Mittwoch, 23.05.2012
„Richtig“ Silieren
Triesdorf - Milchbauern wurden beim Triesdorfer Lichtmesstag ebenso angesprochen wie Biogaserzeuger. Unter dem Motto „Moderne Futtererntetechniken für die Rinderfütterung und Energieproduktion“ wurden Erkenntnisse, wie gute Silagequalitäten zu erreichen ebenso aufgezeigt, wie technische Neuentwicklungen bei der Grünlandbewirtschaftung.
Am Anfang steht das Mähen: Der richtige Schnittzeitpunkt hat einen nur engen Zeitkorridor, um gleichzeitig den Massenzuwachs auszunützen und hohe Energiegehalte zu erzielen. Die Schnitthöhe sollte lieber etwas höher gewählt werden, weil damit weniger Schmutz als Ursache für Fehlgärungen ins Futter gelangt, aber auch das Gras schneller nachwächst. Die Häcksellänge sollte für die Biogasproduktion eher kurz, bei der Milchfütterung eher länger sein (10 bis 15 mm).
Das A und O beim Silieren ist die Verdichtung im Silo. Vorsicht bei zu kurzer Walzdauer bei zu hoher Schlagkraft bei der Ernte und dem Transport oder auch wenn das Futter zu stark angewelkt ist. Walzschlepper sollten mit hohem Reifendruck und nicht mit Zwillingsreifen (geringerer Anpressdruck) gefahren werden. Danach muss eine möglichst zügige Abdeckung erfolgen und verhindert werden, dass Regenwasser eintritt. Ist eine Silage nicht abgedeckt, bedeutet dies eine um 50 bis 75 Prozent geringere Gasausbeute.
Die Anforderungen an die Mäh-, Zett- und Schwadtechnik aus der Praxis sind nach wie vor höhere Schlagkraft und gute Arbeitsqualität. Zunehmend werden aber auch die Grenzen der technischen Entwicklung deutlich: Mähgeschwindigkeiten von über 15 km/h, Mäheinheiten mit 14 Meter Arbeitsbreite, Größe der Arbeitsmaschinen wie Transportbreite und -höhe.
Von Seiten der Hersteller hält der Trend zu größeren Arbeitsbreiten und Arbeitsgeschwindigkeiten an. Wichtig vonseiten der Praxis sind einfache Einstellmöglichkeiten ohne Werkzeug, damit die Einstellungen bei Bedarf auch tatsächlich verändert werden. Hierbei sollte man die Maschineneinstellung nicht zu aggressiv vornehmen, um Verschmutzungen zu vermeiden, auch wenn nicht der letzte Grashalm mitgenommen wird. Bei der Mähaufbereitung ist zu beachten, dass die Silage hier nicht zu trocken eingebracht wird, weil die Erntetechnik mit der Mähleistung nicht mehr mithalten kann. Bei großen Transport- und Ladeeinheiten mit einem Ladevolumen von bis zu 55 Kubikmeter muss das 40-Tonnen-Zuggewicht beachtet werden. (blw)
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