Donnerstag, 17.05.2012
Heizwert von Scheitholz manchmal zu hoch angesetzt
Im Wochenblatt Nr. 45/2011 wurden in dem Beitrag "Die wahren inneren Werte" die Energiegehalte von Holz dargestellt theoretische Werte, die in der Praxis teils deutlich nach unten korrigiert werden müssen, wie auch Wochenblatt-Leser Thomas Gmelch aus Pfaffenhofen festgestellt hat.
Wie viel Energie im gestapelten Brennholz steckt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
"Wenn ich mich mit Freunden über das Brennholz unterhalte, stehen die unterschiedlichsten Zahlen zum Energiewert und zu den Kosten im Raum. Ich möchte das hier so einfach wie möglich erklären: Ich habe in den Wasserkreislauf meines Scheitholzkessels ein geeichtes Energiemengen-Messgerät eingebaut. Daher habe ich auch einige eigene Daten zur Verfügung. Die meisten meiner Informationen stammen aber vom Technologie- und Förderzentrum in Straubing (im Internet unter www.tfz.bayern.de mit vielen Daten zu finden). Holz ist ein Naturprodukt und kann deshalb nur mit Näherungs- oder Durchschnittswerten bewertet werden. Brennholz darf einen Wassergehalt von 15 bis 20 Prozent haben bei über 20 Prozent darf es laut Vorschrift nicht verheizt werden. Ich rede hier von gutem, dichtem Holz! Ob es gut oder leicht beziehungsweise minderwertig ist, muss und kann jeder selbst beurteilen, wenn er es nur genau anschaut. Am genauesten kann man Brennholzenergie über das Gewicht bewerten. Ein Kilogramm Eichen- oder Buchenholz hat einen Energiegehalt von etwa 3,9 kWh, Fichte 4 kWh, Kiefer 4,1 kWh. Ein Ster (Raummeter) Fichtenscheitholz mit 20 Prozent Wassergehalt hat laut Tabellen des TFZ 271 kg Gewicht und 1096 kWh Energie, Kiefer hat 301 kg und 1234 kWh, Buche hat 368 kg und 1458 kWh. Die vorhandene Energie kann (laut TFZ) aber nur zu circa 78 Prozent genutzt werden, denn der heiße Rauch, der durch den Schornstein geht, ist verloren. Deshalb bleibt vom Ster Fichtenscheitholz eine Nutzenergie von 855 kWh, bei Föhre 962 kWh und bei Buche 1137 kWh. Nur diese Energie steht wirklich zur Verfügung. Meine eigenen Messungen ergaben 750 bis 1000 kWh pro Ster, im Durchschnitt 850 kWh. Wenn man davon ausgeht, dass ein Liter Heizöl EL circa zehn Kilowattstunden Nutzenergie abgibt, kann sich jeder sehr einfach ausrechnen, wie das Verhältnis zwischen Heizöl und Brennholz ausschaut."
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