Schönesberg/Lks. Neuburg-Schrobenhausen - Hubert Aiwanger beim Kreisbauerntag in Neuburg-Schrobenhausen.
Mit einem Korb voller Regionalprodukte bedankten sich bei (Mitte) Hubert Aiwanger (v. l.) BBV-Geschäftsführer Heinrich Völkl, der stellvertretende Kreisobmann Josef Hofgärtner, Kreisbäuerin Mathilde Ahle und Kreisobmann Ludwig Bayer.
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Regionale, aber auch überregionale Themen standen beim Kreisbauerntag in Schönesberg auf der Tagesordnung. Kreisobmann Ludwig Bayer freute sich, dass eine Reihe von Ehrengästen aus Politik, Behörden, Verbänden und landwirtschaftlichen Organisationen gekommen waren. "Im Moment wird mit harten Bandagen um die Fortführung der Agrarpolitik ab 2014 gekämpft", machte er zu Beginn seines Kurzreferates deutlich und erklärte, dass die Existenz der meisten landwirtschaftlichen Betriebe ohne die finanziellen Zuwendungen nicht gesichert wäre, weil ihr Einkommen über den Markt nicht gewährleistet ist. Er sah Probleme in der Umsetzung der geplanten Flächenstilllegung von sieben Prozent. "Wir brauchen die Flächen", so Bayer, der dazu aufrief, die land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen zu schützen. Er bezifferte den Flächenentzug in Bayern auf täglich 28,8 ha, was bedeute, dass jeden zweiten Tag mehr als ein durchschnittlicher Bauernhof verlorengeht. Nach seiner Information sind seit 1980 im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen 2978 ha entzogen worden, was 6,4 Prozent der heutigen LN im Landkreis entspricht. "Agrarstrukturelle Belange sind auch gesellschaftliche Belange, sie müssen Vorrang haben", betonte er in diesem Zusammenhang und forderte ein Umdenken in diesem Bereich. Weiter beklagte der Kreisobmann, dass die Beihilfe für Stärkekartoffeln entkoppelt bleibt und die Besteuerung von Biosprit nicht zurückgenommen wurde. Die derzeitige Marktlage bezeichnete Bayer mit Ausnahme der Ferkelerzeugung als zufriedenstellend. Allerdings verdeutlichte er, dass an vielen Fronten der Agrarmärkte wieder spürbare Abwärtstrends zu verzeichnen sind. "Für hochwertige Qualitätsprodukte muss ein gerechter Preis bezahlt werden", forderte der Kreisobmann, der zugleich die Patentierung auf Tiere und Pflanzen strikt ablehnte. Außerdem bat er darum, den Maisanbau objektiv zu betrachten. "In unserer Region hält er sich in Grenzen; mit der Allround-Pflanze ist weniger als 20 Prozent der Ackerfläche bestellt", fügte er hinzu. Beim Thema "regenerative Energieerzeugung" erklärte er, dass für grünen Strom keine Ausgleichsflächen in der Fläche erfolgen dürfen. Als völlig unverständlich bezeichnete er das Vorhaben, die Einspeisevergütung von kleinen Biogasanlagen zu kürzen und die Privilegierung im Baugesetzbuch abzuschaffen. In Sachen Biber berichtete Bayer, dass die Lage aufgrund der Teilentschädigung und eines wesentlich besseren, objektiveren und zeitnahen Bibermanagements nicht mehr so explosiv ist. "Wir fordern aber weiterhin eine unverzügliche, vollständige Schadensregulierung zu angemessenen Entschädigungssätzen", merkte er an. Einen Streifzug durch die Agrarpolitk machte auch der Bundesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, in seinem Vortrag. Seine Botschaft: Bäuerliche Landwirtschaft statt Agrarindustrie. "Das Land muss in Bauernhand bleiben", meinte er. Im Bereich der Energiepolitik forderte er, dass die Wertschöpfung bei den Bauern sein soll. Kleinere Biogasanlagen mit Gülleverwertung müssten deutlich besser gestellt sein als Großanlagen und auf schlechten Standorten könnten durchaus freie Photovoltaik-Flächen stehen. "Zurück zur Basis", lautete hier sein Motto genauso wie für den Lebensmittel-Bereich. Ziel sollte eine Regionalisierung der Agrarmärkte sein. Die einzelnen Regionen bräuchten mehr Mitspracherecht. Er empfahl den Zuhörern, sich auf der Angebotsseite besser zu bündeln. "Die Bauern sind Rückgrat und Fundament des Staates", betonte er und forderte gleichwertige Lebensbedingungen auf dem Land. Landtagsabgeordnete Erika Görlitz dankte den Bauern und Bäuerinnen für die Leistungen, die sie tagtäglich für die Gesellschaft erbringen. Und Josef Konrad, der Leiter des AELF Pfaffenhofen, freute sich, dass in der Region derzeit so viele die Ausbildung zum Meister absolvieren, wie schon lange nicht mehr. Heuer wurden die frisch gebackenen Absolventen Georg Öckl, Brautlach; Florian Schapfel, Ammerfeld, und Thomas Triebenbacher, Gachenbach, geehrt.
Helga Gebendorfer