Mittwoch, 23.05.2012
Russland: Weniger Auswinterungsschäden, aber Transportprobleme
Die Auswinterungsschäden in Russland dürften nicht so dramatisch ausfallen wie zunächst gedacht. Damit wären auch die Auswirkungen auf den Export geringer als erwartet.
Während sich die Bestände mit den steigenden Temperaturen vielerorts erholen, ist in Hohenlohe-Franken teils auf über 50 Prozent der Flächen eine Neuansaat nötig.
© Mühlhausen/landpixel
Ein Sprecher der russischen Getreide-Union schätzte die von Auswinterungsschäden betroffenen Flächen diese Woche auf 1,0 bis 1,5 Millionen Hektar (Mio. ha). Von den in den letzten Jahren mit Weizen bestellten 25,5 bis 28,7 Mio. ha, waren ungefähr 13 bis 14 Mio. ha Winterweizen. Demzufolge würden die Auswinterungsschäden bei sieben bis zehn Prozent der Winterweizenfläche liegen und etwa dem Durchschnitt der letzten Jahre entsprechen (fünf bis zehn Prozent). Diese Flächen dürften jedoch noch mit Sommerweizen bestellt werden. Damit wird ein Teil der Verluste ausgeglichen.
Getreideunion erwartet 2012 neuen Ausfuhrrekord
Russland: Weniger Auswinterungsschäden, aber Transportprobleme
Angesichts der keineswegs dramatischen Auswinterung schätzt die
russische Getreide-Union den Weizenexport für das nächste Jahr (2012/13)
sogar auf 22 Millionen Tonnen und den Gesamtgetreideexport auf 25 Millionen Tonnen. Dies
wäre bei Weizen ein neuer Ausfuhrrekord.
Das russische Landwirtschaftsministerium hat den laufenden
Getreideexport am 21. Februar mit insgesamt 19,8 Millionen Tonnen angegeben und
die möglichen Gesamtausfuhren für 2011/12 mit 25 Millionen Tonnen.
Auch die
Getreide-Union hält bis zum Ende des Wirtschaftsjahres die Ausfuhr von
weiteren vier Millionen Tonnen Weizen für möglich.
Im letzten Monat hatten sich die
Exporte wegen der logistischen Probleme an den Häfen deutlich
abgenommen. Am wichtigsten Schwarzmeerhafen in Noworossijsk, waren im
Januar nur 570.000 Tonnen Getreide verschifft worden, nach 1,02 Millionen Tonnen im
Dezember. Zwölf Tage war die Arbeit im Hafen völlig unterbrochen. Dies hat
es zuletzt 1997 gegeben.
Russische Weizenpreise steigen
Am russischen Binnenmarkt sind die Weizenpreise zuletzt kräftig
gestiegen. Dies verdeutlichten auch die aktuellen Ankaufpreise für
Intervention, die erneut zulegten. In diesem Jahr wurden bislang
440.000 Tonnen Weizen über Auktionen für die Intervention gekauft. Um die
Kontrakte für die bereits eingegangen Exportverpflichtungen zu
erfüllen, müssen auch die Exporteure immer höhere Preise zahlen.
Bei
einer der letzten Auktionen des größten Weizenimporteurs Ägypten hatte
Russland mit fast 293 US-Dollar je Tonne den höchsten Preis geboten und keinen
Zuschlag mehr erhalten. Bis dahin hatte man fast alle ägyptischen
Exportausschreibungen gewonnen oder zumindest einen Teil der
Lieferungen übernehmen können. Die letzten beiden Auktionen entschieden
die USA für sich und auch europäischer Weizen war billiger. Möglichen
Absatz sehen die Russen jetzt in Richtung Iran. Das Land braucht Weizen
und der Westen hat ein Exportembargo verhängt.
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