Montag, 21.05.2012
Kühe ins rechte Licht gerückt
München - Licht ist wichtig für den Biorhythmus von Mensch und Tier. Neben dem Wohlbefinden hat es Einfluss auf den Stoffwechsel und das hormonelle Gleichgewicht im Körper. Dies kann durch Beleuchtungsprogramme zugunsten von Gesundheit und Leistung der Tiere genutzt werden.
Was in der Geflügelhaltung bereits Standard ist, wird auch in der Rinderhaltung in den nächsten Jahren ein interessantes Thema werden, dessen ist sich Dr. Balthasar Spann, stellvertretender Leiter des Instituts für Landtechnik und Tierhaltung (ILT) an der LfL Bayern in Grub, sicher. „Es handelt sich dabei noch um ein sehr junges Thema, aber gerade in Zeiten der Energiewende können Lichtprogramme mit neuen, effizienten Leuchtmitteln eine gute Möglichkeiten bieten“, gibt sich Spann im Rahmen eines Infotages an der LfL in Grub optimistisch.
Auch Prof. Klaus Reiter (ILT) ist überzeugt, dass Lichtprogramme in der Rinderhaltung ein zukunftsträchtiger Markt sind. „Licht beeinflusst die Stoffwechselvorgänge und den Hormonhaushalt aller Lebewesen. Darüber werden die Tag- und Nachtaktivitäten ebenso gesteuert, wie der gesamte Reproduktionsablauf“, unterstreicht Reiter die Wichtigkeit des Themas „Licht“. „Wichtig ist dabei die Lichtintensität ebenso wie die Dauer der Lichteinwirkung auf das Tier“. So haben Untersuchungen ergeben, dass Licht das Wachstum von Jungrindern beeinflusst. Lichttage mit 16 Stunden Licht und acht Stunden Dunkelheit haben sich dabei in höhere Zunahmen, einer frühzeitigeren Geschlechtsreife und vor allem einem positiven Einfluss auf die Entwicklung der Milchdrüsen ausgewirkt.
Als ebenso positiv hat sich eine lange und intensive Lichteinstrahlung auch bei der Leistung von Milchkühen herausgestellt. Bis zu zwei Kilogramm mehr Milch konnte bei 16 Stunden Licht und einer Intensität von 150 bis 200 Lux im Vergleich zur natürlichen Tageslänge ermolken werden.
Mehr über den laufenden Praxisversuch in einer Milchviehherde sowie Vor- und Nachteile der verschiedenen Lampensysteme erfahren Sie in unserer aktuellen Ausgabe des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblattes. (fm)
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