Mittwoch, 23.05.2012
Raiffeisenverband rechnet mit Getreideernte knapp über Vorjahresniveau
BERLIN. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat seine Schätzung für die laufende
Getreideernte in Deutschland erneut nach oben korrigiert und erwartet jetzt eine Gesamtmenge auf Vorjahresniveau. Nach der weitgehend abgeschlossenen
Gerstenernte und den bislang überdurchschnittlichen Druschergebnissen auch bei Weizen, Roggen, Triticale und Sommergerste geht der Verband von einer Erntemenge in Höhe von 50,65 Mio t aus. Damit würde das Ergebnis des Vorjahres um 0,5 Mio t oder knapp 1 % übertroffen. Den Durchschnittsertrag veranschlagt der DRV auf 73,1 dt/ha; das wären knapp 3 % mehr als 2008. Ende Juni hatten die genossenschaftlichen Marktexperten noch mit einer
Getreideernte von 47,84 Mio t gerechnet. Offensichtlich haben jedoch die anhaltend gemäßigten Witterungsbedingungen der letzten Wochen einen fast optimalen Abreifeprozess des Getreides ermöglicht. Zugleich profitierten die wärme- und feuchtigkeitsliebenden Maispflanzen von den besonders günstigen Wuchsbedingungen im Juni und Juli.
Im Einzelnen geht der DRV von einer Winterweizenmenge in Höhe von 26,27 Mio t aus; das sind 6,7 % mehr als im Juli veranschlagt, die Vorjahresmenge würde um 2,2 % übertroffen. Das Aufkommen an Wintergerste soll mit 10,08 Mio t um 7,6 % über dem Vorjahresniveau liegen. Weit weniger attraktiv war in diesem Jahr für die Ackerbauern der Anbau von Sommergerste. Hier wurde die Fläche nach der Prognose des DRV gegenüber dem Vorjahr um 17,6 % reduziert. Bei einem mit 50,5 dt/ha um 5,6 % höheren Ertrag dürften insgesamt 2,26 Mio t Sommergerste vom Halm geholt werden; das wären 12,9 % weniger als 2008. Die
Maisernte wird vom Raiffeisenverband auf 4,50 Mio t beziffert und würde damit das Vorjahresergebnis um 11,7 % unterschreiten. Hier schlägt zu Buche, dass die Landwirte die Anbaufläche um fast 10 % reduziert hatten. Außerdem dürfte der Durchschnittsertrag mit 95,9 dt/ha um etwa 3,2 % schlechter ausfallen als 2008. Positiv überrascht haben den DRV die Rapserträge und ‑qualitäten. Hier schätzt der Verband den bundesweiten Durchschnittsertrag aktuell auf 41,5 dt/ha; gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs um knapp 400 kg/ha beziehungsweise 10 %. Da die Rapsfläche zudem um 90 000 ha beziehungsweise 6,6 % auf 1,45 Mio ha ausgedehnt wurde, erwartet der DRV unter dem Vorbehalt stabiler Erntebedingungen eine Erntemenge von 6,03 Mio t, die das Vorjahresergebnis von 5,13 Mio t deutlich um 17 % übertreffen würde.
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