Ing. Franz Reisecker , der Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, ÖR, zieht eine überwiegend positive Bilanz des Bauernjahres 2011, er verweist aber auch auf Unsicherheiten in der Zukunft.
© Foto: LK OOE
Ein Bauernjahr 2011 mit überwiegend positiver Bilanz, die aber auch
nicht frei ist von Eintrübungen: dies ist die Quintessenz einer Analyse,
die der neu gewählte Präsident der Landwirtschaftskammer
Oberösterreich, ÖR Ing. Franz Reisecker "zwischen den Jahren" gezogen
hat.
Er relativierte dabei auch die verzeichneten Preisverbesserungen,
denn sie wirken sich aufgrund von Kostensteigerungen nur teilweise auf
das Einkommen der bäuerlichen Betriebe aus.
"Aktuelle Marktentwicklungen
der letzten Monate zeigen, dass Energie-, Rohstoff- und vor allem auch
die Agrarpreise trotz derzeit trüber wirtschaftlicher
Konjunkturaussichten recht stabil bleiben und sich damit von der
allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt haben", erläutert
Franz Reisecker.
Mit Ausnahme des Ferkel- und Eiermarktes hätten 2011 in
allen wesentlichen agrarischen Produktionssparten positive
Erzeugerpreistendenzen verzeichnet werden können, aber: "Aufgrund der
2011 massiv angestiegenen Futtermittel-, Energie-, und Düngerkosten sind
die Preisverbesserungen für die Bauern nur teilweise
einkommenswirksam", so der Kammerpräsident.
Speziell am Rindermarkt konnten 2011 aufgrund des knappen Angebotes und
der guten Nachfrage spürbare Erzeugerpreisverbesserungen erzielt werden.
"Nachdem die Türkei 2011 den Markt für österreichische Rinder geöffnet
hat, konnte insbesondere bei Zuchtrindern mit 12.000 Stück alleine aus
Oberösterreich ein mengenmäßiger Exportrekord bei sehr guten Preisen von
teils über 2000 Euro je Stück erzielt werden", berichtet Reisecker.
Auch die Erzeugermilchpreise hätten sich im Jahresverlauf auf ein Niveau
von ca. 40 Cent stabilisiert. Bei Getreide und Mais konnte mit einer
gesamtösterreichischen Ernte von 5,5 Millionen Tonnen eine mengenmäßig
sehr gute Ernte bei zufriedenstellendem Preis von teils über 200 Euro je
Tonne erzielt werden. Hauptsorgenkind für die Landwirtschaft war 2011
über weite Strecken der Ferkelmarkt. Nach erheblichen Überschüssen und
einem enormen Preisdruck wurde erst ab August das Vorjahresniveau
zunehmend überschritten und erreichte erst mit Jahresende bei einem
Basispreis von 2.50 Euro ein zufriedenstellendes Niveau.
"Auch der
Mastschweinemarkt war 2011 von einem turbulenten und untypischen Verlauf
gekennzeichnet", so der Kammerpräsident im Rückblick. Vor allem ein
verregneter und damit auf der Absatzseite unter den Erwartungen
gebliebener Sommer, sowie ein überaus positiver Preisverlauf im Herbst
seien kennzeichnend gewesen für den Schlachtschweinemarkt 2011. Aufgrund
der massiv von 53 Euro auf 72 Euro je Schwein gestiegenen Futterkosten
lag der Deckungsbeitrag mit 17 Euro unter dem mehrjährigen Durchschnitt.
"Falls es im kommenden Jahr zu keinen weltweit massiven
wirtschaftlichen Einbrüchen kommt, sollte weiterhin eine Grundlage für
stabile Agrarpreise gegeben sein. Die Prognosen sind aber angesichts des
turbulenten wirtschaftlichen und finanzpolitischen Umfeldes mit
erheblichen Unsicherheiten behaftet", erklärt Präsident Reisecker.
Mehr dazu lesen Sie im Wochenblatt Nr. 1. (blw)