Donnerstag, 17.05.2012
Hervorragende Getreideernte in Frankreich
MONTREUIL.
In Frankreich dürfte auch in diesem Jahr eine sehr gute Getreideernte
eingefahren werden. Wie das neue zentrale Produktamt FranceAgriMer, in
das bereits zum 1. April 2009 fünf staatliche Produktämter integriert
worden waren, in der zweiten Augustwoche in Montreuil bei Paris
mitgeteilt hat, wird sich das Aufkommen an Weichweizen, das bereits in
weiten Landesteilen zum Zeitpunkt der Erhebung eingebracht war,
wahrscheinlich zwischen 37,5 Mio t und 38 Mio t bewegen und damit das
hervorragende Ergebnis des Vorjahres von 37 Mio t noch übertreffen. Den
mittleren Hektarertrag bezifferten die Fachleute auf 77 dt/ha, womit
der bisherige Rekord des Jahres 2004 gebrochen würde. Für das
Anbaugebiet nördlich der Loire meldet das Produktamt Erträge zwischen
50 dt/ha und 90 dt/ha, und in der Pariser Börde bis hin zum Norden des
Landes wurden sogar Höchsterträge von 120 dt/ha registriert. In
Südfrankreich schwanken die Erträge bei Weichweizen zwischen 45 und
70 dt/ha. Ungeachtet der enttäuschenden Erträge in den Regionen
Aquitaine und Midi-Pyrénées wird die dortige Weichweizenqualität als
sehr gut eingestuft.
Die Hartweizenernte dürfte sich nach jüngsten Schätzungen des
Produktamtes auf annähernd 2 Mio t belaufen; hier liegt der
durchschnittliche Hektarertrag bei 28 dt. Die Qualität des Aufkommens
wird bei einem spezifischen Gewicht von meist über 80 kg/hl als sehr
gut eingestuft. Den durchschnittlichen Proteingehalt beziffern die
Experten von FranceAgriMer auf 14 %. An
Gerste wurden schätzungsweise
12,8 Mio t eingefahren, was einen absoluten Rekord bedeuten würde.
Davon entfallen auf Wintergerste 9,1 Mio t und auf Sommergerste
3,7 Mio t. Die Flächenerträge an Wintergerste erreichen den Fachleuten
zufolge im Schnitt über 70 dt/ha, wobei die höchsten Werte nördlich der
Seine mit mehr als 80 dt/ha bis 100 dt/ha registriert wurden. Die
unterschiedlichen Erträge führt das Produktamt auf den Zeitpunkt der
Aussaat, die Bodenbeschaffenheit, das
Wetter im Frühjahr und die
jeweilige Sortenwahl zurück. Die Qualität von
Braugerste stufen die
Fachleute als sehr gut ein. Der Proteingehalt liegt nach ihren Angaben
generell zwischen 9 % und 11,5 %. Das Aufkommen an Sommergerste schätzt
FranceAgriMer auf 3,7 Mio t. Die Hektarerträge werden generell als gut
bis sehr gut eingestuft. Das gilt auch für die Qualität.
Bei Futtererbsen erwarten die Marktbeobachter infolge einer
Aufstockung des Anbauareals und höherer Erträge ein Aufkommen von gut
500 000 t. Bei Raps dürften die französischen Landwirte dank eines
durchschnittlichen Hektarertrages von 37,5 dt eine Rekordproduktion von
5,4 Mio t einfahren. In den Regionen Champagne, Lothringen und Burgund
schwanken die Erträge zwischen 38 und 40 dt/ha, während sie nördlich
der Seine bis zu 45 dt erreichen.
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