Samstag, 04.02.2012
Weide mit System bringt Vorteile
Freising-Weihenstephan – Die Kurzrasenweide ist ein vielversprechendes Weidekonzept, das den Kühen das Grasen auf der Weide erlaubt und den Landwirten bei niedrigen Kosten und geringerem Zeitaufwand gute Milcherträge einbringen soll.
Die Herausforderung des Weidesystems „Kurzrasenweide“ besteht darin, den Grasaufwuchs mit dem Futterverzehr der Kühe in Übereinstimmung zu bringen. Bei optimalem Weidedruck entsteht so die eine durchschnittliche, konstante Rasenhöhe von sechs bis sieben Zentimeter. Die Kühe fressen bei dieser Haltungsform während der Weidesaison ausschließlich Weidegras. In Grub erprobt das Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (lfL) derzeit in Zusammenarbeit mit Praxisbetrieben, wie sich diese Vollweidehaltung mit einer Abkalbung im Winter unter landestypischen Bedingungen gestalten lässt. Aufgrund der bisherigen positiven Ergebnisse arbeiteten die Wissenschaftler intensiv an einem übertragbaren Beratungskonzept. Die ersten Ergebnisse des Projekts zeigen, dass hohe tierische Leistungen erreichbar sind und sich der Anteil an Zukauffuttermitteln deutlich reduzieren lässt. Besonders in der Milchviehhaltung schätzten die Betriebsleiter die so gewonnene Arbeits- und Lebensqualität. Denn das Mähen und Einbringen von Gras, Heu oder Silage fällt deutlich geringer aus und die Fütterung während der Vegetationsperiode entfällt, wenn sich die Tiere auf der Weide selbst versorgen. Je nach Witterung und Wachstumsperiode müsse die Flächengröße oder die Anzahl der Tiere auf dem Areal angepasst werden. Seit 2006 betreut das Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft intensiv sechs Milchvieh- und vier Mutterkuhbetriebe bei der Umstellung und Festigung des Weidesystems. Die Betriebe befinden sich überwiegend im südlichen Oberbayern. Je ein Mutterkuhbetrieb liegt im Bayerischen Wald und in Oberfranken, um Erfahrungen in diesen klimatischen Regionen zu sammeln.
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