Donnerstag, 17.05.2012
Guter Weg mit Verbundberatung
Mariaort/Regensburg - Jahresbilanz der Saatgetreideerzeuger und des Erzeugerrings für landwirtschaftliche pflanzliche Qualitätsprodukte Oberpfalz.
Sorgten für die optimale Information der Mitglieder: Vorsitzender Gert Stadler, Ringberater Thomas Zirngibl, Vorsitzender Jürgen Wiß, Wolfgang Sichelstiel vom AELF Regensburg, Referent Dr. Lorenz Hartl und Dr. Stefan Kremb vom AELF Regensburg (v. l.).
Rund 40 Mitglieder der Saatgetreideerzeugervereinigung Oberpfalz und des Erzeugerrings für landwirtschaftliche pflanzliche Qualitätsprodukte Oberpfalz waren zu ihrer gemeinsamen Mitgliederversammlung ins Gasthaus Krieger in Mariaort gekommen. Jürgen Wiß, Vorsitzender der Saatgetreideerzeugervereinigung, sprach diesmal von einer erfreulichen Vermarktung. Anders als in anderen Bundesländern, wo es teilweise erhebliche Probleme mit der Keimfähigkeit gegeben habe, hatten die Bayern Glück. Sie hätten ihr Saatgetreide gut eingefahren und auch der Markt sei gut und der Preis akzeptabel gewesen. Gert Stadler, Vorsitzender des Erzeugerrings für landwirtschaftliche pflanzliche Qualitätsprodukte Oberpfalz, sprach die Diskussionen mit dem Finanzamt an, das für jegliche Beratung eine Mehrwertsteuer erhebe. Dennoch erhöhe man heuer den Mitgliedsbeitrag nicht. Mit der Verbundberatung sei man auf einem guten Weg. Man hoffe, dies noch erweitern zu können. Mittlerweile seien 7800 Betriebe mit 85 Prozent der Fläche in der Beratung. Davon nutzten 350 eine Einzelberatung. 1500 Landwirte würden die Beratungsfaxe beziehen, von denen es rund 40 im Jahr gebe. Auch die Beratungshotline werde gut angenommen. Der langjährige Geschäftsführer Heinrich Hofstetter war im Mai 2011 in den Ruhestand gewechselt. Die Vorsitzenden würdigten seine Leistungen für die beiden Erzeugerverbände. Wolfgang Sichelstiel vom AELF Regensburg berichtete über die Braugersten- und die Saatgetreideerzeugung in der Oberpfalz. So habe sich die Braugerstenanbaufläche um 7,7 Prozent gesteigert auf 25 827 Hektar. Dennoch sei es die zweitniedrigste Fläche seit Beginn der statistischen Erfassung. Mit 22 Prozent der bayerischen Sommergerstenanbaufläche bleibe die Oberpfalz das zweitgrößte Erzeugungsgebiet in Bayern. Nur Oberfranken baue mehr an. Schwerpunkte seien in den Landkreisen Tirschenreuth, Neumarkt und Neustadt/WN mit rund zwei Dritteln der Fläche. Flächeneinschränkungen habe es im Landkreis Cham gegeben wegen Biogas. Am deutlichsten seien die Flächen in den Kreisen Neumarkt und Amberg ausgeweitet worden. Überdurchschnittlich sei der Ertrag gewesen mit 53,4 Dezitonnen pro Hektar. Es war der zweithöchste Ertrag im Zehnjahres-Schnitt, stellte Sichelstiel fest. Die Gesamterzeugungsmenge lag bei 137 000 Tonnen, davon 96 000 bis 110 000 Tonnen Braugerste. Führende Sorten waren Marthe, dann weit abgeschlagen Grace. Im Jahr 2010 waren in der Oberpfalz 1353 Hektar Saatgetreide zur Anerkennung angemeldet. Davon wurden 92 Prozent anerkannt. Die abgesetzte Saatgutmenge lag bei knapp 66 000 Dezitonnen, damit 11,3 Prozent höher als im schwachen Vorjahr 2009. Heuer wurden 1422 Hektar zur Anerkennung gemeldet, was 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr entspricht. 95 Betriebe vermehren, das sind zwei weniger als im Vorjahr. Die durchschnittliche Vermehrungsfläche je Betrieb lag bei 15,6 Hektar. Erstmals gab es im Landkreis Cham keine Getreidevermehrung mehr. 54 Prozent der Vermehrung finden im Landkreis Regensburg statt, gefolgt von Amberg-Sulzbach, Schwandorf und Tirschenreuth, sowie Neumarkt und Neustadt/WN. Über "Pflanzenbauversuche Voraussetzungen für den Fortschritt" referierte Dr. Lorenz Hartl vom Institut für
Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der LfL. Er riet, genau hinzuschauen, wie viele Standorte und wie viele Jahre hinter den Versuchen und ihren Ergebnissen steckten. Wichtig seien Exaktversuche mit Wiederholungen. So gebe es beispielsweise für Weizen 14 Prüfstandorte in Bayern, davon drei in der Oberpfalz. Detaillierte Versuchsberichte seien im Internet zu finden unter www.lfl.bayern.de/ipz/getreide/. Letztlich sei die Frage, ob die Versuche in dieser Größenordnung aufrecht erhalten blieben, ein Politikum. Das System sei wichtig, sagte Hartl, um den Fortschritt zu sichern und den Markt zu motivieren, in die richtige Richtung zugehen. Und, so bekräftigte ER-Vorsitzender Gerd Stadler, die Ergebnisse seien unverzichtbar im Sinne einer unabhängigen Beratung. "Wir dürfen nicht nachlassen, das immer wieder anzusprechen. Nur so können wir Neutralität sichern."
Christine Schmid
Um ein Kommentar zu schreiben müssen Sie sich einloggen.