Betrachtet man die gesamte Landtechnikbranche, sind 25 Jahre eigentlich eine relativ kurze Zeit. Bei kaum einem Hersteller verlief das Wachstum in dieser Zeit jedoch so rasant wie bei der Horsch Maschinen GmbH.
Zum Eintritt in das Jahr 2009 ist man mit 181 Millionen Euro Umsatz (plus 74 % im Vergleich zu 2007) gegenüber 28 Millionen Euro in 2000 der in diesem Jahrzehnt am stärksten aus eigener Kraft gewachsene Agrartechnikhersteller (in der Unternehmensklasse ab 50 Millionen Euro Umsatz). Heute steht Horsch für Zuverlässigkeit, kompromisslose Qualität und Innovationsführerschaft im Bereich der Sätechnik und pfluglosen Bodenbearbeitung.
Untrennbar verbunden ist die Geschichte mit Firmengründer Michael Horsch und weiteren Familienmitgliedern. Als Ältester von sechs Geschwistern ging er nach seiner Gesellenprüfung 1979 in die USA, um dort später einmal eine eigene Farm zu bewirtschaften. Doch er musste zurück nach Deutschland, um Zivildienst zu leisten. Im Hinterkopf tüftelte er jedoch an Direktsaatmaschinen, gleichzeitig reizte ihn Helmut Horsch aus Ettling, eine neue Technologie des Maisanbaus unter Folie weiterzuentwickeln. Binnen weniger Wochen stand der Prototyp und er erhielt Folgeaufträge aus dem großen Familienkreis. Parallel entstand die erste Direktsaatmaschine, durch die Hilfe von Ernst, Klaus und Dieter Horsch. Der Sä-Exaktor sollte lange Zeit die Brot- und Buttermaschine sein.
1984 gründeten Michael Horsch, sein Vater Dankwart und Walter Horsch als Hauptgesellschafter die Horsch Maschinen GmbH. Bald wurden weitere Produkte entwickelt: Der Terra-Trac wurde ein wichtiger Umsatzträger. Mit diesem Dreiradtraktor, zunächst als selbstfahrende Sämaschine gedacht, wurde Horsch zudem bekannter. In Frankreich lernte Michael Horsch seine heutige Frau Cornelia kennen – ihr Vater war einer der ersten Horsch Kunden.
Die deutsche Wiedervereinigung veränderte die Situation dann auf einen Schlag: Nun gab es große Ackerbaubetriebe zuhauf, die neue Technik aufsogen. Weitere Produkte besonders auch für größere Betriebe ab 1.000 Hektar wurden entwickelt.
1995 kam Michael Horsch’s Bruder Philipp ins Unternehmen und hat die Firma mit seiner Kreativität einen weiteren, großen Schub nach vorne gebracht. Im Wesen sind sich Michael und Philipp Horsch ähnlich:
Ackerbau (beide sind selbst noch immer Landwirte) und Technik ist ihre Passion, Arbeit brauchen sie zum Entspannen, Bürokratie treibt sie zum Wahnsinn, Stillstand und Ideenlosigkeit bringen sie zur Weißglut.
Ab dem Jahr 2000 beschleunigte sich das Wachstum und auch die Renditen stiegen deutlich. Horsch baute eine Montagehalle auf Gut Sitzenhof (2002), ein weiteres Bürogebäude (2004) sowie ein Werk in Ronneburg/Thüringen (2006).
„Von diesem außergewöhnlichen Wachstum hätte ich nie zu träumen gewagt und trotz der weltweiten Wirtschaftskrise schaue ich zuversichtlich in die Zukunft, weil diese Krise uns lehrt, wohin Profitgier und Egoismus führen. Ich bin sicher, dass Familienunternehmen, in denen Mitarbeiter und Inhaber gemeinsam an einem Strang ziehen und ihre Kunden respektieren, sich keine Sorgen machen müssen,“ so Michael Horsch.
Im Rahmen einer Pressekonferenz berichtete Philipp Horsch von den neusten Aktivitäten. So wird Horsch das Thema
Pflanzenschutz in seine Produktpalette aufnehmen und einen Selbstfahrer entwickeln. Im Punkt Arbeitsbreiten ist er überzeugt, dass, je stärker die Traktoren werden, bald die 24 Meter Arbeitsbreiten auf den Feldern keine Seltenheit mehr sind. Weiterhin werden künftig, wohl ab 2010, wieder im Umladewagen im Programm zu finden sein.