Montag, 21.05.2012
Holz ist gefragt wie lange nicht
Dasing/Lks. Aichach-Friedberg - FBG Friedberg vermarktete im letzten Jahr 30000 Festmeter Holz.
Die neu gewählte Vorstandschaft der Forstbetriebsgemeinschaft Friedberg mit ihrem Vorsitzenden Leo Büchler in der Mitte: (v. l.) Stellvertretender Vorsitzender Anton Späth-Wernberger, Michael Riedlberger, Gerhard Späth, Leo Büchler, Gottfried Wecker, Alois Winterholler und Geschäftsführer Anton Wittmann.
Bei ihrer 41. Jahrehauptversammlung im Gasthaus Bäckerwirt in Dasing blickte die Forstbetriebsgemeinschaft Friedberg, die derzeit 797 Mitglieder hat, auf ein sehr erfolgreiches Waldwirtschaftsjahr zurück. "Holz ist ein gefragter Rohstoff wie seit Langem nicht mehr", sagte Vorsitzender Leo Büchler. Die sehr gute Nachfrage nach Holz habe dazu geführt, dass der Auszahlungspreis von 98 Euro im Leitsortiment konstant das ganze Jahr durchgehalten werden konnte. Geschäftsführer Anton Wittmann hob in seinem Bericht hervor, dass im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 30 000 Festmeter Holz gemeinsam vermarktet wurden. Dabei wurde ein Umsatz von 2,4 Millionen Euro erzielt. Das vergangene Geschäftsjahr hätte aus forstlicher Sicht kaum besser sein können. Es kam auch zu keinem Schadholzanfall. Im Holzmarktbericht und dem Ausblick stellte der Geschäftsführer fest, dass mit dem aktuellen Preis ein sehr hohes Niveau erreicht sei. Dieses sollte dazu genutzt werden, die gute Nachfrage nach Stammholz jetzt zu bedienen. Die längerfristigen Entwicklungen seien schwer abzuschätzen, die Konjunkturprognosen inzwischen eher verhalten, so Wittmanns Begründung.
Energieholz, eine starke dritte Säule
Die mit den Holzverarbeitern abgeschlossenen Verträge laufen bis Ende April 2012 mit der Klausel: Sollte es zu Verschiebungen am Markt kommen, müsse nachverhandelt werden. Für das Leitholz, Fichte-BC 2b, konnte sogar noch ein etwas höherer Preis mit 103 Euro ausgehandelt werden. "Spannend" sei es ebenso im Faserholzbereich, das Industrieholz stehe schwer unter dem Druck der riesigen Energieholznachfrage. Energieholz habe sich in den letzten Jahren als dritte Säule sehr stark entwickelt. Der Geschäftsführer animierte die Waldbesitzer, jetzt die positive Situation für einen Holzeinschlag zu nutzen, um sich einen guten Preis zu sichern. Für Hackschnitzel werden für eine Tonne bei einer Restfeuchte von 25 Prozent immerhin 65 Euro bezahlt. Die FBG legt Wert darauf, Hackschnitzel möglichst in der Region zu vermarkten. Bei Stammholz war die Unterbernbacher Firma Heggenstaller der größte Abnehmer. Die gute Entwicklung der Friedberger FBG lobte auch Landtagsabgeordneter Reinhard Pachner. Die Forstgemeinschaften leisteten eine wichtige Arbeit bei Organisation, Beratung und Absatz. Darüber hinaus versuchten sie auch im Hinblick auf den Klimawandel eine Antwort in Sachen Waldumbau zu geben. AuchVize-Landrat Matthias Stegmeir hob die Bedeutung der Forstwirtschaft für die Region hervor: "Die Forstbetriebsgemeinschaft ist ein Wertfaktor der bäuerlichen Landwirtschaft." Der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg, Wolfgang Sailer, nannte konkrete Zahlen: Im Landkreis gebe es rund 20 000 Hektar Waldfläche, mit einem Holzvorrat von etwa neun Millionen Festmeter Holz. Ein Waldbesitzer habe eine durchschnittliche Waldfläche von knapp über drei Hektar, rund 63 Prozent seien Fichtenwald. Nicht nur aus ökologischen Gründen sei es nötig, auch andere Baumarten bei einer Bestandsgründung einzubringen.
Interessante Lehrfahrten
Zu den Aktivitäten der FBG gehörten heuer auch eine Lehrfahrt nach Südtirol mit 48 Teilnehmern. Zum internationalen Jahr des Waldes fuhr man mit dem Bus zur zentralen Veranstaltung nach Weißenburg. Am 1. Oktober organisierte die Forstbetriebsgemeinschaft einen Waldspaziergang unter dem Motto "Achtung vor der Natur und Umgang mit der Schöpfung" von Gollenhof nach Blumenthal. Unter der Leitung von Forstdirektor Hartmut Dauner erfuhren die Teilnehmer viel über die Bedeutung des Waldes. Erst vor wenigen Tagen besuchte die FBG die Wälder von Freiherr von Wiedersperg-Leonrod in Maria Kappel und das Kloster St. Ottilien. Dort wird mit Biogas und Hackschnitzeln das gesamte Kloster mit Energie versorgt. Mit einem sehr interessanten Referat wartete der niederbayerische Holzbauunternehmer Xaver Haas über die breite Verwendungsmöglichkeit von Holz bei Bauten für verschiedene Zwecke auf. "Mit Innovationskraft, dem sicheren Gespür für den Markt und unternehmerischer Weitsicht" produziere die Haas-Gruppe an 16 Produktionsstandorten in ganz Europa. Der Unternehmer rief die Waldbesitzer dazu auf, auch selbst mehr auf das Bauen mit Holz zu setzen. Die Fortentwicklung von neuen Produkten ist seiner Ansicht nach wichtig, um auch in Zukunft einen guten Holzpreis erwirtschaften zu können.
Franz Hofner
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