Der Nachweis für eine
ökologisch und sozial unbedenkliche Herkunft des verarbeiteten Holzes wird bislang in nur
geringem Maße als Verkaufsargument wahrgenommen. Lediglich 39 Prozent der befragten Möbelhäuser,
die Nachhaltigkeitszertifikate führen, werben aktiv damit. Offenbar spürt der Handel von Seiten des
Verbrauchers noch keinen Druck, sich über die Herkunft und den Anbau des Möbelholzes
Gedanken zu machen. Lediglich 3 Prozent der Kunden fragen laut Aussage der befragten Unternehmen
beim Kauf eines Möbelstückes nach der Produktionsweise des verarbeiteten Holzes. Dabei kommt
es auch auf die Art des Möbelstücks an: Holz wird als Rohstoff für Möbel eher wahrgenommen,
wenn es im Möbelstück sichtbar ist (z.B. in Massivholzmöbeln). Als Grundlage für Polstermöbel
oder als Material für Spanplatten findet Holz weniger Beachtung und verschwindet leicht aus dem
Fokus des Händler‐ wie auch des Verbraucherinteresses.
Auf der anderen Seite weisen einige der Befragten auch darauf hin, dass sich die Haltung der
Kunden allmählich ändert. Aktuelle Studien belegen zudem, dass das Thema Nachhaltigkeit als
Kaufargument in nahezu allen Branchen rasant an Relevanz gewinnt. Außerdem wächst der Druck
vonseiten der Politik. Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer von PEFC Deutschland, ordnet die
Ergebnisse ein: „Wir sind überrascht über die bisher noch geringe Bedeutung, die das Thema
Nachhaltigkeit beim Möbelhandel einnimmt – zeigt doch die ständig steigende Zahl an PEFC2/
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Zertifikaten bei den Möbelherstellern, dass Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in der
Branche immer wichtiger wird“.
Für den Möbelhandel ist jetzt also die ideale Zeit, den Kunden in seinem Umdenken abzuholen und
einer kritischer werdenden Zivilgesellschaft wie auch einer strengeren Regulierung durch die Politik
zuvorzukommen.
Die Autoren der Studie liefern dem Möbelhandel wie auch dem Zertifizierungssystem
PEFC auf Grundlage der Forschungsergebnisse Ansätze dazu. Dirk Teegelbekkers: „Wir
werden die Ergebnisse nutzen und die Vorteile der PEFC-Zertifizierung als Teil einer
Nachhaltigkeitsstrategie im Bereich Möbelhandel nun noch stärker bewerben“.
Denn spätestens seit der durch den Klimawandel und die anstehende Energiewende stetig
wachsenden Nachfrage nach Alternativen zu fossilen Rohstoffen und Energien ist die nachhaltige
Bewirtschaftung der Wälder der Erde keine Luxusangelegenheit mehr. Holz ist schlichtweg zu
wertvoll geworden.
Die Studienpräsentation können Sie abrufen unter:
https://pefc.de/presse-mitteilungen/studie-zu-holz-aus-nachhaltiger-waldbewirtschaftung-immoebelhandel-
95.html
Die gesamten Studienergebnisse stehen ab Februar auf der PEFC-Website zum Download bereit.
Bildmaterial: Christian Dietrich, Systain Consulting GmbH, stellte die Ergebnisse der Studie am
17.01.2012 auf der imm in Köln erstmalig vor.