Mittwoch, 23.05.2012
Runder Tisch fordert Sicherheitsnetz
München - Gemeinsame Erklärung der Marktbeteiligten zum Milchmarkt.
Vor zwei Jahren hat Bayerns Landwirtschaftsminister
Helmut Brunner den "Runden Tisch zur Zukunft der Milchproduktion
einberufen", dieser hat jetzt Vorschläge zur Stabilisierung des
Milchmarkts in Krisenzeiten gemacht und in einer gemeinsamen Erklärung
formuliert. Unterzeichner sind der Bayerische Bauernverband, der
Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, der Verband der Milcherzeuger
Bayern, die Vereinigung der Milcherzeugergemeinschaften, die Bayern MeG,
die
MEG Milch Board, der Genossenschaftsverband Bayern und der Verband
der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft.
Wie Brunner diese Woche in der
Kabinettssitzung erklärte, habe sich der "Runde Tisch" als "Plattform
für einen offenen, fairen und konstruktiven Meinungsaustausch unter den
Organisationen und Verbänden der Milchwirtschaft außerordentlich
bewährt". Es sei gelungen, Gräben zu überwinden und einen Dialog über
die Zukunft der Milchwirtschaft in Gang zu setzen. Laut Brunner schaffe
die Plattform Vertrauen und liefere Impulse für die Weiterentwicklung
der Branche. Dazu trage auch der intensive Austausch mit hochrangigen
Experten wie etwa dem Stellvertretenden Generaldirektor der
EU-Kommission, Lars Hoelgaard, oder dem Präsidenten des
Bundeskartellamts, Andreas Mundt, bei. Auch wenn sich der Milchmarkt
2011 positiv entwickelt hat, sei es unverzichtbar, die Erzeugung,
Verarbeitung und Vermarktung im Freistaat weiter zu stärken etwa durch
Produktinnovationen, durch Stärkung der Erzeuger-Verarbeiter-Kette und
durch die Erschließung neuer Märkte.
Die überwundene
Milchkrise habe
deutlich gemacht, dass für eine zukunftsorientierte Entwicklung der
Milchwirtschaft klare Regelungen unerlässlich sind. "Die zunehmende
Volatilität der Märkte mit erheblichen Preisschwankungen bringt
unkalkulierbare wirtschaftliche Risiken für die landwirtschaftlichen
Betriebe", so Brunner. Hier müsse man mit wirksamen Instrumenten
gegensteuern. Bereits vor einem Jahr hatten deshalb die Vertreter der
Erzeugerorganisationen in einer ersten gemeinsamen Erklärung Vorschläge
unterbreitet, wie die Marktposition der Milcherzeuger gestärkt werden
kann. In einer zweiten Erklärung hat die seit 2011 um die Molkereien
erweiterte Runde jetzt Eckpunkte zur Stabilisierung des Milchmarkts in
Krisenzeiten formuliert. Darin fordern die Unterzeichner, marktkonforme
Stützungsmaßnahmen und die Beibehaltung der Intervention und privater
Lagerhaltung von Butter und Magermilchpulver in Krisenzeiten sowie deren
zeitliche Begrenzung aufzuheben. Auf Exporterstattungen sind die
Teilnehmer des "Runden Tisches" bereit zu verzichten, allerdings nur,
wenn sich bei den WTO-Verhandlungen ein allgemeiner Verzicht auf
Exporterstattungen und vergleichbare Instrumente durchsetzt. Außerdem
erachten die Branchenvertreter es für wichtig, dass die Märkte in den am
geringsten entwickelten Ländern nicht gestört werden. In den kommenden
Sitzungen soll es um Details weiterer Stützungsmaßnahmen gehen. (pd)
Um ein Kommentar zu schreiben müssen Sie sich einloggen.