Donnerstag, 17.05.2012
"Grünland Spessart" am Start
Neue Regionalmarke gestartet / Erste Betriebe werden zertifiziert
Die ersten zertifizierten "Grünland- Spessart"-Betriebe präsentierten sich zusammen mit den Markeninhabern und dem "Grünland Spessart"-Vereinsvorsitzenden Marco Häuser (hintere Reihe, 2. v. l.) auf dem Conradshof in Westerngrund.
Westerngrund/Lks. Aschaffenburg
Grünland Spessart am Start: ( v. l.) Stefan Köhler, Kreisobmann im Landkreis Aschaffenburg und stellvertretender BBV-Bezirkspräsident Unterfrankens, freut sich mit den Betriebsinhabern des Conradhofes, Wolfgang und Doris Staab, sowie der Betriebsleiterin Monika Lesmeister. Ihr Betrieb umfasst 30 Hektar reines Grünland und 20 Mütterkühe (Angusrinder) mit Nachzucht.
© Fotos: Pfaff
Die Regionalmarke "Grünland Spessart da ist Draußen drin" ist mit den ersten 15 zertifizierten Betrieben aus Landwirtschaft, Gastronomie und Lebensmittelhandwerk an den Start gegangen. Auf dem Conradshof der Familie Staab in Westerngrund wurde dazu in feierlichem Rahmen die Markensatzung an den Verein "Grünland Spessart" übergeben. Im November 2010 wurde der Verein "Grünland-Spessart" mit rund 50 Mitgliedern aus Bayern und Hessen gegründet, nachdem in den Jahren zuvor länderübergreifend eine Markensatzung für Rind-und Schaffleisch geschaffen worden war. Im Verein arbeiten die BBV-Keisverbände Aschaffenburg-Miltenberg und Main-Spessart, der hessische Kreisbauernverband Main-Kinzig, der Naturpark Spessart und der Verein SPESSARTregional zusammen. Die Vermarktungsinitiative wurde bereits 2008 gestartet (wir berichteten). Kürzlich hat das Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung die strengen Qualitätskriterien von "Grünland Spessart" anerkannt. Weitere Informationen unter www.gruenland-spessart.de Die ausgezeichneten Betriebe können jetzt die Hofschilder montieren, so dass weithin erkennbar ist: Hier wird Rind- und Schaffleisch von Spessart-Weiden produziert. Marco Häuser, Vorsitzender des Vermarktungsvereins "Grünland Spessart" dankte auf dem Conradshof vor allem für die "Beharrlichkeit" der fünf Markeninhaber. Rainer Seimetz vom Kreisbauernverband Main-Kinzig verdeutlichte, dass der Spessart eine "kulinarische Top-Region" sei. Die Grünland-Idee sei trotz föderalistischer Hemmnisse über die bayerisch-hessische Grenze hinaus organisiert worden. Gruß- und Dankesworte sprach BBV-Geschäftsführer Michael Rossmann. Der stellvertretende Landrat Valentin Weber meinte, die Regionalvermarktung im Kreis Aschaffenburg sei "schon lange überfällig" gewesen. Mit einer "starken" Regionalmarke werde Landwirten und Gastronomen geholfen. Manfred Weber von SPESSARTregional lobte, die Grünland- Beteiligten hätten etwas "nicht Alltägliches" geschafft, da ihr "Denken und Handeln nicht an der Ländergrenze aufgehört" habe. Mit viel "Herzblut" sei für die Landwirtschaft, den Erhalt und die Pflege der Landschaft, sowie für den Arten-und Naturschutz gearbeitet worden. Oliver Kaiser, Naturpark- Geschäftsführer, blickte auf die Anfänge des Vermarktungskonzeptes zurück, das die Berliner Studierendengruppe "Mitarbeiter des Monats" erstellt hat. Marco Häuser unterstrich die Qualitätskriterien: Die Regionalmarke stehe für beste Haltungsbedingungen sowie für regionale Stoffkreisläufe. Die Kontrollen für weitere Betriebe liefen auf Hochtouren und der Verein sei offen für neue Mitstreiter, informierte Häuser. Lebensmittel sollten nicht Mittel zum Zweck sein, mit denen man sich möglichst billig ernähren könne. Vielmehr gelte es, zu "fairen Preisen Genuss auf den Teller zu bringen" schloss Häuser, bevor sich die Gäste nach einem Hof- Rundgang zu Tisch setzten und sich Gutes von Spessartweiden schmecken ließen.
Doris Pfaff
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