Montag, 21.05.2012
Kein Tropfen darf daneben gehen
Edenland/Geisenhausen Pflanzenbautage des Landwirtschaftsamtes Landshut.
Informationen rund um den Pflanzenbau gaben (v. l.) Dr. Josef Freundorfer, Markus Grundner, Dr. Stefan Neser und Johann Wimmer.
© Foto: Gebendorfer
"Ein interessantes Programm für alle Praktiker" erwartete die Landwirte laut Johann Wimmer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Landshut bei den traditionellen Pflanzenbautagen in Edenland und Geisenhausen. Dr. Sonja Brummer nutzte in diesem Rahmen die Gelegenheit, sich als neue Wasserberaterin am Landshuter Amt vorzustellen. Als Hauptreferent widmete sich Dr. Stefan Neser, LfL, dem Thema "Reduzierung der Ammoniak- emission durch moderne Gülletechnik, wobei der verschärften Einarbeitungsfrist der Gülle innerhalb vier Stunden verstärktes Augenmerk galt. Er führte vor Augen, dass Ammoniak ein umweltwirksames Schadgas ist, das zur Eutrophierung und Übersauerung von Ökosystemen beiträgt, und machte deutlich, dass in der Landwirtschaft damit dringender Bedarf zur Emisionsverringerung besteht. "In erster Linie sollten in der Wirtschaftsdüngerausbringung bei Rindern, in der Stallhaltung und bei der Wirtschaftsdüngerlagerung bei Schweinen Maßnahmen ergriffen werden", erklärte er. Beim Vergleich der Gerätetechnik bei der Gülleausbringung stellte Neser klar, dass die besten Ergebnisse bei direktem Einbringen zu erzielen sind. "Die Hauptmusik spielt tatsächlich in den ersten Stunden", bekräftigte er und fügte hinzu, dass die Hauptemission nicht in der Flugphase, sondern erst am Boden erfolgt. Abschließend betrachtete er die Gülle-Breitverteilung eher kritisch und bezeichnete die Schleppschuh- und Gülleschlitz-Technik als Übergangstechnik. "Die Gülleausbringung wird zunehmend ihre Zukunft im überbetrieblichen Maschineneinsatz haben", lautete seine Überzeugung. Darüber hinaus bezeichnete Neser bei seinem Blick in andere Länder das Strip Tillage-Verfahren aus den USA als interessantes System. Dr. Josef Freundorfer vom AELF Deggendorf beleuchtete die Qualität der Weizenernte und gab einen Überblick über die verschiedenen Sorten. Auch wenn 2011 wenig Probleme mit Ährenfusarien auftraten, gab der Experte keine Entwarnung. "Die entscheidende Rolle spielt neben der Sortenwahl die Jahreswitterung", meinte er mit der Bitte, genaue Beobachtungen anzustellen. Außerdem stellte er fest, dass Schwefelmangel ein zunehmendes, aber schwer abschätzbares, jahresabhängiges Problem ist. Auf bekannten Mangelstandorten sei die Bodendüngung in jedem Fall vorzuziehen. Bei bekanntem bzw. vorhersehbarem Mangel sollte eine schwefelhaltige Andüngung im zeitigen Frühjahr Standard sein. Bei der teureren Blattdüngung zeige die Sulfatform eine schnellere und bessere Wirkung. Weiter berichtete Freundorfer, dass der Einsatz von stabilisierten N - Düngern bei Getreide und Raps keine Ertragsvorteile zeigte. Allerdings führten sie bei Weizen zu wesentlichen Unterschieden beim Rohprotein-Gehalt zugunsten von KAS. Bei Wintergerste seien deutliche Vorteile durch eine gute Nitratversorgung im Frühjahr zu erzielen. Gegen Kolbenfusarien im Mais hilft eine gezielte Sortenwahl, ein rechtzeitiger Drusch und vor Allem eine gute Feldhygiene, um eine rasche Strohrotte der Vorfrucht zu fördern. Informationen zum
Pflanzenschutz hatte Amtskollege Markus Grundner mitgebracht. Er teilte mit, dass das neue Deutsche Pflanzenschutzgesetz in Kraft tritt. Demnach muss in Zukunft jeder
Landwirt seinen Sachkundenachweis zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit Fortbildungsmaßnahmen nach spätestens drei Jahren erneuern. Zudem muss die Dokumentation mindestens drei Jahre aufbewahrt werden. "Das Problem Pflanzenschutzmittel und Gewässer ist ein Dauerbrenner", betonte er. Bei Abdrift und Abschwemmung sind in den letzten Jahren schon viele Verbesserungen, etwa durch abdriftmindernde Düsen oder auch Mulchsaat und Gewässerrandstreifen, erreicht worden. Ein Schwachpunkt könnte jedoch der Eintrag in Gewässer über Punktquellen sein. "Kein Tropfen darf daneben gehen", so Grundner, der vor allem das Ansetzen der Spritzbrühe und die Reinigung als Gefahrenquellen nannte. Nachfolgend stellte der Berater neue Präparate zur Krankheits-, Schädlings- und Unkrautbekämpfung in Getreide, Mais, Raps und
Zuckerrüben vor.
Helga Gebendorfer
Eine schnelle Einarbeitung ist das Ziel
Thomas Schindlbeck, Hohenthann.
"Ich habe in meinem Ackerbau- und Schweinemastbetrieb bisher die zügige Gülleeinarbeitung schon praktiziert, um Ammoniakverluste sowie Geruchsbelastung für Anwohner zu reduzieren. Das heißt, die Gülle wurde mit dem eigenen 12 m
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fassenden Tankwagen breitverteilt und anschließend mit dem Grubber eingearbeitet. Ein Problem ist, dass manchmal vor allem bei trüber Witterung und schweren Böden das Nachlaufgerät des Grubbers zu Verstopfungen führen kann. Abhilfe möchte ich in nächster Zeit schaffen mit der Anschaffung eines neuen Grubbers mit einer besser dazu geeigneten Walze."
Christian Maier, Bodenkirchen.
"Jeder Betrieb sollte bestrebt sein, die Gülle möglichst schnell einzuarbeiten. Auf unserem Milchviehbetrieb mit 65 Kühen und Nachzucht wird das immer schon so gemacht. Arbeitstechnisch ist das kein Problem. Dazu haben wir uns mit drei weiteren Betrieben zu einer Maschinengemeinschaft zusammengetan. So wird die Gülle seit über zwölf Jahren über Schleppschuhverteilung (18,5 m
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, 15 m Arbeitsbreite) ausgebracht und mit Grubber oder Scheibenegge eingearbeitet. Nur vereinzelt, vor allem bei Ausbringung von Mengen über 40 m
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, kommt es zu Schwierigkeiten mit Schlupf."
Maximilian Huber, Oberneuhausen.
"Wir müssen uns auf unserem Marktfruchtbetrieb mit Schweinemast in Zukunft umstellen. Bis jetzt wurde den ganzen Tag Gülle gefahren und dann erst eingearbeitet. Dazu diente ein 15 m
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Güllefass mit Schwenkverteilung sowie Grubber oder Kreiselegge. Künftig müssen wir entweder die Güllemenge einschränken oder einen zweiten Schlepper einsetzen und die Gülle spätestens nach vier Stunden einarbeiten. Das lässt sich umsetzen, weil mich mein Vater dabei unterstützt. Doch für Ein-Mann-Betriebe sehe ich da größere Schwierigkeiten zukommen."
HG
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