Die Bauernfamilie aus Biburg hält zusammen: (v. l.) Maria, Veronika, Eva, Benedikt, Christoph und Josef Schuster.
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Das Futter für ihre Tiere produzieren sie auf ihren Feldern, auf rund 78 Hektar Ackerfläche, überwiegend selbst und das seit 2004 noch dazu nach den strengen "Unser Land"-Kriterien: die Schusters aus Biburg. Sie haben sich ihrer Heimat verschrieben, leben bäuerliche Tradition und blicken gleichzeitig nach vorn. Der Schusterhof ist bereits seit 1768 in Familienbesitz und so soll es auch bleiben. Noch halten Josef und Maria Schuster das Zepter in der Hand und leiten die Geschicke. "Doch schön langsam bereiten wir uns auf die Hofübergabe vor", erzählt das Paar. Sohn Christoph und Schwiegertochter Eva stehen in den Startlöchern und packen seit Jahren kräftig und mit Leidenschaft mit an. Mit den Kindern Benedikt (6) und Veronika (4) haben sie schon dafür gesorgt, dass die Familientradition auch nach ihnen weitergehen kann. So die Kleinen denn irgendwann einmal das weiterführen wollen, was ihre Ahnen vor ihnen machten: Landwirtschaft betreiben, mit Leib und Seele Bauer oder Bäuerin sein. Ihr Opa, Josef Schuster, erinnert sich: "Wir haben schon vor 40 Jahren mit den Puten angefangen; damals hatten wir rund 50 Stück auf dem Hof." Früher produzierte der Schusterhof die Puten vorwiegend auf Bestellung und für die Weihnachtszeit, doch die Zeiten haben sich längst geändert. Heute wachsen rund 500 Puten nach streng kontrollierten "Unser Land"-Richtlinien im Stall auf. Enten und Gänse tummeln sich draußen, bis sie saftig und knusprig auf den Tellern landen. Im Stall stehen dazu noch rund 70 Ochsen. "Bis 2002 hatten wir Bullenmast, dann haben wir auf Ochsen umgestellt", erzählt Christoph Schuster (37)
Landwirt und Metzgermeister. Zwar sei ein Bulle was die Fütterung angeht einfacher als ein Ochs, denn so ein Ochs, der mag es ganz besonders ausgewogen, wenn es ums Fressen geht. Doch: "Das Ochsenfleisch ist halt einfach zarter und unsere Kundschaft schwört darauf", sagt Eva Schuster. Die gelernte Metzgereifachverkäuferin weiß: Das war eine Umstellung, die sich nachhaltig gelohnt hat. Und Nachhaltigkeit ist hier Programm. Mit ihrem Hofladen, den die Schusters 1992 eröffneten, schlossen sie den Kreislauf von der regionalen Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zum Verkauf. Jeden Freitag und Samstag steht Eva Schuster hinter der Ladentheke und reicht die guten Stücke und feinen Wurstwaren über den Tresen. "Wir wollen heimisch und regional produzieren, wir wollen kein Soja aus Übersee für die Fütterung zukaufen", unterstreicht Christoph Schuster. Die Schusters haben es bis heute nicht bereut, "Unser Land"-Partner geworden zu sein. Die kurzen Wege vom Stall hin zum Teller, mit heimischen und gentechnikfreien Futtermitteln dieses Konzept kommt nicht nur gut bei den Konsumenten an, wenn gerade mal wieder ein Lebensmittelskandal die Titelseiten beherrscht. Die Kunden, die in Schusters Hofladen einmal reingeschmeckt haben, wissen, was sie für ihr Geld bekommen: Einfach gute Qualität, die schmeckt und ihren Preis wert ist. "Zugekauft wird bei uns nur das Putenfutter. Die wollen ihren Weizen, Mais, Hafer, Sojakuchen und Mineralstoffe am liebsten kompakt in einem Körndl serviert kriegen", weiß Christoph Schuster. Natürlich wird auch das zugekaufte Putenfutter nach "Unser Land"-Kriterien hergestellt. Was anderes kommt nicht in den Trog. Wöchentlich schlachtet Christoph Schuster 20 bis 40 Puten seit zwei Jahren hat sein Betrieb die EU-Zulassung und darf sich zertifizierter EU-Betrieb nennen. Zwei Tage in der Woche schlachtet er auch im Brucker Schlachthof: "Wenn meine eigenen Tiere dran sind, dann bin ich mit dabei ich stehe quasi am Ende des Kreislaufs." Seit vergangenem Jahr ist der Schuster-Betrieb auch ein landwirtschaftliches Lohnunternehmen und bietet für Biogasanlagen-Betreiber Transporte an. Doch neben diesem Standbein liegt das Hauptaugenmerk weiterhin auf der Tierproduktion, der Verarbeitung und Vermarktung ab Hof.
Angi Kiener