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[ » BLW » Content » Regionen » Schwaben » Holz als Hightechprodukt ist gefragt ]
Montag, 21.05.2012
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Schwaben | 15.12.2011 Redaktion BLW

Holz als Hightechprodukt ist gefragt

FBG Neu-Ulm blickt auf ein Jahr ohne Kalamitäten mit guten Preisen
Auch die Neu-Ulmer Waldbesitzer werden sich umstellen müssen : Mit Blick auf den Klimawandel hat die Fichte auf vielen Standorten als Brotbaum ausgedient.
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Auch die Neu-Ulmer Waldbesitzer werden sich umstellen müssen : Mit Blick auf den Klimawandel hat die Fichte auf vielen Standorten als Brotbaum ausgedient.
Und wieder geht ein Jahr zu Ende, auf das die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Neu-Ulm auf ihrer Versammlung in Biberach zufrieden zurückblickten: Die Säger suchen Holz, die Preise befinden sich auf einem stabilen Zehn-jahreshoch und weder Käfer noch Sturm beeinträchtigten das Geschäft. "Unser Holz ist ein High-techprodukt für die Wirtschaft und die Gesellschaft", schwärmte FBG-Vorsitzender Josef Mack. Mehr als ein Drittel der bayerischen Landesfläche besteht aus Wald und die Hälfte davon gehört den Privatwaldbesitzern. Diese sorgten für ein vielfältiges Mosaik der Waldlandschaft, sagte Mack. Die Forstwirtschaft gehöre zu den wichtigsten Branchen in Bayern. Vor fünf Jahren wurde der Holz-Cluster ins Leben gerufen. Seither seien viele Netzwerke geknüpft worden, um das Holz als Nachwachsenden Rohstoff zu profilieren. Dieser hat eine hervorragende Ökobilanz und leistet einen enormen Beitrag zum Klimaschutz.

