Aufgrund der politischen Diskussion um Emissionen aus der Landwirtschaft, Einarbeitungsfristen von Gülle und der steigenden Preise für mineralische Düngemittel wird eine nährstoffeffiziente und emissionsmindernde Ausbringtechnik zunehmend an Bedeutung in der Praxis gewinnen.
Gülleinjektion auf Grünland
So griff die Landmaschinenschule Triesdorf im Rahmen eines Thementages die Fragestellung Gärrest- und Gülleinjektion auf Grünland auf. In Rahmen von Fachvorträgen wurden die pflanzenbaulichen Aspekte der Gülle- und Gärrestausbringung auf Grünland dargestellt. Durch den Einsatz von Schlitz- und Injektionstechnik werden die Nährstoffausnutzung gerade bei Stickstoff und Phosphor erheblich verbessert, Emissionen an Ammoniak reduziert und die Futterqualität durch geringere Verschmutzung gesteigert.
Zudem wirkt sich die emissionsarme Gülleausbringung nicht nur positiv pflanzenbaulich aus, sondern auch hilft Produktionskosten zu senken. Laut Rechnungen des KTBL entstehen durch das Schlitzverfahren im Vergleich zur Breitverteilung je nach Ausbringmenge (1000 bis 30 000 m³ pro Jahr) zwischen 3,4 und 1,5 €/m³ an Mehrkosten.
Aufgrund der reduzierten Ammoniakemissionen werden im Vergleich zu aktuellen Düngerpreisen circa 2,0 €/m³ eingespart. Dabei wird deutlich, dass der Einsatz von Schlitztechnik einzelbetrieblich wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Was in der Praxis eine gemeinschaftliche Mechanisierung oder den Einsatz eines Lohnunternehmers erfordert. Veränderte gesetzliche Regelungen zur Gülleausbringung und die Einhaltung der durch die EU vorgegebenen nationalen Emissionsobergrenzen für den Ammoniakausstoß werden die Umstellung auf eine verlustmindernde Ausbringtechnik beschleunigen.
Mit höheren Auflagen werden Landwirte in anderen europäischen Ländern schon länger konfrontiert, wie das Beispiel Holland zeigt.
Im Anschluss zu den Fachvorträgen wurden verschiedene Verfahren zur Gülleinjektion im Grünland praktisch eingesetzt und hinsichtlich ihrer Arbeitsqualität subjektiv beurteilt.
Aus Sicht der Landmaschinenschule Triesdorf sind beim Einsatz verschiedener Ausbringtechniken dauerhaft folgende Punkte zu klären: Auswirkungen auf die Grasnarbe (evtl. Nachsaat bei Ausbringung), Verunkrautung, Bodenbedingungen, Ablagetiefe und Futterqualität. Dazu wurde an den Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf ein Beobachtungsversuch angelegt. Fazit der Veranstaltung war, dass trotz schwieriger Einsatzbedingungen eine ordentliche Arbeitsqualität erzielt werden konnten. Aufgrund der hohen Anschaffungskosten v. a. für gezogene Fässer (mehr als 100 000 €) kann nur eine absetzige Gülleausbringung erfolgen, um die Auslastung der Spezialtechnik steigern zu können und damit die Ausbringkosten zu reduzieren. Eine visuelle Beurteilung der Versuchsfläche zwei Wochen nach der Veranstaltung zeigte, dass die Grasnarbe wieder geschlossen, die Pflanzen eine höhere Wuchskraft zeigten und nahezu keine Futterverschmutzung festzustellen war. (sü)