überfällig" gewesen. Mit einer
"starken" Regionalmarke werde Landwirten und Gastronomen geholfen.
Manfred Weber von SPESSARTregional lobte, die Grünland- Beteiligten
hätten etwas "nicht Alltägliches" geschafft, da ihr "Denken und Handeln
nicht an der Ländergrenze aufgehört" habe.
Mit viel "Herzblut" sei für
die Landwirtschaft, den Erhalt und die Pflege der Landschaft, sowie für
den Arten-und Naturschutz gearbeitet worden. Oliver Kaiser, Naturpark-
Geschäftsführer, blickte auf die Anfänge des Vermarktungskonzeptes
zurück, das die Berliner Studierendengruppe "Mitarbeiter des Monats"
erstellt hat. Marco Häuser unterstrich die Qualitätskriterien: Die
Regionalmarke stehe für beste Haltungsbedingungen sowie für regionale
Stoffkreisläufe. Die Kontrollen für weitere Betriebe liefen auf
Hochtouren und der Verein sei offen für neue Mitstreiter, informierte
Häuser. Lebensmittel sollten nicht Mittel zum Zweck sein, mit denen man
sich möglichst billig ernähren könne. Vielmehr gelte es, zu "fairen
Preisen Genuss auf den Teller zu bringen" schloss Häuser, bevor sich die
Gäste nach einem Hof- Rundgang zu Tisch setzten und sich Gutes von
Spessartweiden schmecken ließen. (blw)