Gemeinsam werben

Nach dem Aus für den Holzabsatzfonds wurde das Werbebündnis "pro Holz Bayern" gestartet, gab Mack bekannt. Der Beitrag der FBG Neu-Ulm zu dieser Werbegemeinschaft belaufe sich auf lediglich fünf Cent/fm vermarkteten Holzes. "Das tut bei den aktuellen Holzpreisen niemandem weh." Mack zufolge ist der Fünfcent-Beitrag im Grunde zu gering, denn "wer nicht wirbt, der stirbt". Weniger Freude als die guten Stammholzpreise macht den FBG-Mitgliedern der Papierholzpreis. Mittlerweile gebe es mit der UPM in Deutschland nur noch einen einzigen großen Abnehmer für dieses Segment, erklärte Mack. Aufgrund der Marktmacht dieses Unternehmens würden die Verhandlungen zunehmend schwierig. Deshalb appellierte der FBG-Vorsitzende an die Solidarität der Mitglieder und riet ihnen davon ab, möglichen Lockangeboten von UPM nachzugeben und das Papierholz an der FBG vorbei zu vermarkten "sonst sind wir verkauft". FBG-Geschäftsführer Michael Kölbl mahnte die Mitglieder, die Intensität ihres Holzeinschlags nicht an folgenden Fragen festzumachen: Brauche ich gerade Geld, habe ich gerade Zeit? Ausschlaggebend für den Zeitpunkt und die Menge des Einschlags sollte vielmehr die Frage sein: Braucht mein Wald den Einschlag und braucht der Markt mein Holz? Im vergangenen Wirtschaftsjahr hat die FBG Neu-Ulm laut Kölbl einen Umsatz von rund 2,6 Mio. Euro aus dem Holzverkauf erlöst. Insgesamt wurden 32 605 Einheiten vermarktet, 31 452 Einheiten waren es im Vorjahr. Im Einzelnen waren dies (Vorjahresergebnisse in Klammern): 5187 (3580) rm Papierholz zu 36 Euro/rm, 377 rm Stangenholz und 2957 rm/srm Brennholz. Angesichts der hohen, immer noch steigenden Brennholzpreise müsse Schwachholz also nicht unbedingt als Papierholz vermarktet werden, sagte Kölbl mit Blick auf UPM. An Fixlängenholz wurden 11 395 (9566) fm über die FBG abgesetzt, Stammholz 10 065 (11 368) fm und sonstigem Nadelholz (Lärche, Kiefer, Douglasie) 739 fm. Das Laubholz schlug mit 697 (1073) fm zu Buche, mehr als die Hälfte davon war Pappelholz. Die Attraktivität der Submission nahm noch einmal zu. Bei der jüngsten Auktion in Leipheim wurden insgesamt 1028 fm verkauft, von denen 160 (96) fm auf die FBG Neu-Ulm entfielen. Diese wurden mit rund 64 000 (32 000) Euro vergütet, was einem Schnittpreis von 399 (334) Euro entspricht. Derzeit gehören der FBG Neu-Ulm 929 Mitglieder mit einer Waldfläche von insgesamt 5392 ha an. Über 50 Waldpflegeverträge betreut die FBG 965 ha Waldbesitz. An Zaunmaterial wurden 6700 lfm bestellt. Dass die Waldbesitzer zunehmend in Richtung Mischwald denken, zeigen die Pflanzenbestellungen für die Aufforstung. Im letzten Jahr kauften die FBG-Mitglieder 40 129 Nadelholzsetzlinge (Anteil von 42,2 %, Vorjahr 43,6 %). Demgegenüber wurden 54 993 Laubholzpflanzen bestellt ein Anteil von 57,8 %. Der Leiter des Bereichs Forsten am AELF Krumbach, Peter Birkholz, ging auf die Förderpolitik des Freistaats ein. Probleme habe es im letzten Jahr mit der Förderung der Jugendpflege gegeben. Hier sei für jede Baumart ein eigenes Behandlungskonzept erforderlich, die Abgrenzung zwischen jungen und alten Bäumen bereite zuweilen Schwierigkeiten ebenso wie die Abgrenzung zwischen Jugendpflege und Jungdurchforstung alles Punkte, die für die Förderung entscheidend seien. Die Forstbeamten helfen draußen vor Ort, dass hier eine eindeutige Entscheidung getroffen werden kann, versicherte Birkholz. Sie würden dabei ihren Ermessensspielraum so weit wie möglich nutzen, ihn aber nicht überstrapazieren, um keine Präzedenzfälle zu schaffen. Was die Förderung betrifft, gelte also: "Die Finger von allem lassen, das zweifelhaft ist." Birkholz erinnerte daran, dass 2012 wieder die Vegetationsgutachten anstehen diesmal allerdings mit der Möglichkeit, auf Antrag der Jagdgenossenschaften revierweise Aussagen zu treffen. Dadurch könne der Revierleiter besser abschätzen, ob das Waldverjüngungsziel bei der aktuellen Verbisssituation zu erreichen ist. So könne die Diskussion um die Abschusszahlen zielgerichtet geführt werden. Mit Blick auf das Eschentrieb-sterben, mochte Birkholz den Waldbesitzern nicht empfehlen, Eschen anzupflanzen. Die Entnahme kranker Bäume oder das Ausschneiden von Kulturen könne die Infektionswege aber nicht unterbrechen.

Einschlag: Trends nutzen

In seinem Holzmarkbericht blickte der Forstliche Berater der FBG Neu-Ulm, Peter Schaffner, auf ein ruhiges Jahr zurück. In Bayern würden derzeit jährlich nur 17 Mio. fm Holz eingeschlagen, obwohl 20 Mio. möglich wären, ohne die Nachhaltigkeit zu gefährden. Für Fichte der Klasse B 2b bezahlen die Sägewerke derzeit 100 bis 105 Euro/fm eine Folge der nicht ausgelasteten Sägekapazitäten. Auf der anderen Seite führen die hohen Holzpreise dazu, dass immer mehr Sägewerke aufgeben. Laut Schaffner war die Binnennachfrage im ersten Halbjahr des zurückliegenden Wirtschaftsjahrs zwar recht gut, doch der Export lief aufgrund der Wirtschaftskrise nur auf niedrigem Niveau. EU-weit habe der Laubholzmarkt um 14 % angezogen. Für Eiche und Esche bestehe eine gute Nachfrage mit guten Preisen. Diesen Trend sollten die Waldbesitzer durch Einschlag nutzen, mahnte Schaffner an. Buchenstammholz sei bei derzeit 120 bis 140 Euro/fm wenig nachgefragt, während sich schwächeres Buchenholz hochpreisig als Brennholz absetzen lasse. Für das neue Jahr erwartet der Berater stabile Holzpreise falls kein großes Sturmereignis einen Strich durch die Rechnung macht. (blw)
 
Holz als Hightechprodukt ist gefragt (15.12.2011)
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