Darf ich meine Kamerunschafe neben Heu zusätzlich mit Maissilage füttern? Welche Mengen pro Tier und Tag sind sinnvoll?
Das Kamerunschaf ist eine der wenigen Haarschafrassen in Deutschland. Es liefernt einen guten Fleischgeschmack. Foto: fotolia
Maissilage wird von Schafen gerne gefressen. Maissilage enthält einen hohen Energiegehalt (über 10 MJ ME (Umsetzbare Energie) je kg Trockenmasse (TM)) in Verbindung mit einem relativ niedrigen Eiweißgehalt (ca. 80 g XP (Rohprotein) je kg TM). Heu enthält je nach Qualität und Schnittzeitpunkt ca. 9 MJ ME und ca. 120 g Rohprotein je kg TM. Bei der Silagefütterung ist auf eine einwandfreie Qualität zu achten. Schimmel und Verunreinigungen im Futter können bei Schafen zur Listeriose (Zentralnervöse Störungen, Verenden) führen.
Die Zufütterung von Maissilage ist bei Tieren, die erhöhte Leistungen erbringen (Trächtigkeit/Säugezeit) sinnvoll, um eine ausreichende Nährstoffversorgung zu gewährleisten. Bei einem Lebendgewicht von 50 bis 60 kg benötigen Kamerunschafe ca. 1,0 bis 1,2 kg Heu als Erhaltungsbedarf. Während der Hochträchtigkeit, das heißt ab dem 105. Trächtigkeitstag, könnte bis zu 1,0 kg Maissilage (mit 30% TM) zugefüttert werden. In der Säugezeit, besonders bei Mehrlingsgeburten, steigt der Energie- und Eiweißbedarf noch einmal stark an.
Die tägliche Heuration sollte dann bei ungefähr 1,4 kg liegen. Die Maissilage könnte auf bis zu 2 kg je Tag gesteigert werden. Hat die Maissilage einen anderen TM-Gehalt als 30%, ist die Menge entsprechend anzupassen. Bei zu hohen Maisanteilen in der Ration besteht die Gefahr der Verfettung. Für eine genaue Futterrationsberechnung sind die Inhaltsstoffe der Futtermittel, die in Abhängigkeit von Zusammensetzung und Qualität stark schwanken, entscheidend.
Die Inhaltsstoffe sind entweder über eine Futtermitteluntersuchung zu bestimmen oder können über Futterwerttabellen geschätzt werden. Futterumstellungen bei Schafen sollten über mehrere Tage verteilt erfolgen, damit sich die Pansenbakterien an die neue Ration anpassen können.