Donnerstag, 23.02.2012
Herkunft von Möbelhölzern
Köln - Der Nachweis für eine ökologisch und sozial unbedenkliche Herkunft des verarbeiteten Holzes wird bei Möbeln bislang nur in geringem Maße als Verkaufsargument wahrgenommen. Das geht aus einer von der Systain Consulting GmbH durchgeführten Studie hervor.
Den Auftrag dazu erteilte PEFC Deutschland. Die Ergebnisse der Befragung wurden im Januar auf der Internationalen Möbelmesse "imm" in Köln präsentiert.
Geringes Interesse der Möbelkäufer
Die Ergebnisse lassen vermuten, dass sich bisher nur ein sehr geringer Teil der Möbelhändler mit der Herkunft und der Produktionsweise von Möbelholz beschäftigt. Lediglich 39 Prozent der befragten Möbelhäuser, die Nachhaltigkeitszertifikate führen, werben aktiv damit. Offenbar spürt der Handel vonseiten des Verbrauchers noch keinen Druck, sich über die Herkunft und den Anbau des Möbelholzes Gedanken zu machen. Lediglich drei Prozent der Kunden fragen laut Aussage der befragten Unternehmen beim Kauf eines Möbelstückes nach der Produktionsweise des verarbeiteten Holzes. Dabei kommt es auch auf die Art des Möbelstücks an: Holz wird als Rohstoff für Möbel eher wahrgenommen, wenn es im Möbelstück sichtbar ist (z. B. in Massivholzmöbeln). Als Grundlage für Polstermöbel oder als Material für Spanplatten findet Holz weniger Beachtung und verschwindet leicht aus dem Fokus des Händlers wie auch des Verbraucherinteresses. Auf der anderen Seite weisen einige der Befragten auch darauf hin, dass sich die Haltung der Kunden allmählich ändert. Aktuelle Studien belegen zudem, dass das Thema Nachhaltigkeit als Kaufargument in nahezu allen Branchen rasant an Bedeutung gewinnt. Außerdem wächst der Druck vonseiten der Politik. Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer von PEFC Deutschland, ordnet die Ergebnisse ein: "Wir sind überrascht über die bisher noch geringe Bedeutung, die das Thema Nachhaltigkeit beim Möbelhandel einnimmt zeigt doch die ständig steigende Zahl an PEFC2/3-Zertifikaten bei den Möbelherstellern, dass Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in der Branche immer wichtiger wird." Für den Möbelhandel sei jetzt also die ideale Zeit, den Kunden in seinem Umdenken abzuholen und einer kritischer werdenden Zivilgesellschaft wie auch einer strengeren Regulierung durch die Politik zuvorzukommen. Die Autoren der Studie liefern dem Möbelhandel wie auch dem Zertifizierungssystem PEFC auf Grundlage der Forschungsergebnisse Ansätze dazu. Dirk Teegelbekkers: "Wir werden die Ergebnisse nutzen und die Vorteile der PEFC-Zertifizierung als Teil einer Nachhaltigkeitsstrategie im Bereich Möbelhandel nun noch stärker bewerben." Denn spätestens seit der durch den Klimawandel und die anstehende Energiewende stetig wachsenden Nachfrage nach Alternativen zu fossilen Rohstoffen und Energien ist die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder der Erde keine Luxusangelegenheit mehr. Holz ist schlichtweg zu wertvoll geworden.
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