Abschlussbild mit den Models in ihren modischen Outfits.
© Fotos: Arnold
Lag es an Sigrid Kastler aus Dachau, der der Ruf vorauseilt, mit ihrem Vortrag für einen vergnüglichen Nachmittag zu sorgen, oder am Interesse der Frauen, wohin der Modetrend im Frühjahr geht? Vielleicht hatten die beiden Programmteile zusammen so viel Zugkraft, dass die Plätze im Triesdorfer Reithaus für die 350 bis 400 Frauen fast nicht ausreichten. Kreisbäuerin Christine Reitelshöfer jedenfalls freute sich über den guten Besuch beim Landfrauentag des BBV-Kreisverbandes Ansbach. Reitelshöfer forderte die Frauen auf, mehr Selbstbewusstsein an den Tag zu legen, denn "sie können mehr als sie sich zutrauen." Leider werde oft in falscher Bescheidenheit auf die Schwächen geschaut, weil man nicht angeberisch wirken wolle. Sie gab den Rat, sich über Kleinigkeiten als Basis für ein glückliches Leben zu freuen. Reitelshöfer verschwieg aber auch die häufige Mehrfachbelastung nicht, der der Bauernverband mit Gesundheitsprogrammen entgegenwirken will.
Die Kritik aus der Gesellschaft an den modernen Arbeitsmethoden in der Landwirtschaft sei meist völlig unberechtigt, denn "die Laufställe sind viel tierfreundlicher als früher und die Kühe fühlen sich hier weitaus wohler als in den Anbindeställen, wo sie noch von hinten gefüttert wurden", stellte sie fest. Dieses Thema griff auch Kreisobmann Ernst Kettemann in seinem Grußwort auf, nachdem der stellvertretende Landrat Kurt Unger die Grüße des Landkreises überbracht hatte. Kettemann bedauerte, dass die Verbraucher zu Unrecht unserer Art der Nutztierhaltung so wenig Vertrauen entgegen bringen. Er versicherte, dass der Bauernverband alles versuchen werde, um eine weitere Aufblähung der Bürokratie im Zuge der EU-Agrarreform abzuwehren. Für die musikalische Einstimmung sorgte gleich zu Beginn der Chor der "Rangau-Bäuerinnen" aus Windsbach, die, wie die Kreisbäuerin bedauerte, aus Altersgründen leider aufhören wollen. Dass man nach ihrem Auftritt in Rothenburg die Kommunikationstrainerin Sigrid Kandler zum zweiten Mal in den Landkreis Ansbach holte, begründete Christine Reitelshöfer damit, dass offensichtlich seit diesem Auftritt verschiedene Ehen besser funktionieren. In ihrem humorvollen Vortrag über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen, lieferte Kandler dann auch Tipps und gab Erläuterungen, die das Verständnis für das Verhalten des jeweils anderen Geschlechts erleichtern können. "Schaut freundlich! Denn was nutzt das beste Gwand, wenn das Gschau nicht passt", sagte sie. Um den aus Urzeiten mitgegebenen Textfluss etwas abzubauen, sollte die Frau mit einer guten Freundin ausgiebig telefonieren, bevor der Mann abends heim kommt. Während der Mann wegen seines Jagdtriebes beim Hosenkauf mit einem "Tunnelblick", der alles andere ausblendet, das entsprechende Regal ansteuert, um dann mit dem ausgewählten (erbeuteten) Kleidungsstück das Kaufhaus sofort wieder zu verlassen, halte die Frau hingegen mit ihrem Sammeltrieb und "Weitwinkelaugen" nach allem Brauchbaren Ausschau. Anschließend präsentierten zwölf Frauen der Kreisvorstandschaft und drei Männer die kommende Frühjahrsmode. Sechsmal hatten sich die Modells in aller Eile jeweils umzuziehen, um dann in immer wieder neuen und insgesamt 90 Outfits auf die Bühne zu kommen. Das Modehaus Rühl in Windsbach hatte dazu rund 300 Kleidungsstücke in modischen Schnitten und Farben präsentiert.
Fritz Arnold