Ehingen/Lks. Ansbach - Forstbetriebsgemeinschaft Dinkelsbühl feiert 50-jähriges Bestehen.
Pflegearbeiten stehen jetzt an
"Leute esst und trinkt und seid recht zünftig, denn unser Verein wird 50." Mit diesen Worten begrüßte Vorsitzender Heinrich Piott die rund 400 Waldbesitzer und Gäste, die sich zur Jubiläumsveranstaltung der Waldbauernvereinigung Dinkelsbühl eingefunden hatten. 83 Waldbauern hatten sich im März 1961 in Gerolfingen zusammengefunden, um die heute Forstbetriebsgemeinschaft genannte Vereinigung zu gründen, und wählten Karl Schrotzberger aus Röckingen zu ihrem ersten Vorsitzenden. Heute zählt die FBG Dinkelsbühl 1250 Mitglieder, die knapp 5000 ha Wald bewirtschaften. Gute Holzpreise und eine passende Sommerwitterung, die dem Borkenkäfer keine Chance ließ, stellten sich zwar im Jubiläumsjahr ein, doch bereiten die Förderrichtlinien Sorgen, die wie mehrere Redner hofften, bald geändert werden. Denn sie orientieren sich insbesondere an der verkauften Holzmenge. Doch da sieht es nicht so gut aus, weil durch den Borkenkäfer die Holzvorräte massiv dezimiert wurden. "Waren durch "Wiebke" schon 1990 gewaltige Holzmengen angefallen, so wurde diese Katastrophe durch die Borkenkäferschäden mehrfach überboten, berichtete der zuständige Förster Thomas Zimmerer in seinem Rückblick. Die Holzverkäufe, die sich zuvor jeweils um 6000 Festmeter bewegten, schnellten bei der Borkenkäferkatastrophe im Jahr 2006 auf 56 000 Festmeter extrem nach oben. Jetzt sind es wegen der dezimierten Holzvorräte in den Waldungen nur noch 3900 Festmeter im Jahr." "Trotzdem gibt es im Wald und für die FBG genügend zu tun", sagte Vorsitzender Piott. "Nach den großen Anstrengungen zur Wiederaufforstung, für die pro Jahr bis zu 100 000 Pflanzen vermittelt wurden, stehen jetzt viele Pflegearbeiten an". Bei der Holzernte sei ein eindeutiger Trend zum Vollernter mit einem Anteil von inzwischen 54 Prozent festzustellen. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Rainer Erdel hob als Festredner die enorme Bedeutung der Wälder sowohl in wirtschaftlicher, sowie auch ökologischer Sicht hervor. Bundesweit gesehen werden 90 Prozent des Holzzuwachses genutzt davon 77 Millionen Festmeter stofflich und 53 Millionen Festmeter energetisch. Damit werde kein Raubbau betrieben. Im Durchschnitt stünden 330 Festmeter Holz auf dem Hektar, wobei die Masse der Bäume zwischen 70 und 90 Jahre alt ist. Ehingens Bürgermeister Karl Engelhardt berichtete, dass nach der innerhalb von 15 Jahren erfolgten "Entfichtung" der Hesselberg wieder komplett aufgeforstet wurde. Bei den Aktionen "Ein Tag für den Berg", bei denen kostenlos gearbeitet wird, gelte es nun die "Igel" zu entfernen, für die man sich zum Schutz vor Wildschäden anstelle von Zäunen entschieden habe. Walter Nussel von der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Mittelfranken wandte sich gegen das Ziel des Waldpaktes für ein Ende der Beratung: "Wir brauchen unsere beratenden Förster."
FA