München - Aus Sicht des Naturschutzes mag einiges für einen Nationalpark Steigerwald sprechen, aber die Bevölkerung vor Ort fürchtet, dass sie von ihrer Heimat ausgesperrt wird. Im bestehenden Naturpark lassen sich nach ihrer Ansicht Nutzung und Schutz vereinbaren, zum Wohle aller.
Wer einen Sumpf austrocknen möchte, der darf nicht die Frösche fragen. Nach diesem Motto scheinen die Befürworter eines „Nationalpark Steigerwald“ vorzugehen. Denn der Bund Naturschutz in Bayern und Deutschland mit seinem Vorsitzenden Professor Hubert Weiger behauptet zwar, er hätte 11 000 Unterschriften für 11 000 ha Nationalpark Steigerwald, aber die sind beinahe weltweit zusammengeholt. „Wir haben 11 000 Unterschriften gegen den Nationalpark und die kommen alle aus der Region“, hält Oskar Ebert, Bürgermeister der Gemeinde Rauhenebrach und stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Unser Steigerwald“ e. V., dagegen. Dieser Verein sieht in einem Nationalpark mehr Nachteile für die Region. Nach seiner Ansicht können sowohl die Natur als auch die Menschen in der Region mehr profitieren, wenn der schon vorhandene Naturpark weiterentwickelt wird. Vorsitzender des Vereins ist Gerhard Eck, Staatssekretär im bayerischen Innenministerium, seine Stellvertreter sind Oskar Ebert und Heinrich Taler, Bürgermeister der Gemeinde Burgwindheim. „Es soll auf keinen Fall der Eindruck entstehen, wir sind gegen Naturschutz“, betonen Eck, Ebert und Taler unisono. Sie sind aber der Meinung, dass das, was an Schutzgebieten vorhanden ist, ausreicht. Hinzu kommt, dass die Bayerischen Staatsforsten im Forstbetrieb Ebrach ein ehrgeiziges Naturschutzkonzept umsetzen. Es gibt darin 430 ha Naturwaldreservate, von denen die meisten bereits ausgewiesen sind, 96 ha Feuchtstandorte, 6 ha Trockenstandorte und 63 ha Waldränder. Vernetzt werden diese Flächen durch sogenannte Trittsteine, das sind kleinere Flächen, die ebenfalls, aber freiwillig, aus der Nutzung genommen werden. Sie machen insgesamt 403 ha aus, so dass zusammen rund 1000 ha der Natur überlassen bleiben, wie Daniel Steuer, stellvertretender Betriebsleiter in Ebrach erläutert. Mehr dazu im Wochenblatt, Heft 35/2010.